Mastercards Blockchain-Vorstoß: Ein Krypto-basierter Konkurrent für Venmo und Zelle?

Mastercards Blockchain-Vorstoß: Ein Krypto-basierter Konkurrent für Venmo und Zelle?
Rony Roy
01. Apr. 2025, 19:19 PM
  • Die neue Plattform wird auf Mastercards Multi-Token-Netzwerk entwickelt.
  • Die regulatorische Klarheit in den USA beschleunigt Mastercards Vorstoß in den Bereich kundenorientierter Krypto-Zahlungen.
  • Mastercard hat seit 2015 über 250 Blockchain-bezogene Patente angemeldet.

Der Zahlungsriese Mastercard setzt stark auf Kryptowährungen und plant, mit einer derzeit in Entwicklung befindlichen, auf Blockchain-Technologie basierenden Plattform mit Anbietern wie Venmo und Zelle zu konkurrieren.

Im Gespräch mit Business Insider erklärte Raj Dhamodharan, Executive Vice President für Blockchain und digitale Vermögenswerte, dass Mastercard den Geldfluss „zwischen den beiden Welten“, dem traditionellen Finanzwesen und dem dezentralen Finanzwesen, erleichtern wolle.

Laut Dhamodharan fehlt dem Markt derzeit ein „vollständig konformer Rahmen und ein On-Chain-Nutzererlebnis“, das die Einfachheit der Nutzung weit verbreiteter Apps wie Venmo oder Zelle widerspiegelt.

Konkurrenzfähig mit traditionellen Alternativen

Mastercards Antwort auf diese Lücke ist sein Multi-Token Network, eine 2023 eingeführte, auf Blockchain basierende Infrastruktur, die es Banken und Finanzinstituten ermöglicht, sicher auf On-Chain-Lösungen zuzugreifen und diese weiterzuentwickeln.

Eine Schlüsselfunktion des Netzwerks ist seine rund um die Uhr verfügbare Abwicklungsfähigkeit. Im November 2024 integrierte Mastercard das System mit der Blockchain-Einheit von JPMorgan, um grenzüberschreitende Transaktionen zu optimieren – ein Prozess, der mit traditioneller Infrastruktur oft Tage dauert.

Das Unternehmen hat sich mit großen Institutionen wie JPMorgan und Standard Chartered sowie Blockchain-Plattformen wie JPMorgans Onyx, Ethereum und Fintech-Partnern wie Ondo Finance zusammengetan, um reale Anwendungen wie grenzüberschreitende Zahlungen, tokenisierte Einlagen und Transaktionen mit CO2-Zertifikaten zu erforschen.

Auf der Verbraucherseite hat Mastercard weltweit über 100 auf Kryptowährungen ausgerichtete Kartenprogramme eingeführt.

Dazu gehören Kredit-, Prepaid- und Prämienkarten, bei denen die Nutzer anstelle von Cashback in Kryptowährungen bezahlt werden.

Mit 3,5 Milliarden Karteninhabern weltweit ist Dhamodharan der Ansicht, dass „Kapital und Kaufkraft von der Konsumentenseite“ entscheidend für den Erfolg digitaler Vermögenswerte sein werden.

Regulatorische Klarheit fördert Innovation.

Dhamodharan betonte, dass viele traditionelle Finanzakteure zunehmend neugierig auf diesen Bereich seien, aber durch regulatorische Unsicherheit und fragmentierte Infrastruktur zurückgehalten würden.

Da nun, insbesondere in den USA, klarere Regeln entstehen, erwartet er, dass mehr Institutionen eingreifen werden.

Dennoch wird die Einführung nicht über Nacht erfolgen. Er betonte die Notwendigkeit starker Partnerschaften, technischer Grundlagenarbeit und regulatorischer Unterstützung.

Wie Invezz bereits mehrfach berichtet hat, investiert das Unternehmen stark in diese Bereiche – von der Anmeldung von über 250 Blockchain-bezogenen Patenten seit 2015 über die Unterstützung von mehr als 40 Blockchain-Startups bis hin zum Ausbau seiner internen Krypto- und Digital-Asset-Teams.

„Mastercard hat hier einen beträchtlichen Einsatz getätigt“, sagte Dhamodharan und fügte hinzu, dass es eine schnelllebige und dynamische Zeit sei, im Krypto-Bereich tätig zu sein.

In Kommentaren gegenüber Invezz bezeichnete Komodo CTO Kadan Stadelmann Mastercards Krypto-Venmo-Konkurrenten als „weiteres Beispiel“ für die rasante Entwicklung der Fintech-Branche.

Während Blockchain-native Startups einen frühen Vorsprung bei Online-Zahlungen hatten, bemerkte er, dass große Player wie Mastercard jetzt schnell „aufholen“.

Mastercards kommende Plattform wird mit mehreren bereits im Markt aktiven, krypto-nativen Anbietern konkurrieren, die digitale Wallets, Krypto-Zahlungsgateways oder Peer-to-Peer-Transaktionsfunktionen anbieten, die Fiat- und Blockchain-Netzwerke miteinander verbinden.