Wie die südkoreanische Polizei einen Kryptobetrug im Wert von 230 Millionen Dollar aufdeckte, der auf ältere Anleger abzielte

Wie die südkoreanische Polizei einen Kryptobetrug im Wert von 230 Millionen Dollar aufdeckte, der auf ältere Anleger abzielte
Diya Poddar
13. Nov. 2024, 10:27 AM
  • Verantwortlich für den Betrug war ein YouTuber, Herr A, der seinen 620.000 Followern falsche Krypto-Investitionen anpries.
  • Betrügerisches Unternehmen soll durch den Verkauf wertloser Token 325,6 Milliarden Won eingenommen haben.
  • 1.444 Konten wurden verwendet, um die Geldflüsse zu verschleiern, was die Ermittlungen erschwerte.

Yonhap News berichtete, dass die Polizei der südkoreanischen Provinz Gyeonggi 215 Personen verhaftet habe, die an einem riesigen Quasi-Investitionssystem beteiligt waren, das auf über 15.000 Opfer abzielte, zumeist Personen mittleren und höheren Alters.

Bei der betrügerischen Operation, die von einem YouTuber mit 620.000 Abonnenten angeführt wurde, wurden angeblich 325,6 Milliarden Won (230 Millionen US-Dollar) ergaunert, indem 28 digitale Münzen beworben und Investoren mit dem Versprechen hoher Renditen angelockt wurden.

Im Anschluss an die Ermittlungen zu dem Betrug, der Berichten zufolge zwischen Dezember 2021 und März 2023 lief und bei dem es um gefälschte Token, irreführende Werbung und Identitätsdiebstahl ging, um Kredite im Namen ahnungsloser Anleger zu sichern, kam es zu Festnahmen.

Betrügerisches System sammelt Milliardenbeträge und zielt auf südkoreanische Investoren ab

Die betrügerische Quasi-Investmentfirma hinter dieser Operation zog eine enorme Summe an und sammelte 325,6 Milliarden Won (ungefähr 230 Millionen US-Dollar) von 15.304 Investoren ein.

Herr A, der unter einem Pseudonym agierende YouTuber und mutmaßliche Leiter des Systems, machte für diese Investitionen Werbung, darunter sechs an ausländischen Börsen notierte Coins, wobei die meisten Token wertlos waren und durch kein echtes Vermögen gedeckt waren.

Viele Opfer konnten dazu überredet werden, beträchtliche Summen zu investieren, einige erreichten bis zu 1,2 Milliarden Won (über 852.000 US-Dollar).

Mit verlockenden Formulierungen wie „Das 20-fache des Kapitalbetrags“ und „Eine Chance, Ihr Schicksal zu ändern“ machte sich das betrügerische Unternehmen an diejenigen heran, die bereits finanzielle Verluste erlitten hatten.

Herr A soll Einzelpersonen dazu gedrängt haben, wertvolle Vermögenswerte, darunter auch Häuser, zu verkaufen, um in Token zu investieren, und behauptete gleichzeitig, eine Entschädigung für vergangene Verluste durch hochprofitable Münzen anzubieten.

Im Rahmen dieser Strategie verkauften mehrere Investoren ihre Wohnungen, um symbolische Käufe zu finanzieren. Sie wurden mit Versprechungen angelockt, die letztlich unbegründet waren.

Identitätsdiebstahl und Identitätsbetrug bei Regulierungsbehörden verschärften die Verluste

Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich die Gruppe als südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde ausgab und falsche Ausweise und Telefonnummern verwendete, um Vertrauen zu gewinnen. Unter dem Vorwand, Verluste auszugleichen, sammelten sie Identitätsinformationen von Investoren und nutzten diese Informationen, um Kredite zu beantragen.

Die Polizei verfolgte über 1.400 mit dem Betrug in Verbindung stehende Konten und konnte den Fluss illegaler Gelder nachverfolgen, während die Gruppe unter verschiedenen Deckmänteln weiterhin Anleger täuschte.

Herr A entging den ersten Bemühungen der Polizei, indem er Südkorea über Hongkong und Singapur verließ, bevor er schließlich in Australien festgenommen wurde.

Die südkoreanischen Behörden beschlagnahmten 22 Bitcoins im aktuellen Wert von 1,9 Millionen Dollar und konfiszierten darüber hinaus Vermögenswerte im Wert von 47,8 Milliarden Won (34 Millionen Dollar).

Diese Beschlagnahmungen sind zwar beträchtlich, decken aber nur einen Bruchteil der im Rahmen der Operation eingenommenen Gelder ab.

Ältere Anleger sind zunehmend anfällig für Krypto-Betrug

Der Betrug hat einen alarmierenden Trend ins Rampenlicht gerückt: die zunehmende Anfälligkeit älterer Anleger auf dem Kryptowährungsmarkt.

Viele Südkoreaner mittleren und höheren Alters, die von dieser Gruppe ins Visier genommen wurden, wurden mit dem Versprechen beträchtlicher, lebensverändernder Renditen zu Krypto-Investitionen gelockt, was die Notwendigkeit stärkerer Schutzmaßnahmen verdeutlicht.

Dieser Fall unterstreicht die möglichen Folgen von ungehindertem Betrug in der sich rasch entwickelnden Landschaft digitaler Vermögenswerte, insbesondere da die Marketingansätze und das Ausmaß der Betrügereien immer ausgefeilter werden.

Als Reaktion auf die Zunahme betrügerischer Machenschaften verstärken die südkoreanischen Behörden ihre Bemühungen, Anleger vor Krypto-Betrug zu schützen.

Dieser Fall ist Teil einer umfassenderen Initiative der südkoreanischen Antikorruptions- und Wirtschaftskriminalitätsermittlungseinheit zur Bekämpfung der Finanzkriminalität im Kryptowährungssektor.

Das jüngste harte Vorgehen spiegelt den Schwerpunkt der Behörden auf die Verfolgung digitaler Vermögenswerte und die Umsetzung einer strengen Regulierungsaufsicht wider, um künftige Fälle massiver finanzieller Ausbeutung zu verhindern.