Shells neue Strategie zur Steigerung der Anlegerrenditen: stärkerer Fokus auf LNG

Shells neue Strategie zur Steigerung der Anlegerrenditen: stärkerer Fokus auf LNG
Vatsala Gaur
25. März 2025, 09:55 AM
  • Shell erhöht die Ausschüttungen an die Aktionäre und reduziert die jährlichen Ausgaben bis 2028 auf 20 bis 22 Milliarden Dollar.
  • Die LNG-Produktion wird jährlich um 4-5 % wachsen, während die Flüssiggasproduktion stabil bleibt.
  • Analysten sehen ein Aufwärtspotenzial von 18 % bei der Shell-Aktie, mit einer starken Kaufempfehlung.

Der britische Ölkonzern Shell gab am Dienstag Pläne zur Erhöhung der Aktionärsausschüttungen und zur Senkung der Ausgaben bekannt, da er seinen Fokus auf verflüssigtes Erdgas (LNG) verstärkt.

Das Unternehmen gab bekannt, die Ausschüttungen an die Aktionäre auf 40 bis 50 % des operativen Cashflows zu erhöhen, gegenüber der bisherigen Spanne von 30 bis 40 %.

Das progressive Dividendenwachstum von 4 % pro Jahr wird fortgesetzt, mit dem Ziel, den freien Cashflow pro Aktie bis 2030 jährlich um über 10 % zu steigern.

Um die Effizienz zu steigern, wird Shell seine jährlichen Ausgaben bis 2028 auf 20 bis 22 Milliarden Dollar senken.

Dies bedeutet eine Reduzierung gegenüber dem zuvor für 2024 und 2025 angestrebten Ausgabenziel von 22 bis 25 Milliarden US-Dollar, das erstmals 2023 festgelegt wurde.

Darüber hinaus strebt Shell weitere Kostensenkungen an und erhöht sein Ziel für strukturelle Kosteneinsparungen von 2 bis 3 Milliarden US-Dollar bis Ende 2024 auf kumulativ 5 bis 7 Milliarden US-Dollar bis Ende 2028 im Vergleich zum Niveau von 2022.

Der Aktienkurs von Shell stieg nach der Ankündigung am Dienstag um fast 2 %.

LNG-Fokus und stabile Ölproduktion

Als weltweit größter LNG-Händler plant Shell, die Produktion in seinen Upstream- und integrierten Gasgeschäften bis 2030 jährlich um 1 % zu steigern.

Es erwartet für den gleichen Zeitraum einen Anstieg der LNG-Verkäufe um 4 bis 5 % pro Jahr.

Das Unternehmen wird seine Flüssigproduktion bis zum Ende des Jahrzehnts bei 1,4 Millionen Barrel pro Tag beibehalten.

Trotz des wachsenden Schwerpunkts auf LNG wird Shell bis 2030 nur 10 % seiner Investitionen in kohlenstoffarme Geschäfte stecken.

CEO Wael Sawan betonte die strategische Ausrichtung von Shell und erklärte: „Wir wollen das weltweit führende integrierte Gas- und LNG-Geschäft und der kundenorientierteste Energievermarkter und -händler werden, während wir gleichzeitig ein substanzielles Niveau an Flüssigkraftstoffproduktion aufrechterhalten.“

Shell-Aktienkursentwicklung und Analystenprognosen

Die Aktienperformance von Shell blieb verhalten; die Aktien legten im vergangenen Jahr nur etwas mehr als 4 % zu.

Langfristige Anleger konnten jedoch starke Renditen erzielen, wobei die Shell-Aktien in den letzten fünf Jahren, unterstützt durch Dividenden, um fast 115 % gestiegen sind.

Das Unternehmen erlebte während der COVID-19-Pandemie Turbulenzen, wobei die Ölpreise Anfang 2020 unter 30 Dollar pro Barrel fielen.

Ein anschließender Anstieg der Energiepreise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine brachte einen erheblichen Schub, doch die Ölpreise sind aufgrund des schleppenden globalen Wirtschaftswachstums und des gestiegenen Angebots inzwischen auf etwa 70 Dollar pro Barrel zurückgegangen.

Trotz geringerer LNG-Margen, die zu einem Rückgang des Jahresgewinns 2024 um 16 % auf 23,7 Milliarden US-Dollar führten, bleibt Shell den Aktionärsrenditen verpflichtet.

Das Unternehmen gab kürzlich eine Erhöhung der Quartalsdividende um 4 % und ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 3,5 Milliarden Dollar bekannt.

Analysten bleiben optimistisch; 19 von ihnen prognostizieren einen Kursanstieg der Shell-Aktie um 18 % auf 3.247 Pence gegenüber dem aktuellen Niveau von 2.765 Pence.

Darüber hinaus bewerten 23 Analysten Shell als „Starker Kauf“, ohne Verkaufsempfehlungen, was das anhaltende Vertrauen in die langfristige Strategie des Unternehmens signalisiert.