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Polymarket prognostiziert eine 92-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Poilievre Trudeau als kanadischer Premierminister ablösen wird.

Polymarket prognostiziert eine 92-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Poilievre Trudeau als kanadischer Premierminister ablösen wird.
Srinibas Rout
06. Jan. 2025, 19:12 PM
  • Der Anstieg der Quoten erfolgte, nachdem Trudeau nach intensiver Kritik an seiner Führung von seinem Amt zurückgetreten war.
  • Poilievres steigende Popularität ist teilweise auf seine Haltung als lautstarker Gegner der Politik von Trudeau zurückzuführen.
  • Ein wichtiger Streitpunkt ist Poilievres Ablehnung der Schaffung einer digitalen Zentralbankwährung.

Im Zuge des Rücktritts von Justin Trudeau prognostiziert Polymarket nun eine verblüffende Wahrscheinlichkeit von 92 %, dass der konservative Führer Pierre Poilievre ihm als nächster kanadischer Premierminister nachfolgen wird.

Dieser Anstieg der Quoten erfolgte, nachdem Trudeau nach intensiver Kritik an seiner Führung und der Liberalen Partei von seinem Amt zurückgetreten war.

Bei einer Pressekonferenz bestätigte der 53-jährige Trudeau seine Entscheidung und sagte:

„Ich beabsichtige, als Parteichef und als Premierminister zurückzutreten, nachdem die Partei ihren nächsten Vorsitzenden durch ein solides Verfahren gewählt hat.“

Er gab auch bekannt, dass das kanadische Parlament bis März aufgelöst werden würde, was die Gesetzgebungstätigkeit während dieser Übergangszeit effektiv unterbrechen würde.

Der Rücktritt, der das Ende von Trudeaus neunjähriger Amtszeit markiert, hat den Weg für einen großen Wandel in der kanadischen Politik geebnet, wobei Poilievre als Spitzenkandidat auftritt.

Die Nutzer von Polymarket, die auf politische Ergebnisse wetten, schlossen sich Poilievre schnell im Wettabkommen „Nächster Premierminister Kanadas“ an, das ein Handelsvolumen von über 260.800 US-Dollar aufweist.

Den neuesten Daten von Polymarket zufolge besteht nun eine 92-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Poilievre spätestens im Oktober 2025 zum nächsten kanadischen Premierminister gewählt wird.

Poilievres steigende Popularität ist teilweise auf seine Haltung als lautstarker Gegner der Politik von Trudeau zurückzuführen.

Ein wichtiger Streitpunkt ist Poilievres Ablehnung der Schaffung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC), einer digitalen Version staatlich gestützter Währung.

Poilievre hat sich gegen eine CBDC ausgesprochen und betont, wie wichtig es sei, Bargeld in physischer Form zu erhalten und die Privatsphäre der Kanadier zu schützen. Seine Haltung fand breite Zustimmung, insbesondere nachdem die Bank of Canada im September ihre Pläne für die Entwicklung einer CBDC zurückgenommen hatte.

Darüber hinaus haben Poilievres pro-Bitcoin-Ansichten und sein Einsatz dafür, Kanada zu einem globalen Marktführer in der Blockchain-Technologie zu machen, seine Popularität weiter gesteigert, obwohl er von einigen politischen Gegnern kritisiert wurde.

Trudeaus sinkende Unterstützung

Die Entscheidung folgt auf wochenlange Spekulationen, die durch Berichte der heimischen Medien angeheizt wurden, wonach Trudeau vor einer entscheidenden Sitzung des nationalen Caucus am Mittwoch zurücktreten wollte.

Seine Führung wird intensiv unter die Lupe genommen, und die Zustimmung der Wähler sowohl zu ihm als auch zur Liberal Party ist auf ein historisch niedriges Niveau gesunken.

Laut aktuellen Umfragen von Angus Reid liegt die Unterstützung für die Liberalen bei nur 16 %, dem schwächsten Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2014. Die oppositionelle Konservative Partei unter der Führung von Pierre Poilievre liegt dagegen mit 20 % deutlich vorn.

Trudeaus politische Probleme verschärften sich nach dem plötzlichen Rücktritt von Vizepremierministerin und Finanzministerin Chrystia Freeland im Dezember.

Freeland, eine enge Verbündete von Trudeau, verwies auf unüberbrückbare Differenzen hinsichtlich der Reaktion Kanadas auf die Handelspolitik der USA unter der künftigen Trump-Regierung.

Ihr Ausscheiden war ein schwerer Schlag für die Regierung und zwang Trudeau, Dominic LeBlanc als ihren Nachfolger zu ernennen.

Freelands Rücktritt verdeutlichte die internen Spannungen innerhalb der Regierung von Trudeau, die sich über die Frage stritten, wie man auf die „America First“-Politik der Vereinigten Staaten unter dem gewählten Präsidenten Donald Trump reagieren sollte.

Freeland hatte vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Herausforderungen gewarnt, die sich aus möglichen US-Zöllen ergeben könnten, und eine stärkere Haltung zum Schutz kanadischer Arbeitsplätze und Investitionen gefordert.