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Chinesische Industriegruppen behaupten, US-Chips seien „nicht mehr sicher“: hier ist der Grund

Chinesische Industriegruppen behaupten, US-Chips seien „nicht mehr sicher“: hier ist der Grund
Srinibas Rout
04. Dez. 2024, 06:38 AM
  • Vier führende chinesische Industrieverbände haben einheimischen Unternehmen geraten, den Kauf von US-Chips zu überdenken.
  • Die Warnung erfolgte unmittelbar nachdem die USA ihre dritte Reihe von Exportbeschränkungen verhängt hatten.
  • Die Internet Society of China ermutigte Unternehmen, „proaktiv“ lokal produzierte Halbleiterchips einzusetzen.

In einer scharfen Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China im Technologiesektor haben vier führende chinesische Industrieverbände den heimischen Unternehmen geraten, den Kauf amerikanischer Chips zu überdenken, da diese „nicht mehr sicher“ seien.

Diese seltene, koordinierte Reaktion folgt auf die jüngsten Exportbeschränkungen Washingtons für chinesische Halbleiterunternehmen und belastet das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen den beiden globalen Supermächten zusätzlich.

Der Schritt könnte Auswirkungen auf die großen US-Chiphersteller wie Nvidia, AMD und Intel haben und Fragen über die Zukunft ihrer Position auf dem lukrativen chinesischen Markt aufwerfen.

Chinas Warnung vor US-Chips

Die Warnung der chinesischen Verbände erfolgte kurz nachdem die USA zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren Exportbeschränkungen verhängt hatten.

Am Montag weitete Washington seine Kontrollen auf 140 Unternehmen aus, darunter auch auf die Naura Technology Group, einen namhaften Hersteller von Chipausrüstung.

Diese Maßnahmen sind Teil einer laufenden Strategie, den technologischen Fortschritt Chinas mit der Begründung einzuschränken, dass es Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit gibt.

Als Reaktion darauf forderten chinesische Verbände aus Branchen wie Telekommunikation, Halbleitern und der digitalen Wirtschaft die lokalen Unternehmen auf, heimischen Chips den Vorzug zu geben oder Alternativen aus anderen Regionen zu erkunden.

Die Internet Society of China forderte über ihren WeChat-Account Unternehmen dazu auf, „proaktiv“ lokal produzierte Halbleiter einzusetzen und ihre Abhängigkeit von US-Lieferanten zu verringern.

Die Warnung könnte das Geschäft der US-Halbleitergiganten wie Nvidia, AMD und Intel beeinträchtigen, die trotz Exportbeschränkungen in der Vergangenheit eine starke Präsenz in China aufrechterhalten haben.

Die Semiconductor Industry Association (SIA), ein US-Handelsverband, wies die Behauptungen zurück, amerikanische Chips seien unsicher, und erklärte: „Die koordinierten Forderungen Chinas, die Beschaffung amerikanischer Chips einzuschränken, sind weder hilfreich noch unzutreffend.“

Die SIA betonte außerdem die Bedeutung gezielter Exportkontrollen, die spezifische Sicherheitsbedenken berücksichtigen, und forderte beide Länder auf, den Konflikt zu deeskalieren, um weitreichende wirtschaftliche Folgen zu verhindern.

Chinas Exportverbot für Seltene Erden

Die Spannungen werden noch dadurch verschärft, dass Peking den Export wichtiger Seltenerdmineralien, die in militärischen Anwendungen, Solarzellen und Glasfaserkabeln verwendet werden, verboten hat.

Dieser Schritt wird als direkte Vergeltungsmaßnahme gegen die US-Handelspolitik angesehen.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses reagierte darauf mit der Ankündigung, man werde von weiteren „Zwangsmaßnahmen“ seitens China absehen und die Bemühungen beschleunigen, die Lieferketten zu diversifizieren und sie von der chinesischen Dominanz abzukoppeln.

Die Warnungen spiegeln frühere Maßnahmen gegen US-Unternehmen wie Micron wider, das in China einer Überprüfung seiner Cybersicherheit und schließlich Beschränkungen ausgesetzt war.

Ebenso ist Intel von chinesischen Cybersicherheitsbehörden wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit ins Visier genommen worden.

Solche Maßnahmen deuten auf eine umfassendere Strategie Pekings hin, die US-Dominanz in entscheidenden Technologiesektoren herauszufordern.

Während beide Länder ihre Schutzmaßnahmen verdoppeln, sind die Unternehmen auf beiden Seiten des Pazifiks mit zunehmender Unsicherheit konfrontiert.

Während China auf inländische Innovationen drängt, werden US-Unternehmen wahrscheinlich neue Märkte erschließen, um potenzielle Verluste auszugleichen.

Der eskalierende Handelskrieg könnte die globale Halbleiterlandschaft neu definieren und sich auf Lieferketten und Investitionsentscheidungen weltweit auswirken.