AMD steht vor Abstufungen durch Analysten: Könnte die Chip-Serie MI350 die Aktienleistung steigern?

AMD steht vor Abstufungen durch Analysten: Könnte die Chip-Serie MI350 die Aktienleistung steigern?
Vatsala Gaur
16. Jan. 2025, 20:34 PM
  • Wolfe Research, Goldman Sachs und HSBC senken die Bewertungen von AMD aufgrund schwacher Umsätze mit KI-GPUs und wettbewerbsbedingter Herausforderungen.
  • Die Einführung des MI350-Chips von AMD Ende 2025 könnte eine mögliche Erholung ankurbeln.
  • Dell wird AMD-Prozessoren für Firmen-PCs einsetzen und damit ein Wachstum seines Marktanteils signalisieren.

Advanced Micro Devices (AMD) erhielt am Donnerstag eine weitere Herabstufung, wenige Tage nachdem Goldman Sachs und HSBC die Aktie herabgestuft hatten.

Der Analyst Chris Caso von Wolfe Research hat AMD am Donnerstag von „Kaufen“ auf „Peer Perform“ herabgestuft.

Caso senkte auch seine Bewertung der AMD-Aktien und entfernte sein Kursziel von 210 USD.

Die Aktien von Halbleiterherstellern wie Nvidia, Marvell Technology und Applied Materials legten nach dem Gewinnbericht von Taiwan Semiconductor Manufacturing am Donnerstag zu.

Die Aktie von AMD blieb jedoch hinterher und fiel im Vormittagshandel um 0,1 % auf 119,83 $.

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AMDs GPU-Umsatz im Rechenzentrum liegt unter den Erwartungen

Wolfe Research hat AMD herabgestuft, nachdem es seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das erste Quartal nach unten korrigiert hatte.

Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatz von 6,6 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 80 Cent pro Aktie, gegenüber 7,04 Milliarden US-Dollar bzw. 93 Cent pro Aktie zuvor.

Diese überarbeiteten Zahlen liegen unter dem Konsens der Wall Street von 7,04 Milliarden Dollar und 95 Cent pro Aktie.

Die Herabstufungen sind auf einen schwächer als erwarteten Umsatz mit GPUs für Rechenzentren zurückzuführen, einem wichtigen Bestandteil der AMD-Produktlinie für KI-Workloads.

Grafikprozessoren (GPUs) sind für das Training von maschinellen Lernmodellen von entscheidender Bedeutung, aber Wolfe Research wies darauf hin, dass das GPU-Geschäft von AMD für Rechenzentren „unter den Erwartungen liegt“.

Das Unternehmen senkte außerdem seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 29,9 Milliarden US-Dollar, was einen deutlichen Rückgang gegenüber der vorherigen Prognose von 33,6 Milliarden US-Dollar darstellt. Als Gründe dafür nannte es die schwache PC-Saisonalität, die Schwäche der Spieleumsätze und den Wettbewerbsdruck.

Weitere Herausforderungen seien die saisonale Schwäche des PC-Geschäfts nach einem starken vierten Quartal und die anhaltende Schwäche der Spieleumsätze, sagte Caso.

AMD-Aktie: zunehmende Konkurrenz bei KI und Custom-CPUs

Goldman Sachs senkte seine AMD-Bewertung von „Kaufen“ auf „Neutral“ und reduzierte sein Kursziel von 175 auf 129 Dollar.

Der Analyst Toshiya Hari äußerte Bedenken hinsichtlich der steigenden Konkurrenz im Bereich beschleunigter Computer und der wachsenden Verbreitung von benutzerdefinierten CPUs auf Arm-Basis, die das Umsatzwachstum von AMD beeinträchtigen könnten.

Obwohl AMD bei der Eroberung von Marktanteilen von Intel im Bereich der x86-basierten Computer Fortschritte gemacht hat, wies Goldman Sachs darauf hin, dass das Unternehmen immer größere Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung seines Schwungs sieht.

Darüber hinaus werden die Betriebskosten von AMD voraussichtlich steigen, was die Gewinnmargen unter Druck setzen könnte.

Goldman Sachs wies darauf hin, dass die AMD-Aktie seit ihrer Aufnahme in die Kaufliste am 4. November 2020 um 50 % gestiegen ist.

Diese Leistung liegt jedoch hinter dem 72-prozentigen Anstieg des S&P 500 im gleichen Zeitraum zurück.

Hari sagte, dies liege daran, dass das Wachstum von AMD bei GPUs für Rechenzentren langsamer als erwartet gewesen sei, was den Optimismus hinsichtlich seiner Wettbewerbsposition bei KI weiter gedämpft habe.

AMDs Roadmap für KI-Chips ist „weniger wettbewerbsfähig“

HSBC hat AMD doppelt herabgestuft und das Rating von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ gesenkt sowie das Kursziel von 200 auf 110 Dollar reduziert.

Das Unternehmen äußerte Bedenken hinsichtlich der KI-Chip-Roadmap von AMD und bezeichnete sie als „weniger wettbewerbsfähig“ als ursprünglich erwartet.

HSBC-Analysten stellten eine schwächere Nachfrage nach AMDs MI325-GPU fest und bezweifelten das Potenzial des kommenden MI350-Chips, effektiv mit Nvidias dominierenden KI-Angeboten konkurrieren zu können.

HSBC senkte auch seine Prognose für den Umsatz mit KI-GPUs von AMD im Geschäftsjahr 2025 von 12,3 Milliarden auf 8,1 Milliarden Dollar, was deutlich unter der Konsensschätzung von 9,5 Milliarden Dollar liegt.

Die Analysten warnten vor weiteren Kursrückgängen, da die AMD-Aktien in den letzten drei Monaten bereits 24 % verloren haben.

Die MI350-Chip-Serie könnte für AMD als „Katalysator“ wirken

Es gibt einige Optimismus für die Zukunft von AMD. Analyst Caso betonte, dass die kommende Chip-Serie MI350, die in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen soll, als „Katalysator“ für das Unternehmen wirken könnte.

Im Gegensatz zum MI325, der sich hauptsächlich auf die Erhöhung der Speicherkapazität konzentriert, wird vom MI350 eine umfassendere Neugestaltung und erhebliche Verbesserungen erwartet.

Darüber hinaus hat Dell Technologies kürzlich Pläne angekündigt, AMD-Prozessoren erstmals in seine auf Unternehmen ausgerichteten Computer zu integrieren.

Dieser Schritt, der zuvor auf die Consumer-PC-Reihe von Dell beschränkt war, signalisiert potenzielle Marktanteilsgewinne für AMD im Bereich Client Computing, so Caso.