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Was der 10-prozentige US-Zoll auf kanadische Energie für die globalen Ölmärkte bedeutet

Was der 10-prozentige US-Zoll auf kanadische Energie für die globalen Ölmärkte bedeutet
Sayantan Sarkar
03. Feb. 2025, 14:01 PM
  • Die USA erheben Zölle auf Energieimporte aus Kanada und Mexiko, kanadische Produkte erhalten jedoch einen Vorzugstarif.
  • Zölle könnten zu höheren Rohstoffkosten für US-Raffinerien und zu höheren Kraftstoffpreisen für Verbraucher führen.
  • Kanadische Ölfirmen könnten durch die Zölle stärker betroffen sein, da sie stark auf den US-Markt angewiesen sind.

Die Ölpreise stiegen am Montag, nachdem US-Präsident Donald Trump Zölle auf Kanada und Mexiko verhängt hatte, was Bedenken hinsichtlich Lieferunterbrechungen auslöste.

Da Kanada fast sein gesamtes Rohöl in die USA exportiert, ist das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der größten Volkswirtschaft der Welt.

Die Einführung von Zöllen könnte langfristig erhebliche Auswirkungen haben, da die Nachfrage nach Öl nachlassen und die Preise für Kraftstoffe im Inland für die Verbraucher steigen würden.

Umfassende Zölle

Trump verhängte am Samstag weitreichende Zölle gegen Kanada, Mexiko und China.

Die Zölle auf Energieimporte aus Kanada waren jedoch weniger aggressiv.

Beamte des Weißen Hauses gaben bekannt, dass Energieprodukte aus Kanada nur mit einem reduzierten Zoll von 10 % belegt werden.

Diese bevorzugte Behandlung steht in krassem Gegensatz zu den Zöllen, die auf mexikanische Energieimporte erhoben werden und bei denen die volle 25-prozentige Abgabe fällig wird.

Diese politische Entscheidung unterstreicht einen erheblichen Unterschied im US-Ansatz zum Energiehandel mit ihren beiden Nachbarländern.

Während kanadische Energieprodukte aufgrund der niedrigeren Zölle einen Wettbewerbsvorteil auf dem US-Markt genießen werden, werden mexikanische Energieimporte mit einer höheren Kostenbarriere konfrontiert sein.

Die Gründe für diese Diskrepanz bei den Tarifraten könnten vielfältig sein und möglicherweise Faktoren wie bestehende Handelsabkommen, Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit und politische Erwägungen umfassen.

Die Auswirkungen dieser Politik auf die Energiemärkte aller drei Länder müssen noch abgewartet werden.

Dies könnte auch Auswirkungen auf die Energiepreise und Verbraucherkosten in den USA sowie auf die Energieindustrien und Volkswirtschaften Kanadas und Mexikos haben.

Ersatz für kanadische Ölimporte schwer zu finden

Die USA importieren täglich etwa 4 Millionen Barrel Öl aus Kanada, was 61 % ihrer gesamten Rohölimporte ausmacht und Kanada zu einem wichtigen Lieferanten macht.

„Dies ist ein schweres Rohöl, das viele US-Raffinerien verarbeiten können, insbesondere im Mittleren Westen. Angesichts der Bedeutung des kanadischen Öls für die USA ist es nicht überraschend, dass der WTI-Preis heute Morgen stärker notiert“, sagte Warren Patterson, Leiter Rohstoffstrategie bei der ING Group.

Theoretisch werden die Zölle dazu führen, dass US-Raffinerien mehr für Rohstoffe zahlen müssen, und diese Kosten werden letztlich an die Verbraucher weitergegeben.

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die US-Raffinerien und Verbraucher die gesamten Kosten des Tarifs tragen werden.

Außerdem erklärten Analysten der Commerzbank AG, es werde für die USA schwierig sein, das kanadische Öl zu ersetzen.

Wie aus den Daten hervorgeht, entfielen auf Kanada 4,08 Millionen Barrel pro Tag und auf Mexiko 478.000 Barrel pro Tag der insgesamt in den ersten acht Monaten dieses Jahres importierten Barrel.

„Kanada ist damit mit Abstand der wichtigste Öllieferant der USA, gefolgt von Mexiko“, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG.

Aufgrund des Mangels an alternativen Exportmärkten und der Tatsache, dass 97 % der kanadischen Ölexporte im Jahr 2023 in die USA gingen, ist es wahrscheinlich, dass die Preise für West Canada Select sinken und der Unterschied zum West Texas Intermediate, dem Referenzpreis für US-Rohöl, größer wird.

„Wenn Kanada über eine größere Exportinfrastruktur verfügte, die es ihm ermöglichte, in andere externe Märkte zu exportieren, würden die kanadischen Ölfirmen weniger unter diesen Zöllen leiden“, sagte Patterson.

Die kanadischen Ölförderer werden von diesen Zöllen wahrscheinlich stärker betroffen sein als die US-Raffinerien, da die kanadischen Produzenten über keine alternativen Optionen verfügen, so Patterson.

Langfristig nachlassende Nachfrage

Darüber hinaus könnten die Zölle über einen längeren Zeitraum zu einem eskalierenden Handelskrieg zwischen den beiden Ländern führen.

Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Rohöl im letzten Jahr gedämpft geblieben war.

Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass die Ölnachfrage in den nächsten Jahren wahrscheinlich in China, dem größten Importland, ihren Höhepunkt erreichen wird.

Der Anstieg der Zahl der Elektrofahrzeuge und die dringende Notwendigkeit, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen, werden den Anteil des Öls am Energiemix verringern.

Patterson sagte:

Zum Zeitpunkt des Schreibens lag der Preis für Rohöl der Sorte WTI an der New York Mercantile Exchange bei 74,43 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 2,4 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Rohöl der Sorte Brent an der Intercontinental Exchange kostete 76,93 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 1,7 %.