EUR/USD-Prognose für 2025: verliert wichtige Unterstützung, strebt Parität an

EUR/USD-Prognose für 2025: verliert wichtige Unterstützung, strebt Parität an
Crispus Nyaga
30. Dez. 2024, 09:17 AM
  • Der Wechselkurs EUR/USD ist kürzlich unter eine wichtige Unterstützung gefallen.
  • Auf dem Wochenchart bildete sich ein Doppeltop-Chartmuster.
  • Es besteht das Risiko, dass das Paar bis 2025 um 4 % abstürzt und auf das Paritätsniveau sinkt.

Das EUR/USD-Paar hatte 2024 erneut ein schwieriges Jahr, da es aufgrund einer starken Divergenz zwischen Europa und den Vereinigten Staaten um über 5,7 % abstürzte. Am Montagmorgen wurde es zu 1,0427 gehandelt, was einem Rückgang von über 7 % gegenüber dem Jahreshoch entspricht. Diese EUR-zu-USD-Prognose erklärt, warum das Paar 2025 auf Parität steigen könnte.

Divergenz zwischen Europa und den USA

Die in diesem Jahr veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigen, dass sich die europäischen und amerikanischen Volkswirtschaften auseinanderentwickelt haben.

Die US-Wirtschaft entwickelt sich gut, unterstützt durch starke staatliche Konjunkturpakete und Innovationen im Privatsektor. Schätzungen zufolge wird sie in diesem Jahr um 2,7 % wachsen.

Europa hingegen wächst nicht mehr. Die Herbstprognose geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr nur um 0,9 % wachsen wird. Deutschland befindet sich weiterhin in einer Rezession und ist in den letzten vier Jahren nicht gewachsen.

Auch Frankreich wächst nicht und gibt viel mehr Geld aus, als es an Steuern einnimmt. Das Defizit liegt bei über 6 % des BIP.

Es besteht das Risiko, dass die europäische Wirtschaft weiterhin Probleme haben wird, weil ihr ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil fehlt. Der größte Wandel findet derzeit beispielsweise im Automobilsektor statt, wo chinesische Unternehmen wie Li Auto, Nio und BYD sowohl im Inland als auch international Marktanteile gewinnen.

Die Störung des Automobilsektors ist für die europäische Wirtschaft von großer Bedeutung, da er der größte Arbeitgeber in der Region ist. Dazu gehören Top-Unternehmen wie Mercedes-Benz, Stellantis, BMW, Volkswagen und Renault.

Maßnahmen der Fed und der EZB

Diese Divergenz hat sich daher auch in den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) fortgesetzt.

Die Federal Reserve hat in diesem Jahr drei Zinssenkungen vorgenommen, sodass sich die Gesamtsumme der Senkungen auf 1 % beläuft. Beamte haben jedoch auf eine Reduzierung der Anzahl der Senkungen im Jahr 2025 hingewiesen, da potenzielle Inflationsrisiken bestehen.

Die EZB hat die Zinsen auch um 1 % gesenkt und damit angedeutet, dass weitere Senkungen bevorstehen. Analysten gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen bis 2025 auf 1 % senken wird.

Es hofft, dass niedrigere Zinssätze der Wirtschaft durch die Senkung der Kreditkosten für Unternehmen und Privatpersonen einen Schub verleihen werden.

Daher ist das EUR/USD-Paar aufgrund der Zinsdifferenz zwischen der Fed und der EZB eingebrochen.

Außerdem bestehen noch immer Risiken im Zusammenhang mit Donald Trump, der gedroht hat, seinen Handelskrieg wieder aufzunehmen, sobald er Präsident wird. Er warnte, er werde höhere Zölle auf europäische Waren erheben, wenn die EU sich weigere, mehr Energie aus den USA zu kaufen. Infolgedessen sind die Anleger in den sicheren Hafen des US-Dollars geflohen.

Technische Analyse des EUR/USD weist auf einen Absturz unter die Parität hin

Das Wochenchart zeigt, dass das EUR/USD-Paar in den letzten Tagen einen starken Abwärtstrend verzeichnet hat. Dieser Rückgang erfolgte, nachdem ein Doppeltop-Muster um die Marke von 1,1200 gebildet wurde. Ein Doppeltop ist eines der beliebtesten bärischen Signale am Markt.

Das Paar ist unter den 50-Wochen-Durchschnitt gefallen und sogar unter die Halslinie bei 1,0446. Daher wird das Paar im Jahr 2025 wahrscheinlich weiter fallen, wobei der nächste zu beobachtende Punkt das Paritätsniveau bei 1,000 ist, das etwa 4,20 % unter dem aktuellen Niveau liegt. Wenn dies geschieht, wird der nächste zu beobachtende Punkt bei 0,9535 liegen, seinem Tiefstand aus dem Jahr 2022.