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DAX-Index könnte abstürzen, da Aktien deutscher Autohersteller implodieren

DAX-Index könnte abstürzen, da Aktien deutscher Autohersteller implodieren
Crispus Nyaga
15. Nov. 2024, 08:07 AM
  • Der DAX-Index bewegte sich nach der Wahl von Donald Trump seitwärts.
  • Die Federal Reserve und die Europäischen Zentralbanken senken die Zinsen.
  • Die größten Nachzügler sind die deutschen Autohersteller wie Mercedes, Daimler, BMW und Porsche.

Der DAX-Index blieb diesen Monat angespannt, da die Anleger den jüngsten Wahlsieg von Donald Trump und die jüngsten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Federal Reserve bewerten. Der Bluechip-Index, der die 40 größten Unternehmen Deutschlands abbildet, notierte bei 19.263 Euro und lag damit unter seinem bisherigen Jahreshoch von 19.662 Euro.

Trump-Wahl und Zollrisiken

Der DAX-Index bewegt sich nach dem Wahlsieg von Donald Trump seitwärts, was für deutsche Unternehmen zu einer großen Herausforderung werden könnte.

In seinem Wahlkampf versprach er, erhebliche Zölle auf Waren aus europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Deutschland zu erheben. Solche Zölle werden zu Vergeltungsmaßnahmen dieser Länder führen und einen langwierigen Handelskrieg auslösen.

Deutschland und die USA pflegen eine enge Handelsbeziehung. Daten zeigen, dass die USA Waren im Wert von über 70,9 Milliarden Dollar nach Deutschland exportieren, während Deutschland Waren im Wert von über 153 Milliarden Dollar verkauft. Zu den größten deutschen Unternehmen, die in die USA exportieren, gehören Volkswagen, BMW und Airbus.

Dennoch besteht die Chance, dass diese Unternehmen trotz der Zölle erfolgreich sein werden. Außerdem haben viele von ihnen bedeutende Standorte in den Vereinigten Staaten aufgebaut. BMW beschäftigt beispielsweise über 11.000 Mitarbeiter in den USA, während Volkswagen 10.000 hat.

Federal Reserve und Europäische Zentralbank

Der DAX-Index hat auch auf die jüngsten Maßnahmen der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert.

In den USA hat die Federal Reserve einen schrittweisen Lockerungskurs eingeschlagen und die Zinsen bei der letzten Sitzung um 0,25% gesenkt. Jetzt hat sie die Zinsen um 0,75% gesenkt, und die Verantwortlichen deuten darauf hin, dass es in Zukunft noch weitere Senkungen geben wird, da die Inflation auf 2% zusteuert und sich die Lage am Arbeitsmarkt verschlechtert. Ökonomen erwarten bis Dezember nächsten Jahres mindestens vier Zinssenkungen.

Die Europäische Zentralbank hat aufgrund der sich verschlechternden Konjunktur eine gemäßigtere Politik verfolgt. Deutschland steckt weiterhin in der Rezession und ist damit die Volkswirtschaft mit der schlechtesten Performance in diesem Jahr. Schlimmer noch: Es gibt Anzeichen dafür, dass die Koalitionsregierung in den kommenden Monaten zusammenbrechen wird.

Der DAX-Index entwickelt sich gut, wenn Fed und EZB die Zinsen senken. Niedrigere Zinsen waren in der Vergangenheit eine gute Nachricht für Aktien, da die Anleger von Staatsanleihen zu ihnen wechselten.

Deutsche Autos in Schwierigkeiten

Ein genauerer Blick auf die wichtigsten Aktien des DAX zeigt, dass die Automobilhersteller in diesem Jahr die Schlusslichter waren.

Die BMW-Aktien sind in diesem Jahr um über 32 Prozent eingebrochen, während die Kurse von Porsche, Volkswagen und Mercedes-Benz um 24, 25 bzw. 16 Prozent eingebrochen sind.

Diese Unternehmen sind abgestürzt, weil die Automobilindustrie schwächelt, ihre Elektroautomarken implodieren und die Konkurrenz durch chinesische Marken zunimmt. Die meisten von ihnen sind in China vertreten, einem Land, dessen Wachstum sich verlangsamt hat.

Zu den weiteren großen Nachzüglern im DAX-Index zählen in diesem Jahr Unternehmen wie Bayer , Continental, Deutsche Post, Infineon, Brenntag, Sartorius und RWE.

Andererseits hatte der DAX-Index in den letzten Monaten einige Gewinner. Siemens Energy, das im vergangenen Jahr fast zusammengebrochen wäre, hat im Jahr 2024 einen Kursanstieg von 285 % verzeichnet und ist damit das Unternehmen mit der besten Performance im Index.

Die Aktien von Zalando stiegen um 27 %, während die von Rheinmetall, SAP und Munich Re um jeweils über 97 %, 58 % und 25 % zulegten. Weitere bemerkenswerte Gewinner waren die Deutsche Telekom, die Commerzbank und die Deutsche Bank.

DAX-Indexanalyse

Das Wochendiagramm zeigt, dass der DAX-Index in den letzten Jahren einen Aufwärtstrend aufwies. In letzter Zeit gab es jedoch in den letzten vier aufeinanderfolgenden Wochen einen Rückgang. Er weist auch ein steigendes Keilmuster auf, ein beliebtes bärisches Zeichen auf dem Markt.

Der Relative Strength Index (RSI) und die MACD-Indikatoren haben ein bärisches Divergenz-Chartmuster gebildet. Daher wird die Aktie in den kommenden Monaten wahrscheinlich einen bärischen Ausbruch erleben, wenn der Aufwärtstrend nachlässt. Wenn dies geschieht, könnte sie auf den 100-Wochen-Durchschnitt von 17.100 € zurückfallen.