Moody's stuft sieben französische Banken ab, da die Staatsverschuldung 3,2 Billionen Euro erreicht

Moody's stuft sieben französische Banken ab, da die Staatsverschuldung 3,2 Billionen Euro erreicht
Diya Poddar
19. Dez. 2024, 11:54 AM
  • Die Staatsverschuldung Frankreichs erreicht 3,2 Billionen Euro, das Haushaltsdefizit beträgt 2024 6,1 %.
  • Ausländische Investoren halten 50 % der französischen Schulden, was das Risiko einer Marktvolatilität erhöht.
  • Die Kreditkosten für Frankreich übersteigen erstmals seit 2010 die Kosten für Griechenland.

Moody's hat die Ratings von sieben großen französischen Banken herabgestuft, darunter BNP Paribas und Credit Agricole. Als Begründung nannte das Rating-Unternehmen die steigende Staatsverschuldung und die politische Dysfunktion, die sich bis 2025 fortsetzen könnte.

Der Schritt spiegelt die wachsende Besorgnis über die Fähigkeit Frankreichs wider, seine wachsende Schuldenlast von 3,2 Billionen Euro angesichts der verschlechterten Haushaltslage und einer zersplitterten Regierung zu bewältigen.

Diese Entwicklung erfolgt kurz nachdem Moody's das Rating der französischen Staatsverschuldung von Aa2 auf Aa3 herabgestuft hat.

Die Agentur begründete die Herabstufung mit der Unsicherheit hinsichtlich der Fähigkeit der Regierung, angesichts steigender Kreditkosten und politischer Instabilität fiskalische Reformen durchzuführen und die Defizite einzudämmen.

Da ausländische Investoren fast die Hälfte der französischen Staatsverschuldung halten, unterstreicht diese Situation den fragilen Zustand des Finanzsystems des Landes.

Rekordverschuldung und zerrüttetes politisches Klima

Die Staatsverschuldung Frankreichs erreichte im zweiten Quartal 2024 einen nie dagewesenen Wert von 3,2 Billionen Euro, und das Haushaltsdefizit stieg auf 6,1 % – weit über das EU-Ziel von 3 %.

Moody’s warnte vor einem Teufelskreis: steigende Defizite, höhere Schuldendienstkosten und höhere jährliche Kreditaufnahmeanforderungen.

Die politische Unruhe verschärft das Problem noch weiter.

Der Zusammenbruch der Regierung von Michel Barnier im Dezember nach einem gescheiterten Versuch, ein Haushaltsdefizit zu reduzieren, hat das Land in eine politische Sackgasse gestürzt.

Die rechtsextreme Partei „Nationale Sammlung“ von Marine Le Pen und linke Bündnisse blockieren weiterhin wichtige Reformen.

Die Ernennung von François Bayrou zum neuen Premierminister durch Emmanuel Macron hat kaum dazu beigetragen, das Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung zu stärken, die Pattsituation zu durchbrechen.

Moody's betonte, dass die politische Zersplitterung die Wahrscheinlichkeit sinnvoller Haushaltsreformen verringere und das Vertrauen der internationalen Gläubiger in die französischen Staatsfinanzen weiter untergrabe.

Französische Banken stehen vor begrenztem Ansteckungsrisiko

Trotz der Herabstufung hob Moody's die Prognose für französische Banken von negativ auf stabil an, was auf eine begrenzte direkte Exposition gegenüber der Staatsverschuldung hindeutet.

Die französischen Banken halten relativ kleine Mengen Staatsanleihen, was das Risiko einer erheblichen Ansteckung verringert, falls ausländische Investoren die französischen Anleihemärkte verlassen.

Die steigenden Kreditkosten bleiben ein Problem.

Ende November übertrafen die französischen Kreditzinsen erstmals seit der Staatsschuldenkrise die griechischen. Dies ist ein Zeichen für die abnehmende fiskalische Glaubwürdigkeit.

Ausländische Investoren, die rund 50 % der französischen Staatsverschuldung halten, erhöhen die Anfälligkeit noch weiter.

Im Vergleich zu inländischen Investoren reagieren ausländische Gläubiger eher negativ auf politische Instabilität und könnten die Krise verschärfen, wenn sie ihre Gelder abziehen.

Was spiegelt diese Herabstufung wider?

Die Herabstufung spiegelt nicht nur die unmittelbaren politischen Spannungen wider, sondern signalisiert auch eine düstere langfristige Prognose für die finanzielle Stabilität Frankreichs.

In der Erklärung von Moody's wurde hervorgehoben, dass das Land ohne bedeutende Reformen einer anhaltenden fiskalischen Verschlechterung gegenübersteht.

Obwohl französische Banken durch den Kauf zusätzlicher Staatsanleihen eine Pufferfunktion übernehmen könnten, bleibt die Wirtschaft insgesamt in einer prekären Lage.

Die Kombination aus Rekordverschuldung, politischer Lähmung und sinkender fiskalischer Glaubwürdigkeit bringt Frankreich an einen Scheideweg.

Die Bewältigung der Finanzkrise erfordert nicht nur fiskalische Reformen, sondern auch einen politischen Konsens – eine große Herausforderung im aktuellen Klima.