Warum verkauft der Staatsfonds Saudi-Arabiens weiterhin seine Beteiligung an Nintendo?

Warum verkauft der Staatsfonds Saudi-Arabiens weiterhin seine Beteiligung an Nintendo?
Vatsala Gaur
13. Nov. 2024, 10:42 AM
  • PIF reduziert seinen Nintendo-Anteil weiter von 7,5 % auf 6,3 %, nachdem es ihn zuvor bereits von 8,58 % auf 7,54 % gesenkt hatte.
  • Die Nintendo-Aktien fielen im Zuge des Ausverkaufs um 4 Prozent.
  • Im Mittelpunkt der Verkaufswelle stehen die wechselnden Anlagestrategien des PIF und der finanzielle Druck auf Nintendo.

Der Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens hat seine Beteiligung an Nintendo Co. weiter reduziert und signalisiert damit eine Änderung der Anlagestrategie, die ursprünglich darauf abzielte, aus der Spieleindustrie Kapital zu schlagen.

Einer Mitteilung des japanischen Finanzministeriums zufolge reduzierte der Staatsfonds seinen Anteil von 7,5 Prozent auf 6,3 Prozent.

Diese Reduzierung erfolgte, nachdem innerhalb eines sechswöchigen Zeitraums bis Oktober mehr als 17 Millionen Aktien verkauft worden waren, was zu einer Reduzierung des Fondsanteils von 8,58 % auf 7,54 % führte.

Der Schritt belastete die Nintendo-Aktie, die im Tokioter Handel um bis zu 4% fiel.

Widersprüche und Anlagestrategie

Diese jüngste Entwicklung steht im Widerspruch zu Berichten vom September, als Kyodo News andeutete, dass PIF möglicherweise eine Erhöhung seines Anteils am Entwickler von Super Mario Bros. plane.

Die jüngsten Verkäufe erzählen jedoch eine andere Geschichte.

Trotz der Anteilsreduzierung bleibt PIF, das Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 930 Milliarden Dollar verwaltet, einer der größten Anteilseigner von Nintendo.

Zu den früheren Bemühungen der saudischen Regierung gehörte der Erwerb von Anteilen an führenden japanischen und koreanischen Gaming-Unternehmen. Dies war Teil einer 38 Milliarden Dollar schweren Initiative, mit der das Land sich als Gaming- und E-Sport-Schwergewicht im Nahen Osten positionieren wollte.

Als Teil dieser Initiative war Saudi-Arabien im Juli Gastgeber seines ersten E-Sport-Weltcups und bereitet sich derzeit auf die Durchführung der Olympischen E-Sport-Spiele im nächsten Jahr vor.

PIF wird seit langem als strategischer, langfristiger Investor betrachtet, der Partnerschaften gegenüber kurzfristigen Gewinnen bevorzugt.

Angesichts wachsender Haushaltsdefizite und wirtschaftlicher Herausforderungen im Inland scheint der Staatsfonds seinen Schwerpunkt jedoch auf die Unterstützung von Projekten innerhalb Saudi-Arabiens selbst zu verlagern.

Nintendos finanzieller Druck

Der japanische Gaming-Riese hat mit der sinkenden Nachfrage nach seiner in die Jahre gekommenen Flaggschiff-Konsole Switch zu kämpfen, die mittlerweile im siebten Jahr auf dem Markt ist.

Nintendos Umsatz im zweiten Quartal, das am 30. September endete, sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 %, und der Nettogewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 69 % ein.

Angesichts dieser Herausforderungen revidierte das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr und senkte sein Umsatzziel von 1,35 Billionen Yen auf 1,28 Billionen Yen sowie seine Betriebsgewinnschätzung von 400 Milliarden Yen auf 360 Milliarden Yen.

Darüber hinaus wurden die prognostizierten Switch-Verkäufe für das im März 2025 endende Geschäftsjahr von 13,5 Millionen Einheiten auf 12,5 Millionen Einheiten gesenkt.

Die Anleger warten nun gespannt auf Neuigkeiten zu einem Nachfolger der Switch. Nintendo hat angedeutet, dass die Veröffentlichung bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres erfolgen soll, in der Hoffnung, damit seine Marktpräsenz wiederzubeleben.