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Was ist Odoo und warum investiert Alphabet darin?

Was ist Odoo und warum investiert Alphabet darin?
Diya Poddar
20. Nov. 2024, 18:22 PM
  • Das Unternehmen hat nach einer zweiten Aktienrunde eine Bewertung von 5 Milliarden Euro erreicht.
  • Rund 80 % seines Umsatzes stammen aus Open-Source-Softwareangeboten.
  • Obwohl das Unternehmen bereit für den Börsengang ist, hat Odoo beschlossen, privat zu bleiben.

Odoo, ein in Belgien ansässiges Unternehmen für Unternehmenssoftware, hat nach einer zweiten Aktienrunde eine Bewertung von 5 Milliarden Euro erreicht.

Unter der Leitung von CapitalG und Sequoia Capital von Alphabet konnten frühe Investoren und Mitarbeiter in der 500-Millionen-Euro-Runde einen Teil ihrer Anteile zu Geld machen.

Odoo hat mit seiner Open-Source-Plattform den Bereich Enterprise Resource Planning (ERP) revolutioniert und bietet über 80 Anwendungen für Funktionen wie Buchhaltung, Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Personalwesen, E-Commerce und mehr.

Obwohl das Unternehmen bereit für den Börsengang ist, hat sich Odoo dafür entschieden, privat zu bleiben und den Schwerpunkt auf Flexibilität und nachhaltiges langfristiges Wachstum zu legen.

Wie Odoo die ERP-Software für KMU transformiert

Odoo hat sich auf dem fragmentierten ERP-Softwaremarkt einen Namen gemacht, indem es sich den komplexen Gegebenheiten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) widmet.

Die Open-Source-Software richtet sich an Unternehmen, die Tools für Inventarisierung, E-Commerce und Point-of-Sale suchen, ohne die hohen Kosten oder die Komplexität herkömmlicher Lösungen wie SAP.

Derzeit stammen 80 % des Umsatzes von Odoo aus seinen Open-Source-Angeboten, während die restlichen 20 % aus kostenpflichtigen Lizenzen stammen.

Indem Odoo seinen Benutzern die Möglichkeit gibt, die Software kostenlos zu modifizieren, hat das Unternehmen eine globale Benutzer-Community geschaffen und gleichzeitig ein profitables Geschäftsmodell beibehalten.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Odoo einen Umsatz von 370 Millionen Euro und strebt bis 2025 einen Umsatz von über 650 Millionen Euro an. Bis 2027 peilt das Unternehmen eine Milliarde Euro an.

CapitalG und Sequoia verzeichnen Wachstum bei Odoo

Die Investition von 500 Millionen Euro unterstreicht das Vertrauen von CapitalG und Sequoia in die Skalierbarkeit von Odoo.

Beide Unternehmen erwarben im Rahmen der letzten Sekundärrunde Anteile von bestehenden Investoren, darunter Summit Partners und Noshaq.

Summit Partners, nach wie vor der größte institutionelle Anteilseigner von Odoo, drückte seine anhaltende Unterstützung für die Ausrichtung des Unternehmens aus.

Andrew Reed, Partner bei Sequoia, betonte die Herausforderungen der Vereinfachung von ERP-Systemen für KMU in verschiedenen Ländern.

Er wies darauf hin, dass der Erfolg von Odoo darin liege, Zugänglichkeit mit umfassenden Funktionen in Einklang zu bringen – eine Leistung, die den meisten Mitbewerbern nur schwer gelingt.

Odoo wurde vor 22 Jahren von Fabien Pinckaers gegründet und seine Entwicklung verläuft weit entfernt von der typischen Geschichte des Silicon Valley.

Das Unternehmen begann in einem bescheidenen landwirtschaftlichen Büro in Belgien und wuchs organisch durch Bootstrapping.

Heute verfügt das Unternehmen weltweit über mehrere Niederlassungen, wobei die Forschungs- und Entwicklungszentrale in Belgien angesiedelt ist.

Pinckaers, der mit seiner Familie nach Indien umgezogen ist, konzentriert sich nun auf die Ausweitung der Präsenz des Unternehmens in Südasien.

Odoo verwendet ein duales Umsatzmodell, das die Flexibilität von Open Source mit dem Verkauf lizenzierter Software kombiniert.

Mit dieser Strategie hat sich das Unternehmen eine Position als Störfaktor auf dem ERP-Markt gesichert und kann mit größeren Akteuren konkurrieren, ohne dabei an Kosteneffizienz einzubüßen.

Privat bleiben, um langfristige Ziele zu priorisieren

Obwohl Odoo bereits die Größenordnung eines Börsengangs erreicht hat, hat sich das Unternehmen dafür entschieden, privat zu bleiben.

CEO Fabien Pinckaers betrachtet dies als strategischen Vorteil, der es dem Unternehmen ermöglicht, sich auf Innovationen zu konzentrieren, ohne dem Druck der vierteljährlichen Ergebnisberichte ausgesetzt zu sein.

Die privaten Investoren von Odoo, darunter CapitalG von Alphabet, teilen diese Vision und drängen nicht auf einen sofortigen Börsengang.

Pinckaers hat seine Anteile außerdem nie verkauft und unterstreicht damit sein Engagement für die Mission und das langfristige Wachstum von Odoo.

Die letzte Finanzierungsrunde des Unternehmens fand 2014 statt und beinhaltete die Einnahme von 10 Millionen US-Dollar.

Seitdem ist das Unternehmen auf Sekundärverkäufe angewiesen, um Liquidität für frühe Investoren und Mitarbeiter bereitzustellen.

Die Entwicklung von Odoo spiegelt sein Engagement für nachhaltiges Wachstum und Innovation wider.

Das Unternehmen baut sein Partnernetzwerk schnell aus und investiert in Marketing, um einen größeren Anteil am ERP-Markt zu erobern.

Odoo prognostiziert, bis 2027 einen Umsatz von 1 Milliarde Euro zu erzielen und möchte damit seinen Status als weltweit führender Anbieter von Unternehmenssoftware festigen.