Verbot von DeepSeek auf Regierungsgeräten? US-Gesetzgeber stellen Gesetzesentwurf vor

Verbot von DeepSeek auf Regierungsgeräten? US-Gesetzgeber stellen Gesetzesentwurf vor
Vatsala Gaur
06. Feb. 2025, 21:31 PM
  • Ein neuer Gesetzentwurf zielt darauf ab, den KI-Chatbot DeepSeek von US-Regierungsgeräten zu verbieten.
  • Die Gesetzgeber verweisen auf Risiken für die nationale Sicherheit und Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.
  • Der Schritt folgt ähnlichen Beschränkungen für TikTok und andere chinesische Apps.

Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Abgeordneten hat ein Gesetz eingebracht, das es Bundesangestellten verbietet, den chinesischen Chatbot DeepSeek auf Regierungsgeräten zu verwenden. Als Begründung wurden Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit und die Möglichkeit eines Datenmissbrauchs durch Peking genannt.

Die Abgeordneten Josh Gottheimer und Darin LaHood kündigten am Donnerstag das geplante „No DeepSeek on Government Devices Act“ an und warnten, dass die Verbindungen des Chatbots zu China ein ernstes Sicherheitsrisiko für Bundesnetze darstellen könnten.

Der Gesetzentwurf würde alle Regierungsbehörden dazu verpflichten, DeepSeek sowie alle von der Muttergesellschaft High Flyer entwickelten Apps innerhalb von 60 Tagen zu entfernen.

„Die Kommunistische Partei Chinas hat deutlich gemacht, dass sie jedes verfügbare Mittel einsetzen wird, um unsere nationale Sicherheit zu untergraben, schädliche Desinformationen zu verbreiten und Daten über Amerikaner zu sammeln“, sagte Gottheimer in einer Erklärung.

Der geplante DeepSeek-Verbot folgt auf das Verbot von TikTok

Das geplante Verbot ist die jüngste Eskalation im anhaltenden technologischen Wettstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China.

DeepSeek machte kürzlich Schlagzeilen, nachdem es ein fortschrittliches KI-Modell namens R1 vorgestellt hatte, das trotz der US-Ausfuhrbeschränkungen für leistungsstarke KI-Chips mit den führenden amerikanischen KI-Systemen konkurrieren kann.

Der Durchbruch von DeepSeek hat in Washington Bedenken ausgelöst, dass der chinesische KI-Sektor schneller vorankommt als erwartet.

Die Fähigkeit des Chatbots, große Mengen an Informationen effizient zu verarbeiten und dabei weniger Rechenressourcen zu benötigen, hat zu Spekulationen geführt, dass Peking ähnliche Modelle nutzen könnte, um seinen Einfluss auf die globale KI-Forschung und -Anwendungen zu stärken.

Abgeordnete haben die Situation mit TikTok verglichen, der chinesischen Social-Media-App, die seit Jahren Gegenstand von Debatten über die nationale Sicherheit der USA ist.

Bundes- und Landesbehörden haben TikTok bereits auf Regierungsgeräten verboten, weil sie befürchten, dass das Mutterunternehmen ByteDance gezwungen sein könnte, die Daten amerikanischer Nutzer mit den chinesischen Behörden auszutauschen.

TikTok droht nun ein Verbot, sofern ByteDance die Plattform nicht verkauft, was auf Grundlage eines Gesetzes erfolgt, das im vergangenen Jahr mit Unterstützung beider Parteien verabschiedet wurde.

Cybersecurity-Experten warnen vor Datenrisiken durch DeepSeek

Sicherheitsexperten sagen, dass KI-gestützte Chatbots wie DeepSeek aufgrund der Art und Weise, wie sie Benutzerinteraktionen speichern und verarbeiten, zusätzliche Risiken darstellen.

Viele KI-Unternehmen verwenden Daten aus Chatbot-Gesprächen, um ihre Modelle zu verbessern, was Datenschutzbedenken hinsichtlich einer möglichen staatlichen Überwachung aufwirft.

„Benutzer müssen sich darüber im Klaren sein, dass alle Daten, die mit der Plattform geteilt werden, gemäß den chinesischen Cybersicherheitsgesetzen dem Zugriff der Regierung unterliegen können, die Unternehmen vorschreiben, auf Daten zuzugreifen, wenn die Behörden dies verlangen“, wurde Adrianus Warmenhoven, Cybersicherheitsexperte von NordVPN, in einem Bericht von CNN zitiert.

Die Vereinigten Staaten sind nicht die einzigen, die DeepSeek unter die Lupe nehmen. Australien, Italien und Taiwan haben bereits Schritte unternommen, um den Einfluss des Chatbots einzuschränken, und dabei auf ähnliche Sicherheitsrisiken verwiesen.

DeepSeek hat sich öffentlich noch nicht zu dem vorgeschlagenen US-Verbot geäußert, aber sein rasantes Wachstum im Bereich der künstlichen Intelligenz hat die wachsenden Befürchtungen verstärkt, dass China bald die Vormachtstellung des Silicon Valley in diesem Bereich herausfordern könnte.

Da die Gesetzgeber auf strengere Kontrollen drängen, wird die Debatte über KI und nationale Sicherheit in den kommenden Monaten voraussichtlich an Intensität gewinnen.