Ölpreise stabil aufgrund steigender Nachfrage aus China und geopolitischer Spannungen

Ölpreise stabil aufgrund steigender Nachfrage aus China und geopolitischer Spannungen
Sayantan Sarkar
11. Dez. 2024, 10:28 AM
  • Die Ölpreise stiegen am Mittwoch, da die Hoffnungen auf eine Belebung der Nachfrage aus China die Stimmung ankurbelten.
  • Im November stiegen Chinas Ölimporte im Vergleich zum Vorjahr erstmals seit sechs Monaten an.
  • Das chinesische Politbüro hat am Montag eine expansive Geldpolitik beschlossen, um die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln.

Die Ölpreise stiegen am Mittwoch, da die Anleger auf eine Erholung der Nachfrage aus China hofften, nachdem Peking angekündigt hatte, eine lockere Geldpolitik einzuführen, um seine Wirtschaft anzukurbeln.

Die verschärften geopolitischen Spannungen haben auch Bedenken hinsichtlich der Ölversorgung aus dem Nahen Osten geweckt.

China ist der weltweit größte Importeur von Rohöl, und eine expansive Geldpolitik könnte das Wirtschaftswachstum des Landes ankurbeln.

Dies würde zu einer höheren Nachfrage nach Rohstoffen wie Rohöl führen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels lag der Preis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate an der New York Mercantile Exchange bei 68,81 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 0,3 %.

Auch der Brent-Rohölpreis an der Intercontinental Exchange stieg um 0,3 % auf 72,42 US-Dollar pro Barrel.

Zu Beginn der Woche stiegen die Ölpreise stark an, nachdem das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad von Rebellen gestürzt worden war.

„Eine höhere Risikoprämie beim Ölpreis ist daher gerechtfertigt“, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG, in einem Bericht.

Chinas Politbüro signalisiert weitere Unterstützung

Das Politbüro Chinas, das Gremium aus 24 hochrangigen Politikern der Kommunistischen Partei, tagte am Montag und beschloss, dass die Geldpolitik expansiver werden sollte.

China kämpft seit Beginn des Jahres mit seiner Wirtschaft.

Dies belastete die Nachfrage nach Rohöl und die Importe.

Neuere Daten zeigen jedoch, dass die Ölimporte im November gestiegen sind, was die Stimmung auf dem Ölmarkt ankurbelte.

Laut der chinesischen Zollbehörde beliefen sich die Importe auf 48,5 Millionen Tonnen oder 11,8 Millionen Barrel pro Tag.

Dies war ein Anstieg von 14 % gegenüber dem Vorjahr und das höchste Volumen in einem Monat seit August 2023.

Außerdem waren die Importe im vergangenen Monat erstmals seit April höher als im Vorjahreszeitraum.

Fritsch fügte hinzu:

Geopolitische Spannungen bestimmen die Stimmung

Unterdessen führten die verschärften Spannungen im Nahen Osten zu einem Anstieg der Risikoprämie für Ölpreise.

Nach dem Sturz des syrischen Präsidenten al-Assad ist unklar, wer die entstandene Machtlücke füllen wird.

„Das weckt natürlich auch Erinnerungen an den Sturz der langjährigen Herrscher im Irak 2003 und in Libyen 2011, woraufhin beide Länder in Chaos versanken“, sagte Fritsch von der Commerzbank.

Obwohl diese beiden Länder keine großen Ölförderländer sind, ist ihre Lage im Nahen Osten für die Stabilität der Region von großer Bedeutung, so Fritch.

Berichten zufolge führte Israel am Wochenende erstmals seit 50 Jahren Luftangriffe in ganz Syrien durch und entsandte Truppen über eine entmilitarisierte Pufferzone hinaus.

Saudi-Arabien senkt im Januar die Verkaufspreise für Ölexporte

Saudi-Arabien hat laut Commerzbank im Januar seine offiziellen Verkaufspreise für Rohöl an Kunden in Asien auf ein Vierjahrestief gesenkt.

Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 1,70 Dollar im Dezember und der niedrigste Wert seit Januar 2021, teilte die deutsche Bank mit.

Auch für Kunden in Europa wurde der Preis aufgrund der schwachen Konjunktur deutlich gesenkt.

Die Preise für die USA blieben unverändert, da die Nachfrage in den Regionen weiterhin robust war.