Warren Buffetts Verlangen nach Domino’s: Ist Pizza der neue Apfel?

Warren Buffetts Verlangen nach Domino’s: Ist Pizza der neue Apfel?
Deepali Singh
15. Nov. 2024, 07:52 AM
  • Berkshire Hathaway investierte im dritten Quartal in Domino's Pizza und Pool Corp.
  • Der Mischkonzern erhöhte seine Bargeldbestände deutlich auf 325,2 Milliarden Dollar.
  • Berkshire verkaufte beträchtliche Aktienbestände, vor allem von Apple und Bank of America.

Warren Buffetts Berkshire Hathaway gab im dritten Quartal interessante Änderungen in seiner Anlagestrategie bekannt und baute neue Positionen bei Domino's Pizza und Pool Corp. aus, während es seine Beteiligungen an langjährigen Favoriten wie Apple und Bank of America reduzierte.

Die jüngste Einreichung bei der SEC bietet einen Einblick in den wachsenden Appetit des Orakels von Omaha.

Ein Stück vom Kuchen: Berkshires neue Domino’s-Investition

Berkshires neu entdecktes Verlangen nach Domino‘s schlug sich in einem Anteil von 1,28 Millionen Aktien nieder, der zum 30. September etwa 549 Millionen Dollar wert war.

Diese Investition zeugt von Vertrauen in die Fähigkeit der Pizzakette, sich im gegenwärtigen Wirtschaftsumfeld zurechtzufinden, in dem preiswerte Gastronomieangebote immer beliebter werden.

Wie andere Fast-Food-Giganten wie McDonald‘s wirbt auch Domino‘s aktiv mit Sonderangeboten, um preisbewusste Verbraucher anzulocken, von denen viele auf teurere Restaurants mit Bedienung verzichten und stattdessen lieber Fast-Food-Restaurants oder Lieferdienste bevorzugen.

Berkshire nimmt mit Pool Corp. ein Bad.

Neben Pizza hat Berkshire auch den Markt für Schwimmbadzubehör erschlossen und 404.000 Aktien von Pool Corp., einem führenden Vertriebshändler für Schwimmbadzubehör, erworben, die zum 30. September einen Wert von rund 152 Millionen US-Dollar hatten.

Während Pool Corp. im vergangenen Monat eine „schwache“ Nachfrage nach dem Bau neuer Pools feststellte, betonte das Unternehmen gleichzeitig die Robustheit der nichtdiskretionären Reparatur- und Wartungsdienste für bestehende Pools – ein Faktor, der das Interesse von Berkshire geweckt haben könnte.

Marktreaktion: Aktien von Domino's und Pool Corp. steigen

Die Nachrichten über die Investitionen von Berkshire lösten im Nachbörslichen Handel große Wellen aus: Die Aktien von Domino‘s stiegen um 6,9 Prozent und die Aktien von Pool Corp. kletterten um 5,7 Prozent.

Diese positive Reaktion ist ein häufiges Phänomen nach den Investitionsoffenlegungen von Berkshire und wird von den Anlegern oft als „Gütesiegel“ des renommierten Value-Investors interpretiert.

Während Berkshire sich Pizza und Poolzubehör zulegte, setzte das Unternehmen seinen Trend zur Anhäufung von Bargeld fort.

Die liquiden Mittel des Konglomerats mit Sitz in Omaha haben sich zum 30. September fast verdoppelt und beliefen sich auf unglaubliche 325,2 Milliarden Dollar.

Diese Bargeldanhäufung geht mit einer deutlichen Reduzierung der Aktienkäufe und einem erstmaligen Stopp der Aktienrückkäufe seit 2018 einher.

Allein im dritten Quartal verkaufte Berkshire Aktien im Wert von 36,1 Milliarden Dollar, kaufte aber nur Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Dollar.

Im Jahresverlauf wurden Aktien im Wert von 133,2 Milliarden Dollar verkauft – hauptsächlich Apple, gefolgt von der Bank of America –, während nur Käufe im Wert von 5,8 Milliarden Dollar getätigt wurden.

Über die genauen Gründe für diese strategischen Kurswechsel schweigt Buffett zwar, doch es könnten mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

Marktbeobachter spekulieren, dass steuerliche Überlegungen und möglicherweise überhöhte Bewertungen seine Entscheidungen beeinflussen.

Die beträchtlichen Barreserven geben Berkshire, das über eine Marktkapitalisierung von 1,01 Billionen Dollar verfügt, die nötige Flexibilität, um auch unter der fortgesetzten Führung des 94-jährigen Buffett bedeutende Akquisitionen zu tätigen.

Portfolioanpassungen: Ein Blick auf Berkshires Beteiligungen

Über die schlagzeilenträchtigen Investitionen in Domino‘s und Pool Corp. hinaus enthüllt Berkshires jüngster Börsenbericht noch weitere nennenswerte Portfolioanpassungen.

Der Mischkonzern erhöhte seinen Anteil am Flugzeugteilehersteller Heico und veräußerte gleichzeitig seine Beteiligung am Bodenbelagshändler Floor & Decor vollständig.

Berkshire reduzierte außerdem seine Positionen bei Capital One, Charter Communications, der brasilianischen Digitalbank Nu Holdings und der Kosmetikkette Ulta Beauty.

Der fast vollständige Verkauf der Ulta Beauty-Aktien, nur kurze Zeit nach der Bekanntgabe einer ersten Investition im August, stellt eine besonders schnelle Wende dar.

Die Ulta-Aktien fielen nachbörslich um 3,8 Prozent.

Das umfangreiche Portfolio von Berkshire umfasst weiterhin ein vielfältiges Spektrum an Unternehmen, darunter die Autoversicherung Geico, die Eisenbahngesellschaft BNSF sowie verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter, Energie, Industrie und Einzelhandel.

Aus den Unterlagen vom Donnerstag geht nicht hervor, ob Buffett oder seine Portfoliomanager Todd Combs und Ted Weschler für einzelne Investitionen verantwortlich sind.

Weder Domino's noch Pool reagierten sofort auf Anfragen um einen Kommentar.