Nach Trumps „De-Minimis“-Bestimmungen verzeichnen die chinesischen Einzelhandelsgiganten Shein und Temu einen Rückgang der Umsätze in den USA: Bericht

Nach Trumps „De-Minimis“-Bestimmungen verzeichnen die chinesischen Einzelhandelsgiganten Shein und Temu einen Rückgang der Umsätze in den USA: Bericht
Utkarsh Roshan
12. Feb. 2025, 10:29 AM
  • Die Online-Shopping-Giganten Temu und Shein verzeichnen einen anhaltenden Rückgang der Umsätze in den USA.
  • Die US-Verkäufe von Shein sanken in den fünf Tagen nach dem 5. Februar um 16 bis 41 Prozent.
  • Während Temu im gleichen Zeitraum einen Rückgang von bis zu 32 % verzeichnete.

Die Online-Shopping-Giganten Temu und Shein haben nach der Ankündigung von Präsident Donald Trump, die Zollbefreiung für kleine Pakete aus China im Wert von unter 800 US-Dollar aufzuheben, einen anhaltenden Rückgang der Umsätze in den USA verzeichnet.

Der Schritt, der die Mehrheit ihrer Lieferungen betrifft, scheint die Nachfrage unter amerikanischen Verbrauchern gedämpft zu haben, die an extrem billige Produkte gewöhnt sind.

Laut Bloomberg Second Measure sanken die US-Verkäufe von Shein in den fünf Tagen nach dem 5. Februar um 16 bis 41 Prozent, während Temu im gleichen Zeitraum einen Rückgang von bis zu 32 Prozent verzeichnete.

Obwohl dieser Rückgang mit den typischen Nachhol-Verbrauchseinbrüchen nach den Feiertagen vergleichbar ist, stellt er eine Umkehr des Wachstumstrends dar, der Ende Januar zu beobachten war.

Trumps Änderungen bedeuten schlechte Nachrichten für Shein und Temu

Der Rückgang der Verkäufe begann einen Tag nach Trumps Ankündigung, obwohl die Aufhebung noch nicht vollständig umgesetzt wurde.

Präsident Trump verzögerte später die Aufhebung der Zollbefreiung, bis Systeme zur Erhebung von Zöllen eingerichtet waren.

Analysten glauben, dass die Angst der Verbraucher vor möglichen zusätzlichen Gebühren zu dem Rückgang beigetragen haben könnte.

Die Unsicherheit, gepaart mit den Störungen und Preiserhöhungen nach der Ankündigung, hat wahrscheinlich die Ausgaben belastet.

Sowohl Shein als auch Temu erkunden laut dem Bericht Strategien, um die Auswirkungen der bevorstehenden Zölle zu reduzieren.

Shein ermutigt einige seiner wichtigsten chinesischen Bekleidungshersteller, Produktionsstätten in Vietnam zu errichten, während Temu seine Lieferkette mit einem „Halte-in-Verwahrung“-Rahmen umstrukturiert, um sich an das neue Handelsumfeld anzupassen.

Die Postverbote/Aufhebungen tragen zur Verwirrung bei.

Die US-Post hatte nach der Änderung der Regel zunächst angekündigt, keine eingehenden Pakete mehr aus China und Hongkong anzunehmen, doch weniger als einen Tag später wurde diese Entscheidung wieder zurückgenommen.

Auch nach der Kehrtwende kündigte Hongkong Post an, den Versand von Paketen mit Waren in die USA bis auf weiteres auszusetzen.

In einer Erklärung klärte die Regierung von Hongkong auf, dass Hongkong Post noch immer mit der US-Postverwaltung im Gespräch sei, um ungelöste Probleme zu lösen, darunter auch die auf Hongkong-Produkte verhängten Zölle.

Die Regierung äußerte sich scharf gegen die Entscheidung der USA, zusätzliche Zölle auf Waren aus Hongkong zu erheben, und forderte eine sofortige Korrektur dessen, was sie als Fehlverhalten bezeichnete.

Anfang dieser Woche gab Hongkong Post bekannt, dass es wieder Pakete in die USA annimmt, nachdem Washington bestätigt hatte, dass auf Pakete aus Hongkong keine zusätzlichen Zölle erhoben werden.

Wie stark wird Trumps De-Minimis-Umkehr Temu und Shein treffen?

Shein und Temu haben es geschafft, die Preise niedrig zu halten, was teilweise auf die „De-minimis“-Lücke zurückzuführen ist, die es erlaubt, Artikel im Wert von unter 800 US-Dollar ohne Einfuhrsteuern in die Vereinigten Staaten zu importieren.

Diese Lücke hat zu einem erheblichen Anstieg der Kleinimporte beigetragen. Laut US-Zoll- und Grenzschutzbehörde ist die Zahl der De-minimis-Einträge im Jahrzehnt bis zum Geschäftsjahr 2023 um mehr als 600 % gestiegen.

Ein Bericht des US-Kongresses führt mehr als 30 % dieser De-minimis-Pakete auf Shein und Temu zurück und unterstreicht damit ihre dominierende Rolle bei der Nutzung dieser Bestimmung.

Die vollständige Umsetzung der Abschaffung der „De-minimis“-Regel wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf chinesische Einzelhändler haben, die kleine Pakete in die USA versenden.

Laut Nomura Holdings Inc. haben Unternehmen wie Shein und Temu im vergangenen Jahr Pakete im Wert von geschätzten 46 Milliarden US-Dollar verschickt.