Chiles BIP wächst im 3. Quartal 2024 um 2,3 %, angekurbelt durch Bergbau und Dienstleistungen

Chiles BIP wächst im 3. Quartal 2024 um 2,3 %, angekurbelt durch Bergbau und Dienstleistungen
Noris Soto
18. Nov. 2024, 16:16 PM
  • Der Bergbausektor trug maßgeblich zu diesem Wachstum bei und wuchs im dritten Quartal um 5,1 %, nachdem er im zweiten Quartal bereits um 6 % zugelegt hatte.
  • Auch der Nicht-Bergbau-Sektor konnte ein bemerkenswertes Wachstum vorweisen, und zwar um 2 % im Vergleich zu 0,9 % im Vorquartal.
  • Allerdings hatte der Agrar- und Forstwirtschaftssektor mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen und verzeichnete einen Rückgang um 8,5 %.

Die chilenische Wirtschaft zeigte im dritten Quartal 2024 ein solides Wachstum und erzielte einen BIP-Anstieg von 2,3 % im Vergleich zum Vorjahr.

Diese Entwicklung stellt eine Verbesserung gegenüber dem Wachstum von 1,6 % im Vorquartal dar und übertrifft die ursprünglichen Prognosen von 2,2 %.

Kupfer ist ein Schlüsselmineral in Chiles Wirtschaft

Der Bergbausektor trug maßgeblich zu diesem Wachstum bei und wuchs im dritten Quartal um 5,1 %, nachdem er im zweiten Quartal bereits um 6 % zugelegt hatte.

Dieses Wachstum ist größtenteils auf den Anstieg der Kupferproduktion zurückzuführen und festigt Chiles Stellung als einer der weltweit größten Kupferexporteure.

Auch wenn die Eisenerzförderung zurückging, stützte die robuste Gesamtproduktion des Bergbausektors die Wirtschaft erheblich.

Die Bedeutung von Kupfer für die chilenische Wirtschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da das Metall ein wichtiges Exportgut ist und insbesondere in China eine hohe Nachfrage besteht.

Der Boom im Kupferbergbau hat die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert und verwandte Industrien gestärkt, was zur allgemeinen wirtschaftlichen Dynamik beigetragen hat.

Auch der Nicht-Bergbau-Sektor konnte ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnen, nämlich einen Anstieg um 2 % im Vergleich zu 0,9 % im Vorquartal.

Zu den wichtigsten Verbesserungen zählten ein Anstieg um 7,1 % bei den persönlichen Dienstleistungen und um 6,7 % bei den Transportdienstleistungen.

Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen Zuwachs von 3,2 %, unterstützt durch eine höhere Produktion in den Bereichen Nahrungsmittel, Chemikalien, Erdöl und Gummi.

Die Land- und Forstwirtschaft kämpfte

Der Agrar- und Forstwirtschaftssektor hatte jedoch mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen und schrumpfte um 8,5 %.

Dieser Rückgang ist auf die geringere Produktion von Frischgemüse zurückzuführen und unterstreicht die Anfälligkeit des Sektors gegenüber klimatischen Bedingungen und externen Einflüssen.

Die Diskrepanz zwischen dem boomenden Bergbausektor und der schwächelnden Landwirtschaft unterstreicht die Notwendigkeit einer stärker diversifizierten und widerstandsfähigeren Wirtschaftsstrategie.

Bei den Haushaltsausgaben zeigten sich Anzeichen einer Erholung: Sie stiegen um 1 Prozent gegenüber den 0,7 Prozent des Vorquartals und deuteten auf eine positive Veränderung der Verbraucherstimmung hin.

Auch die Staatsausgaben stiegen deutlich um 5,3 Prozent (nach 1,2 Prozent im Vorjahr). Darin spiegeln sich die Bemühungen wider, die Wirtschaft durch fiskalische Maßnahmen anzukurbeln.

Trotz dieser positiven Anzeichen gingen die Bruttoanlageinvestitionen weiterhin zurück, wenn auch mit einer langsameren Rate von -0,2%.

Dieser Rückgang ist auf eine Verlangsamung der Bauwirtschaft zurückzuführen, die teilweise durch höhere Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen ausgeglichen wurde.

Der Handel spielte eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung des BIP-Wachstums: Die Exporte stiegen um 6,4 Prozent und die Importe um 1,5 Prozent.

Dies stellt eine Trendwende gegenüber früheren Rückgängen dar und unterstreicht Chiles starke Stellung im Welthandel, insbesondere bei den Bergbauexporten.