Goldman Sachs warnt: Trumps Zölle auf Kanada könnten Auswirkungen auf US-Verbraucher und Ölraffinerien haben

Goldman Sachs warnt: Trumps Zölle auf Kanada könnten Auswirkungen auf US-Verbraucher und Ölraffinerien haben
Sayantan Sarkar
27. Nov. 2024, 16:22 PM
  • Goldman Sachs sagte, Trumps Zölle auf Kanada und Mexiko könnten die lokalen Treibstoffpreise erhöhen und so den Verbrauchern schaden.
  • Der US-Energiesektor ist davon überzeugt, dass die Zölle den Vorsprung Amerikas als führender Hersteller flüssiger Brennstoffe untergraben könnten.
  • Laut Commerzbank AG dürfte Trumps Politik die Öl- und Gasproduktion in den USA ankurbeln.

Goldman Sachs warnte, dass Trumps Zölle auf kanadische Waren die US-Verbraucher erheblich schädigen könnten.

Reuters berichtete am Dienstag, dass die von Trump vorgeschlagenen 25-prozentigen Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko auch Rohöl einschließen würden.

US-Raffinerien importieren große Mengen an Rohölprodukten aus Kanada.

Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde beliefen sich die Rohölimporte aus Kanada in der Woche bis zum 15. November auf 3,86 Millionen Barrel pro Tag.

Ebenso beliefen sich die Importe aus Mexiko in der gleichen Woche auf 768.000 Barrel pro Tag.

Nach Angaben des US-Energieministeriums entspricht dies etwa 25 Prozent der Rohölversorgung des Landes.

Laut Reuters äußerte die Ölindustrie Bedenken, dass die geplanten Zölle den US-Verbrauchern, dem Energiesektor und sogar der nationalen Sicherheit schaden könnten.

Einem Reuters-Bericht zufolge sind viele Raffinerien in den USA speziell auf die Verarbeitung von Rohöl aus Mexiko und Kanada ausgerichtet. Die vorgeschlagenen Zölle könnten diese Raffinerien erheblich beeinträchtigen.

Zölle erhöhen die lokalen Kraftstoffpreise

Die US-Verbraucher reagieren weiterhin sehr empfindlich auf die Benzinpreise im Land.

Daan Struyven, Leiter der Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, wies darauf hin, dass ein 25-prozentiger Zoll auf kanadische Importe die Treibstoffpreise in den USA wahrscheinlich in die Höhe treiben würde.

Laut Struyven könnte die Erhöhung der Zölle potenziell Auswirkungen auf drei Gruppen haben: US-Verbraucher, Raffinerien und kanadische Ölproduzenten.

Struyven äußerte sich jedoch skeptisch hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit solcher Zölle, da Trumps Schwerpunkt auf niedrigen inländischen Treibstoffpreisen liege, so Reuters.

Der CEO der Canadian Association of Petroleum Producers warnte, dass die Einführung von Zöllen zu höheren Energie- und Benzinkosten für die US-Verbraucher führen würde.

Energiesektor lehnt Trumps Zölle ab

In einem Bruch mit der Tradition äußerten US-Ölhandelsgruppen ihre Bedenken über Trumps geplante Zollerhöhungen.

„Eine pauschale Handelspolitik, die die Kosten für Importe in die Höhe treibt, die verfügbaren Vorräte an Ölrohstoffen und -produkten verringert oder Vergeltungszölle provoziert, könnte sich auf die Verbraucher auswirken und unseren Vorsprung als weltweit führender Hersteller von Flüssigbrennstoffen untergraben“, sagte ein Vertreter der American Fuel and Petrochemical Manufacturers gegenüber Reuters.

Der US Petrochemical Association betonte zudem, dass er die Regierung auch weiterhin dazu drängen werde, keine Politik dieser Art zu betreiben, die Amerikas Energievorteil schädigen könnte.

Trumps Politik zur Steigerung der Inlandsproduktion

Bereits wenige Tage nach dem Amtsantritt des designierten Präsidenten Trump sollen nach Angaben der Commerzbank AG Maßnahmen zur Steigerung der US-Öl- und Gasproduktion ergriffen werden.

Dazu gehören Ölbohrungen vor der Küste der USA und auf bundeseigenem Boden sowie die Wiederauffüllung der strategischen Ölreserven (SPR).

Der Rohstoffanalyst der Commerzbank AG, Carsten Fritsch, sagte in einem Bericht:

Fritsch glaubt, dass diese Maßnahmen die Öl- und Gasproduktion in den USA mittel- bis langfristig steigern würden. Allerdings müsse sich dies nicht unbedingt in höheren Exporten niederschlagen, da auch der US-Verbrauch steigen dürfte, fügte er hinzu.