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Ölpreise steuern auf wöchentlichen Verlust zu: Werden Risiken für die Versorgung Irans die Preise in die Höhe treiben?

Ölpreise steuern auf wöchentlichen Verlust zu: Werden Risiken für die Versorgung Irans die Preise in die Höhe treiben?
Sayantan Sarkar
15. Nov. 2024, 14:16 PM
  • Die Ölpreise der Sorte Brent sind in dieser Woche bisher um 3 % gefallen, während der Preis für WTI 4 % nachgab.
  • Die Rohölverarbeitung in China ging im Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent zurück.
  • Die Commerzbank AG sagte, die Ölpreise könnten durch Risiken hinsichtlich der Versorgung des Irans kurzfristig gestützt werden.

Die Ölpreise steuerten am Freitag auf einen wöchentlichen Verlust zu, da Sorgen über eine schwächer werdende Nachfrage aus China die Preise belasteten.

Im Wochenverlauf sanken die Brent-Preise an der Intercontinental Exchange im Vergleich zur Vorwoche um 3 Prozent.

Bei West Texas Intermediate sind die Preise bisher um 4 % gefallen.

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels lag der Preis für WTI-Rohöl bei 67,95 USD pro Barrel, ein Rückgang von 1,1 %, während Brent ebenfalls um 1,1 % auf 71,77 USD pro Barrel fiel.

Neben den Sorgen hinsichtlich der Nachfrage aus China hat auch der stärkere Dollar diese Woche Druck auf den Ölpreis ausgeübt.

Ein stärkerer Dollar macht Öl für ausländische Käufer teurer, was die Nachfrage nach diesem Kraftstoff begrenzt.

Darüber hinaus trieb auch ein Anstieg der US-Rohölvorräte letzte Woche die Preise am Freitag unter Druck.

Den Daten der US-Energieinformationsbehörde zufolge stiegen die Ölvorräte des Landes in der Woche bis zum 8. November um 2,1 Millionen Barrel.

Dies lag deutlich über den Erwartungen eines Anstiegs um 400.000 Barrel.

Nachfrage in China sinkt

Ölraffinerien in China, dem größten Ölimporteur, verarbeiteten im Oktober 4,6 Prozent weniger Rohöl als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie aus den Daten des Nationalen Statistikamts hervorgeht.

Der Grund für die geringere Verarbeitung waren Werksschließungen und reduzierte Betriebsraten bei kleineren, unabhängigen Raffinerien.

Nach Berechnungen der Commerzbank AG war die Rohölverarbeitung im Oktober den siebten Monat in Folge rückläufig.

Unterdessen ging die Produktion in Chinas Fabriken im vergangenen Monat zurück und die Sorgen über den schwächelnden Immobiliensektor blieben bestehen.

Letzte Woche kündigte der Nationale Volkskongress des Landes ein Konjunkturpaket im Wert von 1,4 Billionen Dollar an, das bei den Händlern jedoch keine Hoffnung auf eine spürbare Erholung der Wirtschaft wecken konnte.

Düstere Aussichten belasten Ölpreis

Die Preise fielen diese Woche auch, da die großen Energieunternehmen ihre Prognosen für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage senkten.

Am Dienstag korrigierte die Organisation erdölexportierender Länder ihre Prognosen für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage sowohl für 2024 als auch für 2025 nach unten.

Für 2024 reduzierte die Agentur ihre Schätzungen leicht um 107.000 Barrel pro Tag und für 2025 um 103.000 Barrel pro Tag.

Nun wird für die Jahre 2024 und 2025 mit einem durchschnittlichen Bedarfsanstieg von 1,8 Millionen Barrel pro Tag bzw. 1,5 Millionen Barrel pro Tag gerechnet.

Obwohl die OPEC ihre Prognosen gesenkt hat, waren sie immer noch recht hoch. Die Internationale Energieagentur erwartet dagegen für dieses und nächstes Jahr einen Bedarfszuwachs von knapp 1 Million Barrel pro Tag.

Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank, sagte in einem Bericht:

Kurzfristiges Risiko für Irans Ölversorgung

Die Commerzbank ist der Ansicht, dass der Ölmarkt diese Woche zwar durch negative Faktoren und einen stärkeren Dollar belastet wurde, der Einfluss des Greenbacks jedoch begrenzt blieb.

„Denn es sind noch weitere direkte ‚Trump-Effekte‘ auf dem Ölmarkt zu berücksichtigen“, sagt Barbara Lambrecht, Analystin bei der Commerzbank.

„Kurzfristig besteht die Gefahr schärferer Sanktionen gegen den Iran.“

Es wird allgemein erwartet, dass Trump eine striktere Einhaltung der Sanktionen gegen Irans Ölexporte durchsetzen und gleichzeitig noch härtere Sanktionen gegen das Land verhängen wird.

Dadurch könnten rund 1 Million Barrel Öl pro Tag vom Markt verschwinden, was sich kurzfristig positiv auf die Preise auswirken würde.

Lambrecht sagte, dass die OPEC+-Gruppe beim bevorstehenden Ministertreffen die Möglichkeit weiterer Sanktionen gegen iranische Ölexporte diskutieren werde.

Der Iran ist einer der größten Rohölproduzenten der OPEC+-Gruppe.