Gold steht vor der schlimmsten Woche seit 2021; Kupfermarkt bereitet sich auf weitere Verluste vor

Gold steht vor der schlimmsten Woche seit 2021; Kupfermarkt bereitet sich auf weitere Verluste vor
Sayantan Sarkar
15. Nov. 2024, 14:55 PM
  • Die Goldpreise an der COMEX fielen um 4,5 Prozent.
  • Der Silbermarkt dürfte im vierten Jahr in Folge ein Angebotsdefizit aufweisen.
  • Bei einem weiteren Anstieg des Dollars könnten die Kupferpreise niedrig bleiben.

Die Goldpreise blieben am Donnerstag unverändert, waren aber auf dem Weg zu ihrer schlechtesten Wochenperformance seit 2021.

Die hohe Inflation in den USA und die gemäßigten Signale der US-Notenbank Fed wecken Zweifel an weiteren Zinssenkungen im Dezember.

Unter den Industriemetallen lagen die Kupferpreise am Freitag im Plus, steuerten jedoch aufgrund des stärkeren Dollars und Sorgen über eine schwache Nachfrage aus China auf einen starken Wochenverlust zu.

Nach Einschätzung der Commerzbank AG ist bei einem weiter steigenden Dollarindex mit einem weiteren Rückgang der Metallpreise zu rechnen.

Ein stärkerer Dollar macht in Greenback gehandelte Rohstoffe für ausländische Käufer teurer.

Goldpreis fällt stark

Die Goldpreise an der COMEX sind in dieser Woche bisher um etwa 4,5 % gefallen. Dies war die schlechteste Woche für das Edelmetall seit Juni 2021.

Das gelbe Metall war seit dem Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen 2024 letzte Woche von seinen Rekordhöhen gefallen, während der Dollar stieg.

Mit dem Preisverfall gingen erhebliche Abflüsse aus Gold-ETFs einher, die sich laut Bloomberg seit Monatsbeginn auf insgesamt fast 22 Tonnen beliefen.

Darüber hinaus blieb der US-Verbraucherpreisindex für Oktober zu Beginn dieser Woche hoch.

Bei einer Veranstaltung in Dallas sagte Fed-Vorsitzender Jerome Powell am Donnerstag, der Arbeitsmarkt sei nach wie vor stabil und die Wirtschaft stark, was bedeute, dass die US-Notenbank mit weiteren Zinserhöhungen vorsichtig sein müsse.

Dem CME FedWatch-Tool zufolge rechneten Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von 62,1 Prozent, dass die Fed bei ihrer Dezembersitzung den Leitzins um 25 Basispunkte senken würde.

Unterversorgter Silbermarkt

Dem jüngsten Bericht des Silver Institute zufolge dürfte die Nachfrage um 1 % auf 1,21 Milliarden Unzen steigen und damit den zweithöchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreichen.

Die industrielle Nachfrage dürfte um 7 % auf ein Rekordniveau steigen, angetrieben von elektrischen und elektronischen Anwendungen.

Auch bei Schmuck und Silberwaren werden Erhöhungen erwartet.

Im Gegensatz dazu dürfte die physische Investitionsnachfrage um 15% auf ein Vierjahrestief fallen

Allerdings dürfte das Silberangebot um 2 % auf 1,03 Milliarden Unzen steigen, also weniger als der erwartete Anstieg der Nachfrage.

Der Silbermarkt dürfte in diesem Jahr bereits das vierte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit aufweisen, das mit 182 Millionen Unzen erneut erheblich ausfallen dürfte.

Dennoch standen die Silberpreise an der COMEX diese Woche unter Druck und fielen am Donnerstag zum ersten Mal seit zwei Monaten unter die Marke von 30 Dollar pro Unze.

Metallmarkt könnte gedämpft bleiben

Die Kupferpreise sind am Freitag gestiegen, nachdem sie in dieser Woche starke Verluste hinnehmen mussten. Experten halten den Preisanstieg jedoch nur für eine vorübergehende Erholung.

Laut Commerzbank dürften die Metallpreise noch weiter sinken, sollte der Dollarkurs anhalten.

Da der starke Dollar die Stimmung drückte, sind die Kupferpreise in dieser Woche bisher um fast 3 % gefallen.

Die Preise gerieten auch aufgrund gemischter Konjunkturdaten aus China, dem größten Verbraucher des roten Metalls, unter Druck.

Daten des Nationalen Statistikamts zeigten am Freitag, dass die Industrieproduktion im Oktober langsamer wuchs als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze stiegen während der Goldenen Woche jedoch stärker als erwartet.

„Es gibt jedoch auch viele kritische Stimmen, die auf die Knappheit an Kupferkonzentrat hinweisen, die die Produktion bremst“, sagte Volkmar Baur, Devisenanalyst der Commerzbank, in einem Bericht.

Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnte das Versorgungsdefizit im kommenden Jahr über 1 Million Tonnen betragen.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels lag der Dreimonatskontrakt für Kupfer an der London Metal Exchange bei 9.168 USD pro Tonne, ein Anstieg von 1,5 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs.