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Brasilien könnte US-Waren mit Zöllen belegen, da Trumps Stahlzölle die Spannungen verschärfen

Brasilien könnte US-Waren mit Zöllen belegen, da Trumps Stahlzölle die Spannungen verschärfen
Noris Soto
14. Feb. 2025, 19:49 PM
  • Brasiliens Präsident Lula da Silva deutet auf eine mögliche WTO-Beschwerde oder Zölle als Reaktion auf die US-Stahlzölle hin.
  • Trumps jüngste Zölle von 25 % auf Stahl und Aluminium haben die Handelsspannungen zwischen den beiden Ländern verschärft.
  • Lula betont den Wunsch nach ausgewogenen Beziehungen zwischen den USA und Brasilien und warnt vor Gegenmaßnahmen, falls Brasilien ins Visier genommen wird.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat mögliche Vergeltungsmaßnahmen gegen die neu eingeführten Stahlzölle des US-Präsidenten Donald Trump angedeutet, was eine deutliche Eskalation der Handelsspannungen zwischen den beiden Nationen darstellt.

In einem Radiointerview am Freitag kritisierte Lula den Schritt und erklärte, er würde die Stahl-Exporte Brasiliens in die USA schwer beeinträchtigen.

Er schlug vor, dass seine Regierung eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) einreicht oder Gegenzölle auf amerikanische Produkte verhängt.

Die USA haben kürzlich einen Zoll von 25 % auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren angekündigt, was in der gesamten Handelswelt zu weitreichenden Reaktionen geführt hat.

Als einer der größten Stahllieferanten in die USA befindet sich Brasilien im Zentrum des Streits.

„Wenn sie Zölle auf brasilianischen Stahl erheben, werden wir wirtschaftlich reagieren – entweder indem wir den Fall vor die WTO bringen oder indem wir unsere Zölle auf US-Importe erheben“, erklärte Lula.

Der Handel zwischen den USA und Brasilien ist beträchtlich und das Handelsvolumen überstieg im letzten Jahr 80 Milliarden US-Dollar.

Trotz regelmäßiger Streitigkeiten verzeichnete die USA einen Handelsüberschuss mit Brasilien von 253 Millionen Dollar.

Lula hat betont, dass es notwendig sei, die brasilianische Industrie zu schützen und gleichzeitig starke bilaterale Beziehungen aufrechtzuerhalten.

Er warnte auch davor, dass aggressive Handelsmaßnahmen der USA mit entschlossenen Gegenmaßnahmen beantwortet werden. „Wenn gegen Brasilien Maßnahmen ergriffen werden, wird es eine Gegenreaktion geben“, bekräftigte er.

US-Zölle und der Handelsstreit um Ethanol

Die jüngsten Zölle kommen angesichts langjähriger US-amerikanischer Bedenken hinsichtlich der Handelspolitik Brasiliens, insbesondere im Bereich Ethanol, zustande.

Die USA haben Brasilien vorgeworfen, unfaire Zölle auf Ethanolimporte zu erheben, was die ohnehin schon angespannte Handelsbeziehung noch weiter verschärft.

Historisch gesehen hat die USA die Politik des freien Marktes gefördert, doch Lula argumentiert, dass die derzeitige Regierung von diesen Prinzipien abweicht.

Brasilien steht nun vor einer kritischen Entscheidung: Soll es die USA bei der WTO herausfordern oder Gegenmaßnahmen durch eigene Zollpolitik ergreifen?

Lula hat deutlich gemacht, dass er zwar eine konstruktive Zusammenarbeit mit den USA anstrebt, Brasilien aber nicht zögern wird, seine wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen.