Chris Wood meint, Trumps Sieg werde Indiens starke Wirtschaftsgeschichte nicht gefährden

Chris Wood meint, Trumps Sieg werde Indiens starke Wirtschaftsgeschichte nicht gefährden
Diya Poddar
15. Nov. 2024, 08:27 AM
  • Für Indien wird ein reales BIP-Wachstum von 6–8 Prozent und ein nominales Wachstum von 10–12 Prozent innerhalb von fünf Jahren prognostiziert.
  • Die Abwertung der Rupie könnte sich aufgrund der Verbesserung der makroökonomischen Fundamentaldaten verlangsamen.
  • Indien verringert seine Abhängigkeit von importiertem Öl und verbessert seine Handelsbilanz.

Indiens Wirtschaftswachstum bleibt trotz der Sorgen über Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus stabil.

In einem Interview mit CNBC betont der Globalstratege Chris Wood von Jefferies, dass die Fundamentaldaten Indiens robust genug seien, um den Welleneffekten eines stärkeren US-Dollars und strengerer globaler Finanzbedingungen standzuhalten.

Für Indien wird für die nächsten fünf Jahre ein reales BIP-Wachstum von 6–8 Prozent und ein nominales Wachstum von 10–12 Prozent prognostiziert.

Während andere Schwellenmärkte mit dem Ausgang der US-Wahlen zu kämpfen haben, verzeichnet der indische Aktienmarkt weiterhin Zuflüsse, was seine Widerstandsfähigkeit und seine langfristigen Wachstumsaussichten stärkt.

Schwellenmärkte stehen vor Herausforderungen, doch Indien hält Kurs

Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt hat aufgrund des stärkeren US-Dollars und der steigenden Renditen von US-Staatsanleihen zu Volatilität in den Schwellenmärkten geführt.

Aufgrund dieser Entwicklung ist es für die asiatischen Notenbanken schwierig geworden, Zinssenkungen durchzuführen, was wiederum die Anpassung der Geldpolitik in den Schwellenländern erschwert.

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Indiens weicht von diesem allgemeinen Trend ab.

Die Politik der Reserve Bank of India (RBI) stützt sich nicht übermäßig auf aggressive Zinssenkungen und sorgt so angesichts der weltweiten Straffung der Geldpolitik für Stabilität.

Indische Aktien verzeichnen trotz ausländischer Verkaufswellen robuste inländische Zuflüsse

Der indische Aktienmarkt hat sich gegenüber den Ausverkäufen ausländischer Anleger als widerstandsfähig erwiesen.

Inländische Kapitalzuflüsse haben den Markt stabilisiert und gestützt, wobei sich Privat- und institutionelle Anleger maßgeblich beteiligten.

Diese Dynamik hat dazu beigetragen, die Auswirkungen ausländischer Kapitalabflüsse abzufedern, die häufig von der globalen Risikostimmung beeinflusst werden.

Das steigende Aktienangebot aufgrund der Tatsache, dass Unternehmen ihre hohen Bewertungen zur Kapitalbeschaffung ausnutzen, hat zu einer Marktkorrektur geführt.

Laut Wood handelt es sich dabei um einen „natürlichen und gesunden“ Prozess, der es den Märkten ermöglicht, das erhöhte Angebot zu verarbeiten, ohne ihr langfristiges Potenzial zu beeinträchtigen.

Die Abwertung der Rupie verlangsamt sich und stärkt das Vertrauen der Anleger

Die indische Währung, die Rupie, war in der Vergangenheit einer jährlichen Abwertung von etwa 6 Prozent gegenüber dem Dollar ausgesetzt.

Wood geht davon aus, dass sich dieser Trend abschwächt und sich die Rupie in den kommenden Jahren wahrscheinlich stabilisieren wird.

Eine langsamere Abwertung macht indische Vermögenswerte für globale Investoren attraktiver und signalisiert eine Verbesserung der makroökonomischen Fundamentaldaten.

Auch Indiens Anfälligkeit gegenüber externen Schocks, etwa Ölpreisschwankungen, nimmt ab.

Da das Land seine Energiequellen diversifiziert und seine Leistungsbilanz stärkt, gewinnt seine Wirtschaftspolitik auf der Weltbühne weiter an Glaubwürdigkeit.

Trumps Politik stützt US-Aktien, aber es bleiben Risiken

In den USA dürften Trumps wirtschaftsfreundliche Maßnahmen, zu denen auch Unternehmenssteuersenkungen und Deregulierung gehören, den Aktienmärkten kurzfristig Auftrieb geben.

Allerdings trugen diese Maßnahmen auch zu einem stärkeren Dollar bei und erzeugten Gegenwind für die von ausländischem Kapital abhängigen Schwellenmärkte.

Während Indien von einer starken Dynamik auf dem Binnenmarkt profitiert, bleibt das globale Finanzumfeld eine Herausforderung.

Für indische Politiker und Investoren wird es von entscheidender Bedeutung sein, das inländische Wachstum mit den externen Unsicherheiten in Einklang zu bringen.

Langfristige Wachstumstreiber stärken Indiens Position

Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Indiens verbessern sich. Strukturreformen und steigende Inlandsinvestitionen bilden die Grundlage für langfristiges Wachstum.

Das Land ist auf dem Weg, seine Abhängigkeit von importiertem Öl zu verringern und so zu einer besseren Handelsbilanz beizutragen.

Darüber hinaus könnte Indiens Fähigkeit, in naher Zukunft Leistungsbilanzüberschüsse zu erwirtschaften, seine Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks weiter stärken.

Diese Entwicklungen positionieren Indien als einen der herausragenden Performer unter den Schwellenmärkten, selbst in einem volatilen globalen Wirtschaftsumfeld.