Gold steigt aufgrund des schwachen Dollars, aber weitere Preiskorrekturen sind möglich, sagen Analysten.
- Die Goldpreise stiegen am 1. März aufgrund eines schwächeren Dollars und handels- bzw. geopolitischer Unsicherheiten.
- Die US-Handelszölle und die Probleme bei den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine erhöhten die Nachfrage nach sicheren Anlagen.
- Analysten prognostizieren trotz der jüngsten Kursgewinne eine mögliche Korrektur des Goldpreises.
Die Goldpreise stiegen am Montag, dem ersten Handelstag im März, da der Dollar gegenüber einem Korb wichtiger Währungen nachgab.
Ein schwächerer Dollar macht in US-Dollar gehandelte Rohstoffe für ausländische Käufer günstiger.
Die Unsicherheit über US-Handelszölle und die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine stützten am Montag auch die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold und Silber.
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes lag der April-Goldkontrakt an der COMEX bei 2.880,31 US-Dollar pro Unze, ein Anstieg von 1,1 %.
Der Silberkontrakt für Mai an der COMEX stieg um 1,3 % auf 31,915 US-Dollar pro Unze.
„Die allgemeine Stimmung (bei Gold) bleibt bullisch und erwartet eine Fortsetzung des Aufwärtstrends“, sagten Analysten von Geojit Financial Services.
Goldpreis und Unsicherheit bei den Zöllen
In einer Woche, die von eskalierenden Handelsspannungen geprägt war, erklärte US-Präsident Donald Trump letzte Woche seine Absicht, einen zusätzlichen 10-prozentigen Zoll auf chinesische Waren zu erheben.
Dieser Schritt belastete die ohnehin schon fragile Handelsbeziehung zwischen den beiden Wirtschaftsgiganten weiter. Trump bekräftigte außerdem seinen Plan, 25-prozentige Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada zu erheben und hielt sich dabei an den zuvor angekündigten Zeitplan.
Diese Zollankündigungen lösten Schockwellen an den globalen Märkten aus, da die Anleger mit den potenziellen Auswirkungen eines ausgewachsenen Handelskrieges zu kämpfen hatten.
Die Wirtschaft äußerte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen dieser Zölle auf die Lieferketten, die Verbraucherpreise und das gesamte Wirtschaftswachstum.
Am Sonntag jedoch brachte US-Handelsminister Howard Lutnick mit einer überraschenden Entwicklung ein Element der Unsicherheit in die Situation.
Er erklärte, Trump werde am Dienstag eine endgültige Entscheidung über die genauen Zollsätze treffen.
Diese Ankündigung versetzte Unternehmen und politische Entscheidungsträger in einen Zustand der Ungewissheit, während sie auf die endgültige Entscheidung des Präsidenten warteten.
Haresh Menghani, Redakteur bei FXstreet, sagte in einem Bericht:
Unterdessen hat der Zusammenbruch der Gespräche zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Trump die Wahrscheinlichkeit eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine verringert.
Dies hat die Befürchtungen einer anhaltenden geopolitischen Instabilität und die Nachfrage nach sicheren Anlagen verstärkt.
US-Fed und Wirtschaftsdaten
Die US-Verbraucherstimmung verzeichnete laut am Freitag veröffentlichten Daten im Januar den ersten Rückgang seit fast zwei Jahren und sank um 0,2 %.
Dementsprechend hat die Federal Reserve Bank von Atlanta ihre Prognose für die annualisierte Wachstumsrate der US-Wirtschaft im ersten Quartal 2025 von 2,3 % im Vorquartal auf 1,5 % gesenkt.
Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Marktteilnehmer die Möglichkeit ein, dass die Federal Reserve bereits auf der Juni-Sitzung wieder mit Zinssenkungen beginnt und die Kreditkosten im September weiter senkt.
„Händler preisen die Möglichkeit ein, dass die Fed die Zinssätze angesichts der Anzeichen einer sich verschlechternden Verbraucherstimmung bis Ende des Jahres zweimal um einen Viertelprozentpunkt senken wird“, sagte Menghani.
Der Preisindex für private Konsumausgaben (PCE), wie er am Freitag vom US-amerikanischen Bureau of Economic Analysis veröffentlicht wurde, zeigte im Januar einen Anstieg von 0,3 % und einen Anstieg von 2,5 % im Vergleich zu den letzten zwölf Monaten.
Dieser Anstieg von 2,5 % liegt leicht unter dem Wert von 2,6 % im Dezember. Die Daten bleiben der bevorzugte Inflationsindikator der Fed im Land.
Goldpreis: weiteres Korrekturpotenzial
Analysten der Commerzbank AG glauben, dass die Goldpreise nach den im Februar erreichten Rekordhöchstständen von 2.974 US-Dollar pro Unze noch weiter korrigieren könnten.
„Die überfällige Korrektur des Goldpreises scheint nun im Gange zu sein“, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank.
Am Freitag waren die Goldpreise auf etwa 2.850 Dollar pro Unze gefallen und lagen damit über 100 Dollar pro Unze unter ihren Rekordhöchstständen.
„Es ist bemerkenswert, dass der aktuelle Preisrückgang trotz weiterer Zollerhöhungen durch US-Präsident Trump und einer deutlichen Zunahme der Erwartungen an Zinssenkungen der Fed eingetreten ist“, sagte Fritsch.
Aktuelle Daten des Hongkonger Statistikamtes, das Goldlieferungen von Hongkong nach Festlandchina erfasst, zeichnen ein klares Bild des aktuellen Zustands des Goldmarktes.
Die Zahlen deuten auf eine deutliche Nachfrageschwäche nach Gold in China hin, das traditionell ein wichtiger Treiber des globalen Goldkonsums ist.
Diese verhaltene Nachfrage aus China deutet darauf hin, dass die Goldnachfrage auch in anderen Regionen außerhalb Hongkongs ähnlich schwach ist.
Die Auswirkungen dieses Trends sind für den globalen Goldmarkt erheblich, da eine anhaltende Schwäche der chinesischen Nachfrage den Goldpreis nach unten drücken könnte.
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