Bank of Korea verspricht kurzfristige Liquiditätsspritze zur Stabilisierung des Devisenmarktes inmitten politischer Turbulenzen in Südkorea

Bank of Korea verspricht kurzfristige Liquiditätsspritze zur Stabilisierung des Devisenmarktes inmitten politischer Turbulenzen in Südkorea
Srinibas Rout
04. Dez. 2024, 07:45 AM
  • Die Bank von Korea berief am frühen Mittwoch eine außerordentliche Vorstandssitzung ein, um die Auswirkungen der Turbulenzen zu beurteilen.
  • Die politische Instabilität löste Schockwellen auf den globalen Märkten aus.
  • Die Interventionen der BOK zielen darauf ab, das Vertrauen in die südkoreanische Wirtschaft wiederherzustellen.

Als Reaktion auf die jüngsten politischen Unruhen in Südkorea kündigte die Bank of Korea (BOK) am Mittwoch ihre Absicht an, die kurzfristige Liquidität zu erhöhen und die Devisenmärkte nach Bedarf zu stabilisieren.

Die proaktiven Maßnahmen der Zentralbank folgen einer dramatischen Abfolge von Ereignissen, zu denen auch die überraschende Ausrufung des Kriegsrechts durch Präsident Yoon Suk Yeol und deren rasche Aufhebung durch die Nationalversammlung gehört.

Die Bank of Korea berief am frühen Mittwoch eine außerordentliche Vorstandssitzung ein, um die finanziellen Auswirkungen der Turbulenzen zu beurteilen. Im Anschluss an die Sitzung veröffentlichte die Zentralbank eine Erklärung, in der sie versprach, bei Bedarf durch Sonderkredite Geld in den Markt zu pumpen.

„Wie gemeinsam mit der Regierung angekündigt, werden wir für eine begrenzte Zeit ausreichend Liquidität bereitstellen, bis sich die Finanz- und Devisenmärkte stabilisieren“, erklärte die BOK.

Der südkoreanische Finanzminister Choi Sang-mok schloss sich der Entschlossenheit der Zentralbank an und versprach koordinierte Maßnahmen zur Beruhigung der Marktvolatilität.

Südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde investiert 7,07 Milliarden Dollar

Lokale Berichte von Yonhap News enthüllten, dass die Finanzaufsichtsbehörde des Landes bereit sei, bei Bedarf 10 Billionen Won (7,07 Milliarden Dollar) in einen Fonds zur Stabilisierung des Aktienmarkts zu investieren.

Das politische Chaos begann am späten Dienstag, als Präsident Yoon als Reaktion auf die eskalierenden inneren Spannungen das Kriegsrecht verhängte und die Streitkräfte mobilisierte.

Innerhalb weniger Stunden intervenierte jedoch die Nationalversammlung, hob die Erklärung auf und zwang Yoon, den Befehl am frühen Mittwoch zurückzunehmen. Die eingesetzten Militäreinheiten wurden inzwischen abgezogen.

Marktanalysten bleiben hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen dieser Ereignisse vorsichtig optimistisch.

„Unserer Ansicht nach könnten die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte nur von kurzer Dauer sein, da die Unsicherheiten im politischen und wirtschaftlichen Umfeld durch proaktive politische Maßnahmen schnell gemildert werden könnten“, stellten die Analysten von Citi in einem Kundenbericht fest.

Die politische Instabilität löste Schockwellen auf den globalen Märkten aus; die südkoreanischen Aktienkurse erlebten am Dienstag starke Schwankungen.

Der iShares MSCI South Korea ETF (EWY), ein wichtiger Index, der über 90 große und mittelgroße südkoreanische Unternehmen abbildet, stürzte während des US-Handels um 7 % ab und erreichte ein 52-Wochen-Tief. Später konnte er seine Verluste wieder reduzieren und schloss mit einem Minus von 1,6 %, als sich die Nachricht von der Aufhebung des Kriegsrechts verbreitete.

Diese Turbulenzen folgen einer überraschenden Entscheidung der koreanischen Notenbank von letzter Woche, den Leitzins um 25 Basispunkte zu senken. Ziel dieser Maßnahme war die Stützung der Wirtschaft angesichts steigender Inflation und globaler Unsicherheit.

Die Kombination aus geldpolitischer Lockerung und gezielten Liquiditätsmaßnahmen zeigt, dass die Zentralbank bereit ist, die südkoreanischen Finanzmärkte vor anhaltender Instabilität zu bewahren.

Die Interventionen der BOK sowie die von der Regierung unterstützten Stabilisierungsbemühungen zielen darauf ab, das Vertrauen in die südkoreanische Wirtschaft wiederherzustellen.

Zwar hat die kurzfristige Volatilität die Anleger verunsichert, doch Marktexperten sind überzeugt, dass rasche politische Maßnahmen die langfristigen Auswirkungen begrenzen könnten.

Da Südkorea ein zentraler Akteur im globalen Halbleiter- und Technologiesektor ist, wird die Stabilität seiner Finanzmärkte in den kommenden Tagen aufmerksam beobachtet.