US-Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion im Januar rückläufig: die Gründe

US-Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion im Januar rückläufig: die Gründe
Srinibas Rout
14. Feb. 2025, 17:38 PM
  • Der US-Einzelhandelsumsatz ist im Januar um 0,9 % gesunken – der größte Rückgang seit März 2023.
  • Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe sank im Januar um 0,1 % nach einer im Dezember nach unten korrigierten Steigerung um 0,5 %.
  • Ökonomen warnen davor, dass Störungen der globalen Lieferketten zu höheren Rohstoffkosten führen könnten.

Die US-Wirtschaft erlitt im Januar einen doppelten Rückschlag, da sowohl der Einzelhandelsumsatz als auch die Industrieproduktion zurückgingen.

Der Einzelhandelsumsatz verzeichnete den größten Rückgang seit fast zwei Jahren, während die Industrieproduktion unerwartet schrumpfte, was hauptsächlich auf einen starken Rückgang der Automobilproduktion zurückzuführen war.

Der Einzelhandelsumsatz sinkt aufgrund der eisigen Temperaturen und der Zölle

Laut dem Handelsministerium sind die Einzelhandelsumsätze in den USA im Januar um 0,9 % gesunken – der größte Rückgang seit März 2023 – nach einer revidierten Steigerung von 0,7 % im Dezember.

Der Rückgang war breit gefächert: Der Umsatz bei Autohändlern sank um 2,8 %, bei Bekleidungsgeschäften um 1,2 % und der Online-Umsatz ging um 1,9 % zurück.

Kaltes Wetter und Schneestürme im ganzen Land trugen dazu bei, die Konsumausgaben zu dämpfen.

Ökonomen verweisen auch auf steigende Inflationserwartungen und Unsicherheit hinsichtlich neuer Handelszölle als Faktoren, die das Verbrauchervertrauen beeinflussen.

Eine Umfrage der University of Michigan in der vergangenen Woche ergab, dass Haushalte glauben, es sei möglicherweise zu spät, um die negativen Auswirkungen neuer Importzölle zu vermeiden.

Ein 10-prozentiger Zoll auf chinesische Waren wurde diesen Monat eingeführt, während ein geplanter 25-prozentiger Zoll auf mexikanische und kanadische Importe bis März verschoben wurde.

Rückgang der Fertigungsaufträge aufgrund des Rückgangs der Autoproduktion

Die US-amerikanische Industrieproduktion ist im Januar um 0,1 % zurückgegangen, nachdem sie im Dezember nach einer nach unten korrigierten Zahl um 0,5 % gestiegen war, wie Daten der Federal Reserve zeigen.

Ökonomen hatten einen leichten Anstieg erwartet.

Der Rückgang wurde hauptsächlich durch einen starken Rückgang der Produktion von Kraftfahrzeugen und Teilen um 5,2 % verursacht.

Der breitere Fertigungssektor, der etwa 10,3 % der Wirtschaft ausmacht, zeigte in den letzten Monaten nach den Zinssenkungen der Federal Reserve Anzeichen einer Erholung.

Allerdings haben protektionistische Handelspolitik unter Präsident Donald Trump, einschließlich neuer Zölle auf Stahl, Aluminium und chinesische Importe, neue Herausforderungen mit sich gebracht.

Ökonomen warnen, dass Störungen der globalen Lieferketten zu höheren Rohstoffkosten führen könnten und die Hersteller weiter belasten würden.

Die wirtschaftliche Lage bleibt ungewiss

Trotz Schwächen im Einzelhandel und in der Fertigung zeigten andere Bereiche der Wirtschaft Widerstandsfähigkeit.

Die Produktion der Versorgungsunternehmen stieg um 7,2 %, da die Nachfrage nach Heizung aufgrund extremer Wetterbedingungen sprunghaft anstieg. Die Industrieproduktion insgesamt legte im Januar um 0,5 % zu, nach einem Anstieg von 1,0 % im Dezember.

Unterdessen stiegen die Einzelhandelsausgaben in Restaurants und Bars – ein wichtiger Indikator für die finanzielle Gesundheit der Haushalte – um 0,9 %, was ein positives Signal für die Verbrauchernachfrage darstellt.

Der allgemeine Rückgang der Einzelhandels- und Fabrikaktivität wirft jedoch Bedenken hinsichtlich des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal auf.

Angesichts anhaltender Handelsspannungen und einer ungewissen Zinspolitik bewegen sich Unternehmen und Verbraucher in einem zunehmend komplexen wirtschaftlichen Umfeld.