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Citi Research senkt Kupferpreisprognose angesichts der Handelsspannungen zwischen den USA und China

Citi Research senkt Kupferpreisprognose angesichts der Handelsspannungen zwischen den USA und China
Sayantan Sarkar
13. Nov. 2024, 17:50 PM
  • Citi senkt seine Kupferpreisprognose kurzfristig von 9.500 auf 8.500 US-Dollar pro Tonne.
  • Citi erwartet für den Zeitraum Oktober-Dezember einen durchschnittlichen Kupferpreis an der LME von rund 9.000 Dollar pro Tonne.
  • Nach Einschätzung der Commerzbank AG drückt ein Anstieg der Schmelzkapazitäten in China den Kupferpreis zusätzlich.

Citi Research hat am Mittwoch seine Prognose für die Kupferpreise korrigiert und verwies dabei auf Handelsspannungen zwischen den USA und China sowie schlechte Nachfrageaussichten.

Die Prognose geht davon aus, dass der Kupferpreis an der London Metal Exchange kurzfristig bei 8.500 US-Dollar pro Tonne liegen wird, nachdem die vorherige Schätzung bei 9.500 US-Dollar pro Tonne gelegen hatte.

Citi erwartet, dass der Kupferpreis im vierten Quartal 2024 durchschnittlich 9.000 USD pro Tonne betragen wird.

Einem Reuters-Bericht zufolge führte die Forschungsagentur die Abwärtskorrektur der Kupferpreise auf Sorgen über die Belastbarkeit der weltweiten Fertigungsnachfrage zurück.

Die verarbeitende Industrie bleibt weiterhin ein entscheidender Treiber für die weltweite Kupfernachfrage.

Handelsspannungen zwischen den USA und China

Die Abwärtskorrektur der Preise erfolgte vor dem Hintergrund von Sorgen über eine Verschärfung der Handelsspannungen zwischen den USA und China.

Nachdem der Republikaner Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen 2024 zum Sieg errang, stieg der Dollar sprunghaft an und setzte die Rohstoffpreise unter Druck.

Die Kupferpreise an der LME fielen seit letztem Dienstag um über 6 %, da ein stärkerer Dollar das rote Metall für Käufer aus Übersee teurer machte.

Es wird erwartet, dass die Trump-Regierung die Zölle auf alle importierten Waren aus China, einschließlich Metalle, erhöht.

Dies dürfte den Inflationsdruck erhöhen und alles in den USA verteuern.

Der Handel zwischen den beiden Ländern könnte beeinträchtigt werden, was zu einer eingeschränkten Nachfrage nach Kupfer führen würde.

Darüber hinaus würde sich Trumps Haltung zum Dekarbonisierungsprozess auch auf die Nachfrage nach Kupfer auswirken.

Es wird erwartet, dass Trump mehrere Klimaschutzbestimmungen zurücknimmt, die unter seiner vorherigen Präsidentschaft verabschiedet wurden, da er eine stärkere Öl- und Gasproduktion in den USA befürwortet.

Konjunkturprogramm Chinas enttäuscht

Letzte Woche stellte der Nationale Volkskongress Chinas ein Konjunkturpaket im Umfang von 1,4 Billionen Dollar vor, um die Schulden der lokalen Regierungen zu finanzieren.

Im Metallsektor reagierte man hierauf mit Enttäuschung, da der Markt konkrete und gezielte Maßnahmen zur Stützung bestimmter Sektoren erwartet hatte.

Barbara Lambrecht, commodity analyst at Commerzbank AG, said in a report:

China hat seit September mehrere fiskalische Maßnahmen angekündigt, die jedoch keinen Optimismus hinsichtlich der Wachstumsaussichten wecken konnten.

Analysten gehen davon aus, dass die chinesische Regierung zunächst abwartet, welche politischen Veränderungen die Trump-Administration vornimmt, bevor sie ein umfangreiches Konjunkturpaket ankündigt.

Anstieg der Schmelzkapazitäten in China

Analysten der Commerzbank sagten, dass auch der Anstieg der Schmelzkapazitäten in China den Kupferpreis drücke.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag die Produktion von raffiniertem Kupfer um mehr als 5 % höher als im Vorjahreszeitraum.

Nach Angaben der Deutschen Bank hat China seine Schmelzkapazitäten deutlich ausgebaut. Das Land dürfte künftig die Hälfte der weltweiten Versorgung liefern.

Laut der Forschungsgruppe Shanghai Metals Markets sollen die Kapazitäten im nächsten Jahr auf 16 Millionen Tonnen steigen, teilte die Bank mit.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels lag der Dreimonats-Kupferkontrakt an der LME bei 9.031,50 USD pro Tonne und damit 1,3 % unter dem vorherigen Schlusskurs.