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Von Bunges Viterra-Deal bis zu Sheins Börsengang: Der US-chinesische Handelskrieg torpediert wichtige grenzüberschreitende Geschäfte.

Von Bunges Viterra-Deal bis zu Sheins Börsengang: Der US-chinesische Handelskrieg torpediert wichtige grenzüberschreitende Geschäfte.
Vatsala Gaur
03. Mai 2025, 13:16 PM
  • Bunges 8,2 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Viterra steckt aufgrund des Schweigens Chinas inmitten von Handelskonflikten in der regulatorischen Schwebe.
  • Sheins Börsengangpläne verzögern sich, da neue US-Zölle und das Ende von Steuerbefreiungen den US-Betrieb des Unternehmens beeinträchtigen.
  • Klarna, Medline, StubHub und andere Unternehmen haben ihre Börsengänge aufgrund der Marktvolatilität verschoben.

Die Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China durchkreuzen milliardenschwere Übernahmen und Börsengänge und versetzen dem ohnehin schon langsam anlaufenden Transaktionsmarkt in diesem Jahr einen weiteren Schlag.

Die anhaltenden Spannungen zwischen den beiden Nationen haben Berichten zufolge die 8,2 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Viterra durch Bunge Global SA zum Stillstand gebracht, da die chinesische Regulierungsbehörde ihre Zustimmung weiterhin verweigert.

Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die am Freitag von Bloomberg zitiert wurden, haben Bunge-Führungskräfte, darunter CEO Greg Heckman, wiederholt Reisen nach China unternommen, in der Hoffnung, die Genehmigung zu erhalten.

Doch mit der zunehmenden politischen Kluft wächst die Sorge, dass sich der Prozess in die Länge ziehen könnte.

Bunge, einer der weltweit größten Händler von Agrarrohstoffen und Mitglied des sogenannten ABCD-Quartetts, gab im Juni 2023 seine Absicht bekannt, das von Glencore unterstützte Unternehmen Viterra zu übernehmen.

Die Fusion soll einen globalen Giganten mit einem Umsatz von 25 Milliarden Dollar schaffen, der die Agrarhandelsriesen wie Cargill Inc. herausfordern wird.

Während der Deal in Europa und Kanada die regulatorischen Hürden genommen hat und in Argentinien vorbehaltlich nachträglicher Abhilfemaßnahmen voraussichtlich abgeschlossen wird, bleibt China der größte Hemmschuh.

Bunge erklärte, man befinde sich in einem „konstruktiven Dialog“ mit chinesischen Beamten, doch das Fehlen einer formellen Genehmigung sei zu einem Knackpunkt geworden.

Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, sagen, Pekings Zurückhaltung sei nicht unbedingt mit Wettbewerbsbedenken verbunden, sondern spiegele die breiteren geopolitischen Spannungen mit den USA wider.

Das chinesische Handelsministerium und die Kartellbehörde haben auf Anfragen nach Stellungnahmen nicht reagiert.

Sheins Londoner Börsengang verzögert sich, da die USA die Zölle erhöhen.

Der in China gegründete Fast-Fashion-Gigant Shein spürt ebenfalls die Auswirkungen der Spannungen zwischen den USA und China.

Laut einem Bericht der Financial Times erwägt das Unternehmen eine Umstrukturierung seiner US-Aktivitäten, da Zölle auf chinesische Importe seinen geplanten Börsengang in London gefährden.

Die amerikanische Niederlassung des Unternehmens, die etwa ein Drittel des jährlichen Umsatzes von Shein in Höhe von 38 Milliarden Dollar ausmacht, dürfte mit dem bevorstehenden Auslaufen einer wichtigen Steuerbefreiung, der sogenannten „De-minimis“-Regelung, unter Druck geraten, heißt es in dem Bericht.

Die De-minimis-Regel ist am Freitag abgelaufen.

Reuters berichtete am Freitag, dass Shein auch die Zusammenarbeit mit den Kommunikationsagenturen Brunswick und FGS beendet habe, die beide seine IPO-Strategie in London unterstützten.

Ihre Verträge liefen am 30. April aus und werden nicht verlängert, bestätigten Quellen. Der Bericht wertete dies als weiteres Zeichen dafür, dass der Börsengang nicht wie geplant verlief.

Obwohl Shein die Genehmigung der britischen Finanzaufsichtsbehörde erhalten hat, benötigt es noch die Zustimmung der chinesischen Behörden.

Aufgrund der regulatorischen Unsicherheit auf beiden Seiten und des feindseligen Handelsumfelds wird der Börsengang, der ursprünglich für die erste Jahreshälfte erwartet wurde, voraussichtlich auf die zweite Hälfte des Jahres 2025 verschoben.

Welle von IPO-Verschiebungen signalisiert tiefere Marktängste

Die Auswirkungen der Handelsspannungen zwischen den USA und China machen sich auf den globalen Finanzmärkten bemerkbar, wobei immer mehr Unternehmen ihre IPO-Pläne verschieben.

Unternehmen wie Klarna Bank AB, Medline und StubHub Holdings Inc. haben in den letzten Wochen aufgrund der erhöhten Volatilität, die durch Trumps Zollerhöhungen vom 2. April ausgelöst wurde, ihre Börsenpläne auf Eis gelegt.

Berichten zufolge wurden auch Angebote des Adtech-Konzerns MNTN Inc. und des Versicherers Ategrity Specialty Holdings ausgesetzt.

Die Trading platform EToro Group Ltd. hatte im April angeblich ihre Börsenpläne auf Eis gelegt, aber laut einem Bloomberg-Bericht vom Freitag erwägt sie nun, ihren US-Börsengang bereits nächste Woche zu starten.

Die im Bericht zitierten Quellen warnen jedoch davor, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde.

Sollte eToro den Börsengang durchführen, wäre es das erste Unternehmen aus der Gruppe der verschobenen IPOs, das nach dem Tarifkonflikt wieder voranschreitet.

Das Gesamtbild bleibt jedoch düster: Protektionistische Handelspolitiken und Vergeltungsmaßnahmen Chinas belasten Unternehmen mit globaler Ausrichtung stark und stören sowohl M&A-Deals als auch Kapitalbeschaffungsbemühungen.