Apple und Google müssen sich möglicherweise wegen Dominanz der mobilen Browser einer britischen Wettbewerbsuntersuchung stellen

Apple und Google müssen sich möglicherweise wegen Dominanz der mobilen Browser einer britischen Wettbewerbsuntersuchung stellen
Diya Poddar
22. Nov. 2024, 14:58 PM
  • Laut CMA behindern Einschränkungen bei iOS Innovationen bei konkurrierenden Browsern.
  • Apple und Google beeinflussen die Browserauswahl der Verbraucher durch das Plattformdesign.
  • Die Untersuchung der CMA kommt zu dem Schluss, dass ein sofortiges Eingreifen im Bereich Cloud-Gaming nicht erforderlich ist.

Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hat erhebliche Bedenken hinsichtlich der Art und Weise geäußert, wie Apple und Google mobile Webbrowser kontrollieren.

Eine Pressemitteilung der unabhängigen Untersuchungsgruppe der CMA deutet an, dass dieses Duopol den Wettbewerb und die Innovation im britischen Mobilfunk-Ökosystem hemmt.

Die Untersuchung, die nach einer Marktstudie aus dem Jahr 2021 eingeleitet wurde, ergab, dass die beiden Technologiegiganten effektiv die Regeln für mobile Browser auf ihren Betriebssystemen festlegen und damit möglicherweise die Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher und Entwickler einschränken.

Da im nächsten Jahr neue Wettbewerbsregeln für den digitalen Markt in Kraft treten sollen, erwägt die CMA, strengere Maßnahmen zu ergreifen, um der Situation abzuhelfen.

Untersuchung: Apples Beschränkungen behindern Browser-Innovationen

Die Untersuchung der CMA kam vorläufig zu dem Schluss, dass Apples restriktive Praktiken die Innovationsfähigkeit konkurrierender Browseranbieter einschränken.

Diese durch die iOS- und App-Store-Richtlinien von Apple auferlegten Beschränkungen verhindern, dass konkurrierende Browser die gesamte Palette an Funktionen bereitstellen.

Dies hat Kritik von Browser-Entwicklern hervorgerufen, die behaupten, dass Apples Regeln ihre Fähigkeit einschränken, den Verbrauchern differenzierte Dienste anzubieten.

Die Untersuchung zeigte auch, wie Apple und Google das Nutzerverhalten beeinflussen, indem sie ihre Browser zur Standard- oder bequemsten Option auf ihren Geräten machen. Dies, so der Bericht, schaffe ungleiche Wettbewerbsbedingungen, die ihre Dienste gegenüber der Konkurrenz begünstigen.

Empfehlungen für eine verbesserte Aufsicht

Um diese Bedenken auszuräumen, hat die CMA vorgeschlagen, Untersuchungen der Aktivitäten von Apple und Google im Rahmen des neuen Wettbewerbsrahmens für digitale Märkte, der 2024 in Kraft treten soll, zu priorisieren.

Diese Vorschriften verleihen der CMA die Befugnis, Unternehmen einen „strategischen Marktstatus“ zuzuschreiben, was eine stärkere Aufsicht über Unternehmen ermöglicht, die kritische digitale Märkte dominieren.

Die Vorsitzende der unabhängigen Untersuchungsgruppe der CMA, Margot Daly, betonte die Bedeutung des Wettbewerbs zur Förderung von Innovationen.

Sie erklärte, dass der Mangel an effektiver Konkurrenz auf dem Markt für mobile Browser den Fortschritt bremse und die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher einschränke.

Die CMA erwägt derzeit eine Reihe von Maßnahmen, um diese Probleme anzugehen. Dazu könnten Änderungen bei der Art und Weise gehören, wie den Benutzern Browser angeboten werden, sowie Einschränkungen der Möglichkeit von Apple und Google, bestimmte Regeln festzulegen.

Neben der Untersuchung mobiler Browser untersuchte die Untersuchungsgruppe auch den Markt für mobiles Cloud-Gaming in Großbritannien.

Anders als im Browsermarkt sah die Gruppe in diesem Sektor derzeit keinen dringenden Bedarf für ein Eingreifen der CMA.

Der Bericht deutete an, dass dieser Markt angesichts des Potenzials künftiger Wettbewerbsbedenken weiterhin unter Beobachtung bleiben wird.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung unterstreichen die zunehmende Kontrolle großer Technologieunternehmen weltweit.

Apple und Google mit ihrem umfassenden Einfluss auf App-Stores, Betriebssysteme und Browser sehen sich zunehmenden Herausforderungen durch Regulierungsbehörden gegenüber, die ein wettbewerbsfähigeres digitales Umfeld schaffen wollen.

Der Ansatz der CMA spiegelt einen breiteren Trend in Regulierungskreisen wider, potenziell wettbewerbsschädigendes Verhalten auf digitalen Märkten anzugehen.

Da weltweit ähnliche Bedenken aufkommen, könnte die Reaktion Großbritanniens einen Präzedenzfall für andere Gerichtsbarkeiten schaffen, die sich mit den Komplexitäten der Marktdominanz des Technologiegiganten auseinandersetzen.