BP will jährlich 10 Milliarden Dollar in Öl und Gas investieren und seine Pläne für erneuerbare Energien zurückfahren.

BP will jährlich 10 Milliarden Dollar in Öl und Gas investieren und seine Pläne für erneuerbare Energien zurückfahren.
Sayantan Sarkar
26. Feb. 2025, 14:26 PM
  • BP reduziert die Investitionen in erneuerbare Energien und erhöht die Ausgaben für Öl und Gas auf 10 Milliarden Dollar pro Jahr.
  • Diese Umstellung zielt darauf ab, die Erträge und die Renditen für die Aktionäre zu steigern, wobei der Schwerpunkt auf „energiereichen Produkten mit hoher Marge“ liegt.
  • BP steht unter Druck von Investoren und passt seine Finanzstrategie an, unter anderem durch Aktienrückkäufe.

Laut Reuters hat BP beschlossen, seine Investitionen in erneuerbare Energien zu reduzieren und seine Ausgaben für Öl und Gas auf 10 Milliarden Dollar pro Jahr zu erhöhen.

Diese strategische Neuausrichtung zielt darauf ab, die Erträge und die Renditen für die Aktionäre zu steigern.

Der Ölkonzern hat seine Strategie überarbeitet und seine geplanten jährlichen Investitionen in Unternehmen im Bereich der Energiewende deutlich reduziert.

Das Unternehmen beabsichtigt nun, jährlich zwischen 1,5 und 2 Milliarden Dollar in diese Projekte zu investieren, was eine erhebliche Reduzierung von über 5 Milliarden Dollar gegenüber der vorherigen Prognose darstellt.

Diese strategische Neuausrichtung deutet auf eine Neujustierung der Prioritäten und eine mögliche Umverteilung von Ressourcen innerhalb des Unternehmens hin.

Vorstufeninvestition

CEO Murray Auchincloss sagte in einer Erklärung:

Im Jahr 2020 verpflichtete sich BP unter der Führung des damaligen CEO Bernard Looney zu einer Reduzierung der Öl- und Gasproduktion um 40 % bis 2030 und baute gleichzeitig sein Geschäft mit erneuerbaren Energien rasch aus.

Dieses Ziel wurde 2023 unter Looneys Nachfolger Bernard Auchincloss auf 25 % nach unten korrigiert.

BP, ein multinationales Öl- und Gasunternehmen, hat seine Strategie überarbeitet und beabsichtigt nun, seine Öl- und Gasproduktion bis zum Jahr 2030 auf 2,3 bis 2,5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (boepd) zu steigern.

Dies stellt eine Abkehr von den bisherigen Plänen dar und unterstreicht den Fokus auf die fortgesetzte Produktion fossiler Brennstoffe in den kommenden Jahren.

Prioritätenverschiebung

Im Energiesektor hat sich die Prioritätensetzung der großen Unternehmen deutlich verschoben.

Angetrieben von der zunehmenden Dringlichkeit, den Klimawandel zu bekämpfen und die CO2-Emissionen zu reduzieren, hatten diese Unternehmen zunächst begonnen, ihre Portfolios zu diversifizieren und in erneuerbare Energiequellen zu investieren.

Die Lage hat sich jedoch geändert. Mit der Erholung der Preise für fossile Brennstoffe von den Tiefständen während der COVID-19-Pandemie hat sich der Fokus wieder auf Öl und Gas verlagert.

Der Reiz einfacherer und vorhersehbarerer Renditen im Sektor fossiler Brennstoffe hat sich für viele Unternehmen als schwer zu widerstehen erwiesen.

Diese Verschiebung wirft Fragen nach dem langfristigen Engagement der Energiewirtschaft für Nachhaltigkeit und Dekarbonisierungsziele auf.

Während die unmittelbaren finanziellen Gewinne aus Öl und Gas offensichtlich sind, sind die ökologischen Auswirkungen dieser erneuten Fokussierung erheblich und könnten langfristige Folgen haben.

Auchincloss sagte:

Druck von Investoren

BP, das aufgrund von Unterperformance und der Beteiligung des aktivistischen Investors Elliott Investment Management unter Druck steht, transformative Veränderungen vorzunehmen, versucht, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

„Die Neuausrichtung auf Kohlenwasserstoffe ist positiv für BP, ebenso wie die insgesamt geringeren Ausgaben, die auf niedrigere Ausgaben für erneuerbare Energien zurückzuführen sind“, wurde Allen Good, Direktor der Aktienanalyse bei Morningstar, in dem Bericht zitiert.

„Zusammen mit den Veräußerungen von Vermögenswerten sollte dies die Bilanz und die Renditen verbessern. Es gibt jedoch nach wie vor kaum oder gar kein Produktionswachstum, und BPs Rückkaufquote wurde deutlich reduziert“, sagte Good.

BP hat seine Prognose für den Aktienrückkauf im ersten Quartal auf 750 Millionen bis 1 Milliarde Dollar reduziert, gegenüber der vorherigen Prognose von 1,75 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen beabsichtigt außerdem, seine Dividende jährlich um mindestens 4 % pro Aktie zu erhöhen.

Das Unternehmen gab an, sein Schmierstoffgeschäft Castrol zu überprüfen und bis 2027 Veräußerungen im Wert von 20 Milliarden Dollar anzustreben.

BP beabsichtigt, seine Investitionsausgaben ab 2024 um 1 bis 3 Milliarden Dollar zu reduzieren, was zu jährlichen Ausgaben von 13 bis 15 Milliarden Dollar bis 2027 führen wird.

Die Investitionsausgaben des Unternehmens für 2025 werden auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt.