Invezz

Bitcoin unter Druck, da Japans Anleiherenditen ein 16-Jahres-Hoch erreichen: Könnte der Kurs auf 70.000 Dollar fallen?

Bitcoin unter Druck, da Japans Anleiherenditen ein 16-Jahres-Hoch erreichen: Könnte der Kurs auf 70.000 Dollar fallen?
Vatsala Gaur
10. März 2025, 12:33 PM
  • Die Rendite japanischer 20-jähriger Anleihen erreichte ein 16-Jahres-Hoch und schürte Sorgen um Risikoanlagen wie Bitcoin.
  • Analysten warnen davor, dass Bitcoin angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und der schwächeren Anlegerstimmung auf 70.000 Dollar fallen könnte.
  • Bitcoin testet eine wichtige technische Unterstützungslinie, und ein Durchbruch nach unten könnte weitere Kursrückgänge signalisieren.

Die Rendite japanischer 20-jähriger Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen, was Befürchtungen auslöst, dass risikoreiche Anlagen wie Bitcoin erneut unter Verkaufsdruck geraten könnten.

Die Rendite stieg letzte Woche auf 2,265 %, inmitten wachsender Spekulationen, dass die Bank of Japan (BOJ) die Zinssätze anheben könnte, um die Inflation zu bekämpfen und ihre hohe Staatsverschuldung zu bewältigen.

Der starke Anstieg der Renditen hat Parallelen zu den Marktbedingungen im August 2024 gezogen, als ein stärkerer Yen zu einem breiten Ausverkauf von Aktien und Kryptowährungen führte.

In dieser Zeit suchten Anleger Sicherheit in traditionellen Anlagen, was zu einer Preiskorrektur bei Bitcoin führte.

Ein ähnliches Muster könnte sich jetzt abzeichnen, insbesondere wenn der Yen gegenüber dem US-Dollar weiter an Stärke gewinnt.

Höhere Renditen signalisieren in der Regel engere finanzielle Bedingungen und entmutigen Carry-Trades, bei denen Anleger Yen leihen, um in höher rentierliche Vermögenswerte wie Bitcoin zu investieren.

Sollte der Yen weiter an Wert gewinnen, könnten Händler solche Positionen auflösen, was möglicherweise zu einem Abwärtsdruck auf die Bitcoin-Preise führen würde.

Institutionelle Anleger reduzieren ihre Krypto-Bestände.

Angesichts steigender Anleiherenditen und der allgemeinen makroökonomischen Unsicherheit haben institutionelle Anleger begonnen, ihr Engagement in Bitcoin zu reduzieren.

Die Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik sowie die vorsichtige Haltung der Federal Reserve gegenüber Zinssenkungen im Jahr 2025 haben die Stimmung an den Risikomärkten weiter gedämpft.

„Wir glauben, dass die geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit Institutionen dazu veranlasst, ihre Krypto-Bestände zu reduzieren, und Bitcoin in den kommenden Wochen durchaus auf den Bereich von 70.000 bis 80.000 Dollar fallen könnte“, sagte Jeff Mei, Chief Operating Officer von BTSE, gegenüber CoinDesk.

Bitcoin hat in der Nähe seiner jüngsten Höchststände gehandelt, sieht sich nun aber aufgrund erneuter Befürchtungen strengerer finanzieller Bedingungen weltweit Gegenwind ausgesetzt.

Während einige Anleger weiterhin optimistisch hinsichtlich langfristiger Preissteigerungen sind, könnten kurzfristige Volatilität und ein Mangel an klaren bullischen Katalysatoren zu weiteren Preiskorrekturen führen.

„Erst wenn dieser Handelskrieg endet und die Fed wieder mit Zinssenkungen beginnt, werden die Top-Kryptowährungen wieder in Richtung ihrer vorherigen Allzeithochs tendieren“, fügte Mei hinzu und spiegelte damit die wachsende Besorgnis über die Auswirkungen der US-Handelspolitik und die vorsichtige Haltung der Federal Reserve zu Zinssenkungen im Jahr 2025 wider.

Technische Indikatoren deuten auf weitere Kursverluste hin.

Über makroökonomische Faktoren hinaus deuten technische Signale darauf hin, dass Bitcoin von einem stärkeren Rückgang bedroht sein könnte.

Augustine Fan, Leiter der Insights-Abteilung bei SignalPlus, bemerkte, dass Bitcoin derzeit seinen 200-Tage-SMA (einfacher gleitender Durchschnitt) testet, ein kritisches technisches Unterstützungsniveau.

Quelle: CoinMarketCap

„Die Kursentwicklung hat sich technisch sehr negativ entwickelt, und die hohe realisierte Volatilität hat das risikoadjustierte Profil von BTC verschlechtert, wobei nur wenige (wenn überhaupt) unmittelbare positive Katalysatoren in Sicht sind“, sagte Fan.

Ein nachhaltiger Bruch unter den 200-Tage-SMA könnte eine Veränderung der Marktstimmung signalisieren und möglicherweise den Abwärtsdruck weiter verstärken.

Händler werden die Kursentwicklung von Bitcoin und die makroökonomischen Entwicklungen genau beobachten, um den nächsten Schritt auf dem Kryptowährungsmarkt einzuschätzen.