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Rückkäufe dominieren 2024: Warum nicht alle Rückkäufe lohnen

Rückkäufe dominieren 2024: Warum nicht alle Rückkäufe lohnen
Vatsala Gaur
30. Dez. 2024, 12:38 PM
  • Unternehmen mit den größten Rückkäufen schneiden schlechter ab und verpassen oft den richtigen Zeitpunkt für ihre Rückkäufe.
  • Vorsichtige Rückkaufstrategien wie die von AutoZone und Etsy steigern den Wert für die Aktionäre.
  • Die steigenden Aktienvergütungen schmälern die Vorteile vieler Rückkaufprogramme.

An der Wall Street wird oft gefeiert, wenn Unternehmen Aktienrückkäufe ankündigen, da dies als Vertrauensbeweis in die Zukunft eines Unternehmens angesehen wird.

Der erfahrene Aktienforscher Bradley Safalow warnt jedoch vor einer möglichen Gefahr.

Ein Bericht von Barron's hat Safalows Argument wiedergegeben, dass Rückkäufe zwar kurzfristig die Aktienkurse ankurbeln können, ihre langfristigen Auswirkungen jedoch oft weniger günstig sind, insbesondere für Unternehmen mit finanziellen oder operativen Schwächen.

Das Rückkaufparadox: Große Ausgaben, enttäuschende Ergebnisse

Die Untersuchungen von Safalow zeigen einen bemerkenswerten Trend: Unternehmen mit den größten Rückkaufprogrammen im S&P 500 haben im letzten Jahrzehnt gegenüber dem breiteren Index unterdurchschnittlich abgeschnitten.

In seiner Mitteilung an die Abonnenten von PAA Research verglich er Aktienrückkäufe mit einem „Zuckerschock“ – einem flüchtigen Anstieg der Aktienkurse, der Unternehmen auf lange Sicht oft schwächer macht.

Von 2019 bis 2023 kauften Unternehmen des S&P 500 Aktien im Wert von unglaublichen 3,5 Billionen US-Dollar zurück.

Ein Großteil dieser Ausgaben konnte jedoch aufgrund des ausgleichenden Effekts steigender Aktienvergütungen die Anzahl der ausstehenden Aktien nicht wesentlich reduzieren.

Nur ein kleiner Prozentsatz der Unternehmen konnte eine Netto-Aktienreduzierung von mehr als 4 % erreichen.

Für Unternehmen mit hoher Verschuldung oder strukturellen Herausforderungen können Aktienrückkäufe eine schlechte Kapitalinvestition sein.

Safalow nennt Beispiele wie ITT Educational Services und Big Lots, die vor ihrer Insolvenz mehr als 1 Milliarde US-Dollar für Rückkäufe ausgaben.

Schlechte Timing: Die Fallstricke von Rückkaufstrategien

Safalows Kritik deckt sich mit akademischen Forschungen und Erkenntnissen erfahrener Investoren wie Leon Cooperman, der schon lange beobachtet hat, dass Unternehmensmanager bei Aktienrückkäufen oft den falschen Zeitpunkt wählen.

Unternehmen kaufen ihre Aktien häufig zu hohen Preisen und ziehen sich dann in Abschwungphasen zurück, wenn die Aktien unterbewertet sind.

„Den meisten Managementteams fehlt ein klares Verständnis des intrinsischen Wertes ihres Unternehmens“, hat Cooperman festgestellt.

Safalow teilt diese Ansicht und betont, dass Rückkäufe idealerweise nur dann erfolgen sollten, wenn die Aktien eines Unternehmens deutlich unterbewertet sind.

Ausreißer bei Rückkäufen: Unternehmen, die es richtig machen

Trotz der allgemeinen Kritik ist es einigen Unternehmen gelungen, Rückkäufe effektiv einzusetzen und so einen erheblichen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen.

Safalow identifiziert Unternehmen wie AutoZone, Dillard's und Build-A-Bear Workshop als vorsichtige Käufer ihrer Aktien.

Diese Unternehmen haben ihre Aktien zu günstigen Zeitpunkten konsequent zurückgekauft und so in den letzten fünf Jahren eine starke Performance im Vergleich zum S&P 500 und dem Russell 2000 erzielt.

Im Dezember veröffentlichte Safalow eine Liste der „Buyback Outliers“ – Unternehmen, die disziplinierte Rückkaufstrategien anwenden, selbst in Zeiten schwacher Märkte.

Um sich zu qualifizieren, müssen diese Unternehmen konsequent einen freien Cashflow erwirtschaften, hohe Kapitalrenditen erzielen und niedrige Aktienbasierte Vergütungsniveaus aufrechterhalten.
Zu den bemerkenswerten Namen auf Safalows Liste gehören:

Charter Communications: Der Kabelbetreiber hat bei seinen Rückkäufen strategisches Timing bewiesen und sich dabei auf einen starken Cashflow gestützt.

Williams-Sonoma: Der Einzelhändler konnte dank disziplinierter Kapitalallokation und vorsichtiger Rückkaufaktivitäten überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.

Etsy und Polaris: Unter den kleineren Unternehmen haben beide Unternehmen Rückkäufe effektiv genutzt, um den Aktionärswert zu steigern.

Aktienbasierte Vergütung: ein übersehener Kostenfaktor

Eine der Hauptbedenken von Safalow ist die Rolle der aktienbasierten Vergütung bei der Verzerrung der wahren Auswirkungen von Aktienrückkäufen.

Viele Unternehmen haben Wall Street erfolgreich davon überzeugt, bei der Berechnung der bereinigten Gewinne die aktienbasierte Vergütung auszuschließen, obwohl dies für die Aktionäre eine echte Kostenbelastung darstellt.

Bei einigen Technologie- und Konsumgüterunternehmen übersteigt die Aktienbasierte Vergütung 15 % des operativen Cashflows und mindert so die Vorteile von Aktienrückkäufen.

Safalow argumentiert, dass Unternehmen diese Kosten häufig durch Aktienrückkäufe verschleiern und so ein irreführendes Bild der finanziellen Gesundheit vermitteln.

Lehren für Investoren

Die Ergebnisse von Safalow bieten Investoren wichtige Erkenntnisse für die Navigation in der Rückkauflandschaft:

Seien Sie skeptisch gegenüber großen Rückkaufprogrammen: Hohe Rückkaufkosten bedeuten nicht unbedingt starke langfristige Renditen.

Bewertung des Zeitpunkts und der Strategie des Managements: Suchen Sie nach Unternehmen, die Aktien zurückkaufen, wenn die Preise niedrig sind, anstatt auf hohe Bewertungen zu warten.

Setzen Sie Cashflow und Kapitalrendite in den Vordergrund: Unternehmen mit disziplinierter Kapitalallokation und begrenzter aktienbasierter Vergütung erzielen mit größerer Wahrscheinlichkeit nachhaltige Renditen.

Für Investoren, die nach Möglichkeiten suchen, könnte Safalows „Nice List“ der Buyback-Ausreißer ein Ausgangspunkt sein.

Diese Unternehmen zeigen, dass Rückkäufe, wenn sie sorgfältig durchgeführt werden, immer noch ein wertvolles Instrument zur Steigerung des Aktionärswerts sein können.