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Warum russische Crypto exchanges ohne KYC-Verifizierung trotz der Razzien immer wieder auftauchen

Warum russische Crypto exchanges ohne KYC-Verifizierung trotz der Razzien immer wieder auftauchen
Diya Poddar
20. Feb. 2025, 14:29 PM
  • Chainalysis entdeckte über 100 unregulierte Plattformen, die trotz Sanktionen in Betrieb waren.
  • Die Maßnahmen der USA und der EU reduzierten die Zuflüsse, konnten aber illegale Transaktionen nicht vollständig unterbinden.
  • Russland blockierte im Februar 2024 BestChange, einen wichtigen OTC-Aggregator.

Trotz internationaler Bemühungen, Russlands Crypto exchanges ohne KYC-Verfahren (Know Your Customer) zu bekämpfen, entstehen immer wieder neue Plattformen, die die geschlossenen ersetzen.

Ein Bericht des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis zeigt, dass die Gesamtzuflüsse zu diesen Plattformen zwar zurückgegangen sind, aber neue russischsprachige Börsen auftauchen, um Krypto-Transaktionen außerhalb der traditionellen Finanzaufsicht zu ermöglichen.

Quelle: Chainanalysis

Mit Transaktionen im Wert von über 1,5 Milliarden Dollar allein im Jahr 2024 agieren diese Plattformen ohne formelle Registrierung, was es den Regulierungsbehörden erschwert, ihre Zuständigkeit zu bestimmen.

Das von US-Behörden und internationalen Finanzaufsichtsbehörden angeführte Vorgehen hat zu einigen Störungen geführt, die Branche aber nicht ausgemerzt.

Stattdessen greifen russische Nutzer auf alternative Methoden zurück und stärken so die Widerstandsfähigkeit des KYC-freien Marktes.

Neue Börsen entstehen, während regulatorische Lücken bestehen bleiben.

Der Aufstieg nicht registrierter Börsen in Russland signalisiert anhaltende regulatorische Schlupflöcher.

Chainalysis stellte fest, dass im Jahr 2024 über 100 solcher Plattformen aktiv waren und eine Nutzerbasis bedienten, die anonyme Transaktionen bevorzugt.

Diese Plattformen arbeiten eng mit sanktionierten russischen Banken zusammen und ermöglichen es ihnen, die von internationalen Finanzinstituten verhängten Beschränkungen zu umgehen.

Anfang Februar blockierte die russische Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadzor BestChange, einen wichtigen Aggregator für außerbörsliche (OTC) Krypto-Transaktionen.

Der Schritt war Teil umfassenderer Bemühungen nach einem neuen Gesetz, das das Bitcoin-Mining und die Krypto-Werbung einschränkt.

Das Gesetz zielt speziell auf Werbung für digitale Vermögenswerte und Dienstleistungen ab, die Krypto-Transfers unter Verwendung russischer Infrastruktur ermöglichen.

Die Abschaltung von BestChange hat die Händler kaum abgeschreckt; sie sind schnell auf alternative Plattformen umgestiegen.

Im Gegensatz zu regulierten Crypto exchanges verlangen diese No-KYC-Plattformen keine Identitätsprüfung der Nutzer, sodass diese Transaktionen durchführen können, ohne mit persönlichen Daten verknüpft zu werden.

Sanktionen wirken sich auf die Zuflüsse aus, können aber illegale Transaktionen nicht stoppen.

Die Sanktionen der USA und der EU haben die Gesamtzuflüsse zu russischen Börsen ohne KYC-Verfahren erfolgreich reduziert, aber die Transaktionen dauern an.

Der russische Kryptomarkt blieb aufgrund der lokalen Nachfrage aktiv, insbesondere von Nutzern, die Kapitalverkehrskontrollen umgehen oder digitale Vermögenswerte für grenzüberschreitende Zahlungen verwenden.

Laut Chainalysis deutet der Rückgang der Zuflüsse darauf hin, dass die Durchsetzungsmaßnahmen Wirkung zeigen, doch es tauchen weiterhin neue Börsen auf, die oft die Lücken füllen, die durch die Abschaltung anderer entstanden sind.

Viele dieser Plattformen funktionieren als Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P), die es Nutzern ermöglichen, direkt miteinander zu handeln und so die Notwendigkeit einer zentralen Kontrolle zu minimieren.

Eine wachsende Sorge ist die Rolle russischer Finanzinstitute bei der Ermöglichung dieser Transaktionen.

Mehrere Plattformen ohne KYC-Verfahren sollen mit sanktionierten Banken zusammenarbeiten und trotz internationaler Beschränkungen Krypto-Zahlungen abwickeln.

Dies hat die Aufsichtsbehörden zu weiteren Untersuchungen veranlasst, die sich nun auf die Identifizierung von Finanzinstituten konzentrieren, die diese Plattformen unterstützen.

Datenerhebung birgt Sicherheitsrisiken für russische Bergleute.

Während die russischen Behörden behaupten, die Kontrollen über kryptobezogene Aktivitäten zu verschärfen, haben ihre Bemühungen bei inländischen Bitcoin-Minern Besorgnis ausgelöst.

Ein Anfang 2024 eingeführtes neues staatliches Register verpflichtet Miner zur Übermittlung sensibler Daten, darunter Wallet-Adressen, an Regulierungsbehörden.

Der russische Abgeordnete Anton Gorelkin warnte, dass ein Leck dieser Daten ein „großes Geschenk“ für geopolitische Rivalen sein könnte.

Bergleute befürchten, dass die Behörden die gesammelten Daten für Razzien oder Überwachung nutzen könnten, was Einzelpersonen und Unternehmen davon abhalten würde, in Russland Bergbauaktivitäten auszuüben.

Die Datenerhebung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland seinen Fokus auf digitale Vermögenswerte als alternativen Finanzkanal ausweitet.

Angesichts der zunehmenden Einschränkungen im traditionellen Bankwesen prüft die russische Regierung Möglichkeiten, Kryptowährungen in ihre Wirtschaftsstrategie zu integrieren und gleichzeitig die Kontrolle über die inländischen Aktivitäten zu behalten.