Chinas Entwicklungsbank verleiht Brasilien 690 Millionen US-Dollar zur Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen

Chinas Entwicklungsbank verleiht Brasilien 690 Millionen US-Dollar zur Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen
Noris Soto
21. Nov. 2024, 17:07 PM
  • Das jüngste Darlehensabkommen mit der CDB könnte ein Vorläufer ähnlicher Abkommen zwischen den BRICS-Staaten sein.
  • Dieser dreijährige Darlehensvertrag soll als wichtige Finanzierungsquelle für wichtige Entwicklungsprojekte dienen
  • Für BNDES ist das Darlehen ein entscheidender Teil seiner umfassenderen Strategie zur Diversifizierung seiner Finanzierungsquellen.

Die Chinesische Entwicklungsbank (CDB) hat der brasilianischen Nationalbank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES) einen Kredit in Höhe von 5 Milliarden Yuan (ungefähr 690 Millionen US-Dollar) gewährt.

Der am Mittwoch unterzeichnete Vertrag stellt nicht nur die erste Devisentransaktion der BNDES dar, sondern ist auch ein wichtiger Schritt in der umfassenderen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.

Dieser dreijährige Darlehensvertrag soll als wichtige Finanzierungsquelle für wichtige Entwicklungsprojekte in ganz Brasilien dienen, mit besonderem Schwerpunkt auf den Bereichen Infrastruktur, Energie und Transport.

Für die BNDES ist das Darlehen ein entscheidender Teil ihrer umfassenderen Strategie zur Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen und zum Ausbau ihrer Rolle auf den globalen Finanzmärkten.

Aloizio Mercadante, Präsident der BNDES, sagte, das Darlehen könne brasilianischen Exporteuren helfen, durch die Nutzung chinesischer Währung die schwankenden Wechselkurse zu überwinden und so Brasiliens Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.

Das Darlehen ist Teil der umfassenderen Wirtschaftsstrategie Brasiliens, die darauf abzielt, die finanzielle Unabhängigkeit des Landes zu stärken und gleichzeitig die Abhängigkeit von traditionellen Weltwährungen zu verringern.

Brasilien sucht nach alternativen Wegen, sich am internationalen Handel und Investitionen zu beteiligen, insbesondere durch die Diversifizierung seiner Währungen.

Diese Strategie steht im Einklang mit den laufenden Diskussionen innerhalb der BRICS-Gruppe – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika –, in denen es zunehmend um die Idee geht, für den Handel andere Währungen als den US-Dollar zu verwenden.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist ein lautstarker Befürworter der Schaffung alternativer Zahlungssysteme, um reibungslosere Transaktionen zwischen Entwicklungsländern zu ermöglichen.

Ähnliche Abkommen zwischen den BRICS-Staaten?

Das jüngste Darlehensabkommen mit der CDB könnte ein Vorläufer ähnlicher Abkommen zwischen den BRICS-Staaten sein und eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern sowie die Anfälligkeit gegenüber globalen Finanzschocks verringern.

Das Abkommen kommt zudem zu einem Zeitpunkt zustande, an dem weltweite geopolitische Spannungen viele Länder dazu veranlassen, ihre finanzielle Abhängigkeit zu überdenken.

Für Brasilien stellt dieser Kredit eine Chance dar, seine Position in der Weltwirtschaft zu behaupten und seine Anfälligkeit gegenüber externen Schocks wie Währungsschwankungen oder Handelsstörungen zu verringern.

Da das Land weiterhin auf alternative Finanzinstrumente setzt, muss es seine wachsenden Beziehungen zu China und anderen BRICS-Mitgliedern ausbalancieren und gleichzeitig seine Interessen in einem sich rasch entwickelnden globalen Finanzumfeld wahren.

Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie Brasilien aus seiner neuen Rolle als BRICS-Präsident Kapital schlägt und wie es diese Finanzpartnerschaften nutzt, um sein internationales Ansehen zu stärken.

Chinesische Kredite in Lateinamerika

Die China Development Bank und die Export-Import Bank of China haben zusammen Kredite im Wert von 138 Milliarden US-Dollar für 117 Transaktionen in Lateinamerika und der Karibik vergeben.

Dieser Kreditboom begann nach der globalen Finanzkrise des Jahres 2008, die die Finanzierungsmöglichkeiten für Entwicklungsländer wie Argentinien, Ecuador und Venezuela einschränkte.

Ab 2020 fuhr China seine Kreditvergabe zwischen Staaten jedoch zurück, obwohl es sich zu diesem Zeitpunkt bereits als einer der wichtigsten Gläubiger in der Region etabliert hatte.

Ecuador etwa, das im vergangenen Jahr seine Schulden bei China umstrukturierte, ist immer noch fast 5 Milliarden Dollar schuldig, was 11 Prozent seiner gesamten Auslandsschulden ausmacht.

Noch schlimmer ist die Lage in Venezuela, wo die Regierung China Berichten zufolge 19 Milliarden Dollar schuldet. Seit 2005 ist das Land – reich an Öl, aber wirtschaftlich angeschlagen – der größte Empfänger chinesischer Kredite in der Region. 40 Prozent aller Kredite gehen an das Land.

Da Venezuela nicht in der Lage ist, genügend Öl zu produzieren, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, musste das Land die Bedingungen seiner Kredite wiederholt neu verhandeln.

Chinas Kreditvergabepraktiken unterscheiden sich von den traditionellen westlichen Ansätzen. China umgeht oft die üblichen Konditionalitäten und vergibt Kredite, ohne von den Kreditnehmerländern nachhaltige Kreditvergabepraktiken oder Haushaltsdisziplin zu fordern.

Stattdessen sichert China seine Kredite dadurch ab, dass es von seiner Regierung verlangt, die Rückzahlung durch den Export von Rohstoffen wie Öl zu gewährleisten.

Doch da diese Vereinbarungen zu bröckeln beginnen, ist Peking nicht bereit, einseitig Schulden zu erlassen oder mit anderen internationalen Kreditgebern – seien sie öffentlicher oder privater Art – zusammenzuarbeiten, um die zunehmenden finanziellen Herausforderungen zu bewältigen.