Gold erreicht angesichts des eskalierenden Handelskriegs zwischen den USA und China neue Höchststände

Gold erreicht angesichts des eskalierenden Handelskriegs zwischen den USA und China neue Höchststände
Sayantan Sarkar
05. Feb. 2025, 12:08 PM
  • Aufgrund der eskalierenden Handelsspannungen zwischen den USA und China stiegen die Goldpreise auf neue Rekordhöhen.
  • Angesichts der Befürchtungen vor den wirtschaftlichen Folgen des Handelskriegs suchen Anleger Zuflucht in sicheren Anlagen wie Gold.
  • Trumps Hinweis auf die fehlende Dringlichkeit von Gesprächen mit China hat die Unsicherheit erhöht und die Attraktivität des Goldes gesteigert.

Die Goldpreise stiegen am Mittwoch um 1 % und setzten ihren Aufwärtstrend fort, wobei sie neue Rekordhochs erreichten.

Diese Rallye wurde vor allem durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen angesichts der eskalierenden Handelsspannungen zwischen den USA und China ausgelöst.

Anleger, die sich vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen des Handelskriegs schützen wollten, strömten zum Gold und trieben dessen Preis nach oben.

„Was die Wirtschaftsdaten betrifft, könnte der Kalender ein zusätzlicher Rückenwind für Gold werden, das noch weiter steigen könnte“, sagte Filip Lagaart, Redakteur bei FXstreet, in einem Bericht.

Darüber hinaus warteten die Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung der Beschäftigungsdaten aus den USA, die weitere Einblicke in die Gesundheit der größten Volkswirtschaft der Welt geben könnten.

Die Kombination dieser Faktoren trug am Mittwoch zu dem deutlichen Anstieg der Goldpreise bei.

Zum Zeitpunkt des Schreibens lag der Goldpreis für den April-Kontrakt an der COMEX bei 2.898,61 USD pro Unze, was einem Anstieg von 0,8 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht. Zu Beginn der Sitzung hatte der Kontrakt ein Rekordhoch von 2.898,86 USD pro Unze erreicht.

Trumps Zölle und Chinas Reaktion

Als Reaktion auf die neu verhängten US-Zölle auf chinesische Waren verhängte China seinerseits eine Reihe von Zöllen auf US-Importe.

Diese Reihe von Vergeltungsmaßnahmen hat den Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt neu entfacht und sorgt für erhebliche Bedenken auf dem Weltmarkt.

Die Spannungen werden noch größer, da US-Präsident Donald Trump angedeutet hat, dass er es nicht eilig hat, mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Gespräche über die eskalierende Handelsstreitigkeit aufzunehmen.

Dieser Mangel an Dringlichkeit seitens der US-Regierung hat die Situation weiter verschärft und Fragen über die Möglichkeit eines langwierigen und schädlichen Handelskrieges aufgeworfen.

Die erneute Eskalation des Handelskriegs hat bereits Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher in beiden Ländern und die Befürchtungen weiterer wirtschaftlicher Folgen sind groß.

Der aktuelle Handelskonflikt erinnert Analysten an den Handelskrieg von 2018, als die beiden Länder einander immer höhere Zölle auferlegten.

Analysten weisen jedoch darauf hin, dass sich die aktuelle Situation in einigen wichtigen Aspekten unterscheidet.

„Es geht darum, Maßnahmen zu finden, die die Auswirkungen maximieren und gleichzeitig das Risiko minimieren, dem die chinesische Wirtschaft ausgesetzt sein könnte … Gleichzeitig versucht China, seine Verhandlungsposition zu stärken“, wurde Gary Ng, leitender Ökonom bei Natixis Corporate and Investment Banking in Hongkong, von Kitco.com zitiert.

Anstieg der COMEX-Aktien

„Trumps unberechenbare Zollabstimmungen sorgen für weitere Unsicherheit, was dem Gold als sicherem Hafen zugutekommt. Dies zeigt sich in dem anhaltenden starken Anstieg der Goldbestände an der Comex“, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG.

Allein im Januar stiegen die Goldbestände an der COMEX um mehr als 290 Tonnen. Am Montag kamen weitere 30 Tonnen hinzu, so die deutsche Bank.

Sie haben sich seit Ende Oktober fast verdoppelt und liegen mit 32,3 Millionen Unzen (knapp 1.000 Tonnen) auf ihrem höchsten Stand seit Juli 2022.

„Der hohe Preisaufschlag für Gold-Futures an der Comex im Vergleich zum Spotmarkt hat wahrscheinlich dazu beigetragen“, sagte Fritsch.

Die Knappheit von Gold an anderen Orten mache Goldlieferungen auf dem COMEX attraktiv, so Fritsch.