Rheinmetall-Aktie steigt, da Europa seine Verteidigungsausgaben erhöht

Rheinmetall-Aktie steigt, da Europa seine Verteidigungsausgaben erhöht
Vatsala Gaur
17. Feb. 2025, 13:12 PM
  • Rheinmetall-Aktien stiegen um 11 %, da Europa eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Erwägung zieht.
  • Europäische Staats- und Regierungschefs befürchten einen Rückzug der USA und planen den Ausbau der heimischen Rüstungsproduktion.
  • CEO Armin Papperger bestätigte die Bereitschaft von Rheinmetall, die Munitionsproduktion für die Ukraine zu erhöhen.

Die Aktien des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall AG stiegen in Frankfurt um bis zu 11 % und verzeichneten damit den größten Tagesgewinn seit über zwei Jahren.

Die Kundgebung findet statt, während europäische Beamte über eine erhebliche Erhöhung der Militärausgaben zur Unterstützung der Ukraine beraten, angesichts wachsender Bedenken über die Zukunft der US-Sicherheitszusagen unter einer möglichen zweiten Trump-Regierung, so Bloomberg.

Im vergangenen Jahr hat sich der Aktienkurs von Rheinmetall mehr als verdoppelt, angetrieben von einem Anstieg der Militäraufträge, insbesondere aus Deutschland.

Wenn Europa seine jüngsten Ausgabenpläne umsetzt, könnte das Unternehmen seine Produktionskapazität noch weiter ausbauen.

Angst vor US-Rückzug treibt Europa in Richtung Eigenständigkeit

Das geplante europäische Verteidigungspaket soll erst nach der Bundestagswahl am 23. Februar bekannt gegeben werden, um politische Kontroversen zu vermeiden.

Beamte, die mit der Angelegenheit vertraut sind, weisen darauf hin, dass sich die europäischen Regierungen auf eine mögliche Änderung der US-Außenpolitik vorbereiten, insbesondere nach dem jüngsten Telefonat des ehemaligen Präsidenten Donald Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, bei dem die europäischen Staatschefs außen vor gelassen wurden, so Bloomberg.

Trump hat die NATO-Verbündeten wiederholt aufgefordert, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und sogar vorgeschlagen, dass europäische Nationen bis zu 5 % ihres BIP für militärische Zwecke bereitstellen sollten.

Diese Zahl übersteigt die derzeitigen Verpflichtungen bei weitem, und kein NATO-Mitglied nähert sich derzeit dieser Schwelle.

Die Unsicherheit über die anhaltende Unterstützung Washingtons hat die Diskussionen über eine Steigerung der europäischen Eigenproduktion von Rüstungsgütern beschleunigt – ein Schritt, der Rheinmetall und anderen Rüstungsunternehmen zugutekommen könnte.

Rheinmetall strebt Expansion in der Ukraine an.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger traf sich am Wochenende mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, um über den Ausbau der Aktivitäten des Unternehmens in der Ukraine zu sprechen.

Die Gespräche konzentrierten sich Berichten zufolge auf gemeinsame Industrieprojekte, darunter Pläne zur Steigerung der Produktion von 155-mm-Artilleriegranaten in der Ukraine.

Papperger hat sich mehrfach über die Fähigkeit von Rheinmetall geäußert, sich an die sich verändernden militärischen Anforderungen anzupassen.

In einem kürzlich geführten Interview mit der DW bemerkte er, dass das Unternehmen vor dem Ukraine-Krieg jährlich nur 70.000 Artilleriegranaten produzierte.

Diese Zahl ist inzwischen auf 750.000 gestiegen und die Produktionskapazität soll in naher Zukunft 1,1 Millionen Granaten erreichen.

„Wir liefern bereits Millionen von Granaten an die Ukraine“, sagte er. „Wenn mehr benötigt wird, werden wir die Kapazität sicherlich erhöhen.“

Er warnte jedoch davor, dass zur Aufrechterhaltung der Produktionseffizienz anhaltende Investitionen und langfristige Planung erforderlich seien.

Geopolitische Spannungen befeuern Dringlichkeit bei europäischen Verteidigungsausgaben

Die jüngsten Entwicklungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die Spannungen zwischen den USA und Europa nicht nur wegen der Ukraine, sondern auch wegen der Handelspolitik weiter zunehmen.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden heute in Paris zu einem Krisentreffen zusammenkommen, um die anhaltende Krise zu erörtern. Die Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine sollen am Dienstag in Saudi-Arabien beginnen.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Ukraine ihre Teilnahme an den Gesprächen noch nicht bestätigt hat und die europäischen Nationen nicht eingeladen wurden.

Unterdessen hat Trump seine Absicht bekräftigt, ab dem 2. April Zölle auf ausländische Autos zu erheben – ein Schritt, der die transatlantischen Beziehungen weiter belasten könnte.

Die Ankündigung hatte gemischte Auswirkungen auf die europäischen Autohersteller: Mercedes-Benz und Volkswagen verzeichneten leichte Gewinne von 0,3 %, während BMW unverändert blieb.