Invezz

Die USA werden 29 weitere chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste setzen. Hier ist der Grund

Die USA werden 29 weitere chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste setzen. Hier ist der Grund
Harsh Vardhan
22. Nov. 2024, 13:04 PM
  • Die USA setzen 29 chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste für Zwangsarbeit gemäß UFLPA.
  • Auf der schwarzen Liste stehen Landwirtschafts-, Bergbau- und Metallunternehmen mit Verbindungen zu Xinjiang.
  • Seit Beginn der UFLPA-Durchsetzung im Jahr 2022 wurden Lieferungen im Wert von 3,66 Milliarden US-Dollar blockiert.

Die Biden-Regierung will Importe von 29 chinesischen Unternehmen blockieren, weil diese angeblich mit Zwangsarbeit in der chinesischen Region Xinjiang in Verbindung stehen.

Dieser Schritt stellt die bislang größte Ausweitung der schwarzen Liste des Uyghur Forced Labor Prevention Act (UFLPA) dar, mit dem Menschenrechtsbedenken und unfaire Handelspraktiken thematisiert werden sollen.

Durch diese Neuzugänge erhöht sich die Gesamtzahl der Unternehmen auf der schwarzen Liste auf über 100 und deckt Sektoren wie Landwirtschaft, Bergbau und Metalle ab.

Die Einfuhr von Waren dieser Unternehmen in die USA wird grundsätzlich untersagt, es sei denn, die Importeure können nachweisen, dass sie nicht mit Zwangsarbeit in Verbindung stehen.

Xinjiang und die Durchsetzung des UFLPA

Xinjiang, ein wichtiger Produktionsstandort für Baumwolle, Tomaten und Solarpanelkomponenten, stand im Mittelpunkt des US-Vorgehens gegen Zwangsarbeit.

Das UFLPA, das 2021 in Kraft trat und seit 2022 in Kraft ist, ist zu einem Eckpfeiler der Handelspolitik der Biden-Regierung mit China geworden.

Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas betonte die Entschlossenheit der Regierung, Organisationen für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen.

„Unsere Durchsetzungsbemühungen waren noch nie so stark“, erklärte er.

Seit Inkrafttreten des Gesetzes wurden nach Angaben des US-Zoll- und Grenzschutzes Lieferungen im Wert von rund 3,66 Milliarden US-Dollar blockiert oder verzögert.

Viele Unternehmen waren gezwungen, ihre Lieferketten neu zu bewerten, um die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.

China hat die Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang wiederholt zurückgewiesen und die UFLPA als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes bezeichnet.

Auswirkungen auf Schlüsselindustrien

Die neu hinzugekommenen Unternehmen sind überwiegend in der Landwirtschaft tätig, umfassen aber auch Unternehmen, die im Bergbau und in der Metallverhüttung wie Aluminium und Lithium tätig sind.

Diese Branchen spielen in den globalen Lieferketten eine entscheidende Rolle, insbesondere im Bereich der Technologien für erneuerbare Energien.

Durch verstärkte Durchsetzung wollen die USA verhindern, dass Güter, die mit Zwangsarbeit in Verbindung stehen, auf ihre Märkte gelangen.

Dies könnte allerdings die Lieferketten belasten und zu einer verstärkten Kontrolle von Unternehmen mit Verbindungen in die Region führen.

Kritiker argumentieren, dass die Regierung die schwarze Liste noch weiter ausbauen und strengere Maßnahmen durchsetzen sollte.

Mayorkas verteidigte den aktuellen Ansatz mit den Worten: „Wir haben unglaubliche Fortschritte bei unseren Ermittlungsmöglichkeiten gemacht und nutzen zunehmend Technologien, um problematische Lieferanten zu identifizieren.“

Politische und globale Auswirkungen

Die Maßnahme vom Freitag spiegelt die parteiübergreifende Unterstützung für die Auseinandersetzung mit dem Problem der Zwangsarbeit wider.

Das UFLPA, das mit nahezu einstimmiger Zustimmung des Kongresses verabschiedet wurde, hat die USA dazu gezwungen, eine harte Haltung gegenüber Menschenrechtsverletzungen einzunehmen und gleichzeitig die Handelsbeziehungen mit China zu verkomplizieren.

Senator Marco Rubio, einer der Initiatoren des Gesetzentwurfs, drängte auf eine strengere Durchsetzung und schloss sich damit den Forderungen anderer Parlamentarier nach aggressiveren Maßnahmen an.

Die jüngsten Ergänzungen der schwarzen Liste könnten eine der letzten großen Maßnahmen im Rahmen des derzeitigen Durchsetzungsrahmens der Biden-Regierung sein.

Ausblick für Unternehmen und Welthandel

Die Durchsetzung des UFLPA zwingt Unternehmen dazu, die Transparenz ihrer Lieferketten zu erhöhen, da sie sonst Gefahr laufen, dass ihren Lieferungen die Einfuhr in die USA verweigert wird.

Der Einsatz moderner Technologien zur Rückverfolgung von Waren zu ihrem Ursprung könnte zur Standardpraxis für die Einhaltung von Vorschriften werden.

Da die Spannungen zwischen den USA und China nach wie vor hoch sind, unterstreicht die Ausweitung der schwarzen Liste, wie schwierig es ist, Menschenrechtsbelange mit der Wirtschafts- und Handelspolitik in Einklang zu bringen.