Indien hebt nach einem Jahr das Zuckerexportverbot auf, was zu einem Rückgang der Weltpreise führt

Indien hebt nach einem Jahr das Zuckerexportverbot auf, was zu einem Rückgang der Weltpreise führt
Sayantan Sarkar
20. Jan. 2025, 15:36 PM
  • Indien wird 1 Million Tonnen Zucker exportieren, um die Binnenpreise zu stabilisieren und die Zuckerfabriken zu unterstützen.
  • Der Schritt erfolgt, da Indien mit einem Überschuss an Zuckerbeständen zu kämpfen hat und einen inländischen Überfluss verhindern will.
  • Die weltweiten Zuckerpreise fielen am Montag um mehr als 1 %, nachdem Indien den Export erlaubt hatte.

Um die heimischen Zuckerfabriken zu unterstützen und die lokalen Preise zu stabilisieren, hat Indien beschlossen, während der laufenden Saison, die im September endet, den Export zuzulassen. Diese Entscheidung wird wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die weltweiten Preise des Rohstoffs haben.

Die indische Regierung gab am Montag ihre Entscheidung bekannt, den Export von 1 Million Tonnen Zucker in der laufenden Saison zu erlauben.

Überschüssige Bestände

Diese strategische Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, da Indien, der zweitgrößte Zuckerproduzent der Welt, mit einem Überschuss an Zuckerbeständen zu kämpfen hat.

Durch die Förderung des Exports überschüssigen Zuckers will die Regierung einen Überfluss auf dem Inlandsmarkt verhindern, der zu einem starken Rückgang der Zuckerpreise führen und die Lebensgrundlage der Zuckerrohrbauern beeinträchtigen könnte.

Diese Maßnahme ermöglicht es den indischen Zuckerfabriken auch, von der internationalen Nachfrage zu profitieren und wertvolle Devisen zu verdienen.

Die Exportquote von 1 Million Tonnen stellt einen erheblichen Teil der überschüssigen Zuckerproduktion Indiens dar und ihre rechtzeitige Freigabe wird voraussichtlich dringend benötigte Erleichterung für die heimische Zuckerindustrie bringen.

Die Entscheidung der Regierung werde für Preisstabilität sorgen und 50 Millionen Zuckerrohrbauern im Land unterstützen, sagte der indische Ernährungsminister Pralhad Joshi am Montag.

Globale Preise fallen

Die jüngste Entscheidung könnte jedoch dazu führen, dass die ohnehin schon rückläufigen globalen Preise noch weiter sinken.

Dieser Rückgang war am Montag deutlich zu erkennen, als die weltweiten Zuckerpreise um mehr als 1 % fielen.

Das indische Landwirtschaftsministerium hat eine einheitliche Exportpolitik eingeführt.

Im Rahmen dieser Politik wurde den Zuckerfabriken ein einheitliches Exportkontingent zugewiesen.

Diese Quote wird auf 3,174 % ihrer durchschnittlichen Zuckerproduktion der letzten drei Jahre festgelegt.

Die Mühlen haben die Flexibilität, diese zugewiesene Menge entweder direkt zu exportieren oder die Dienste von Handelsexporteuren in Anspruch zu nehmen, um den Exportprozess zu erleichtern.

Unerwartete Entscheidung

Trotz der weit verbreiteten Spekulationen und Gerüchte, die seit Wochen über die mögliche Ausfuhrgenehmigung durch Indien kursierten, erwischte die offizielle Entscheidung einige Händler doch unvorbereitet.

Diese unerwartete Überraschung wurde vor allem auf den erwarteten Produktionsrückgang in dieser Saison zurückgeführt, der voraussichtlich zum ersten Mal seit acht Jahren unter dem Verbrauchsniveau liegen wird.

Die Kombination dieser Faktoren – die unerwartete Entscheidung und das drohende Produktionsdefizit – sorgte in der Handelswelt für Unsicherheit und Überraschung.

Führende Handelshäuser gehen davon aus, dass die Zuckerproduktion in Indien von 32 Millionen Tonnen im letzten Jahr auf etwa 27 Millionen Tonnen sinken könnte. Dies liegt unter dem Jahresverbrauch von über 29 Millionen Tonnen.

Indien hat sich als wichtiger Akteur auf dem globalen Zuckermarkt etabliert und war in den fünf Jahren bis 2022/23 durchgehend der zweitgrößte Zuckerexporteur der Welt.

Der Zuckerexport des Landes belief sich in diesem Zeitraum im Durchschnitt auf beeindruckende 6,8 Millionen Tonnen pro Jahr und erreichte eine Vielzahl internationaler Märkte.

Indiens wichtigste Exportländer für Zucker waren unter anderem Indonesien, Bangladesch und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Dieses weitverbreitete Exportnetzwerk unterstreicht Indiens bedeutenden Beitrag zur Deckung der weltweiten Zuckernachfrage.

Das Land erlaubte jedoch während der Vermarktungssaison 2023/24 keine Ausfuhren, da die heimischen Zuckerbestände aufgrund der geringeren Produktion stark zurückgegangen waren.