Warum der südkoreanische Won heute seinen Tiefststand seit 15 Jahren erreicht hat

Warum der südkoreanische Won heute seinen Tiefststand seit 15 Jahren erreicht hat
Diya Poddar
19. Dez. 2024, 07:28 AM
  • Die Währung ist seit Jahresbeginn um 11 % gefallen, was den schlechtesten Wert unter den asiatischen Märkten darstellt.
  • Der KOSPI-Index fällt um 2 %, da ausländische Investoren Aktien verkaufen.
  • Im Dezember verlor der Won gegenüber dem US-Dollar 3,9 % und setzte seinen Abwärtstrend fort.

Der südkoreanische Won fiel am Donnerstag auf seinen schwächsten Stand seit 15 Jahren, was auf erhöhte wirtschaftliche und politische Risiken zurückzuführen ist.

Der Wechselkurs lag bei 1.449,9 pro Dollar im frühen Onshore-Handel, was einem Rückgang von 0,96 % gegenüber der vorherigen Sitzung entspricht.

Dies ist der niedrigste Stand des Won seit März 2009.

Der Rückgang kommt, nachdem die US-Notenbank einen vorsichtigen Ansatz bei künftigen Zinssenkungen gewählt hat, gepaart mit der innenpolitischen Instabilität, die durch den umstrittenen Kriegsrechtbefehl von Präsident Yoon Suk Yeol Anfang des Monats entstanden ist.

Der Won hat sich seit Jahresbeginn um 11 % abgeschwächt und ist damit die am schlechtesten abschneidende asiatische Währung des Jahres 2024.

Die Falkenhaltung der US-Notenbank erhöht den Druck

Am Mittwoch senkte die US-Notenbank die Zinsen wie erwartet, doch die Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell signalisierten, dass weitere Zinssenkungen von anhaltenden Fortschritten bei der Inflationsbekämpfung abhängen würden.

Diese Falkenhaltung stärkte den Dollar und verschärfte den Rückgang des Won.

Der Dollar-Index, der den US-Dollar gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, stieg auf ein Zweijahreshoch von 108,086 und legte damit um 0,05 % zu. Er erreichte damit den höchsten Stand seit November 2022.

Die südkoreanische Zentralbank hat erhebliche Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum des Landes signalisiert, was den Druck auf die Währung verschärft.

Die Bank of Korea hat auf die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der am 3. Dezember erlassenen Kriegsrechtsverordnung hingewiesen und gewarnt, dass die Wachstumsprognosen des Landes für die Jahre 2024 und 2025 erheblichen Abwärtskorrekturen unterliegen könnten.

Der Rückgang des Won setzt sich im dritten Monat in Folge fort und fiel im Dezember gegenüber dem Dollar um 3,9 %.

Politische Instabilität untergräbt das Vertrauen der Investoren

Die politische Lage in Südkorea hat das Vertrauen der Anleger weiter gedämpft.

Die kurzzeitige Verhängung des Kriegsrechts durch Präsident Yoon Anfang dieses Monats hat Bedenken hinsichtlich der Regierungsführung und Stabilität geweckt.

Diese politische Unsicherheit hat zu einem Rückgang des Benchmark-Index KOSPI um 2 % beigetragen, da ausländische Investoren ihre Aktien aus Südkorea abstoßen.

Als Reaktion auf die Marktvolatilität versprach der südkoreanische Finanzminister schnelle und entschlossene Eingriffe, falls die Schwankungen auf den Finanzmärkten als übermäßig eingestuft würden.

Zu den in Erwägung gezogenen Maßnahmen zählen Stabilisierungspolitiken zur Eindämmung der Volatilität der Wechselkurse.

Trotz der Zusicherungen der politischen Entscheidungsträger steht der Won unter starkem Druck.

Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Behörden versuchen, den Kurs bei 1.450 zu halten, was es für Händler schwierig macht, gegen die Währung zu wetten.

Die Finanzaufsichtsbehörde Südkoreas hat die lokalen Banken angewiesen, Devisentransaktionen und Kredite flexibel zu verwalten, um den Marktdruck zu lindern.

Die Entwicklung im laufenden Jahr lässt eine düstere Prognose für den Won erwarten.

Die Leistung des Won im Jahr 2024 war die schlechteste seit der globalen Finanzkrise von 2008.

Der Rückgang von 11 % im laufenden Jahr unterstreicht die Anfälligkeit der Währung für externe Schocks und innenpolitische Herausforderungen.

Analysten gehen davon aus, dass der anhaltende Druck durch den starken US-Dollar und die politische Instabilität die Währung in den kommenden Monaten weiter belasten könnte.

Der Abschwung des Won hat sich auch auf die Aktienmärkte Südkoreas ausgewirkt.

Der KOSPI-Index fiel am Donnerstag um 2 %, da ausländische Investoren sich aus den lokalen Aktien zurückzogen.

Dies ist eine Fortsetzung des Abwärtstrends bei den südkoreanischen Aktien, der durch Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Verlangsamung und der Governance-Probleme ausgelöst wurde.