Tether im Rampenlicht wegen Vorwürfen, geliehenes Geld zur Deckung von USDT zu verwenden
- Deso behauptet, Tether decke USDT mit geliehenen Geldern und Finanzkreisläufen ab.
- Der Umzug des Tether-Hauptquartiers nach El Salvador wirft Bedenken hinsichtlich Regulierung und Transparenz auf.
- Ein gescheiterter Peg könnte Rücknahmen, Liquidationen und Turbulenzen am gesamten Markt auslösen.
Ein kürzlich viral gegangener Thread des Kryptoanalysten Deso hat Tether, den Emittenten des weltweit größten Stablecoins USDT, unter intensive Beobachtung gestellt, da angeblich geliehene Gelder anstelle von echten US-Dollar verwendet werden, um die Dollarbindung aufrechtzuerhalten.
Tethers Versprechen einer Eins-zu-Eins-Deckung mit dem US-Dollar hat ein Handelsvolumen von Billionen von Dollar an zentralisierten Börsen und dezentralen Finanzplattformen ermöglicht und ihm den Ruf als Grundstein der Krypto-Liquidität eingebracht.
Desos Analyse stellt diese Grundlage jedoch in Frage, indem sie nahelegt, dass Tether anstelle echter Reserven möglicherweise eine finanzielle Akrobatik mit Krediten und Derivat-Schleifen betreibt, um die Kursbindung aufrechtzuerhalten.
Die Vorwürfe gegen Tether
Laut Deso stehen bestimmte Handelsfirmen im Mittelpunkt dieses angeblichen Systems. Sie leihen sich Gelder, um USDT zu kaufen, wandeln es in stark nachgefragte Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) um und verkaufen diese Vermögenswerte dann wieder in Dollar, um den Kreislauf fortzusetzen.
Die in Desos Enthüllung genannten Hauptakteure – Abraxas, Cumberland und Wintermute – werden als unverzichtbare Zahnräder in einem Mechanismus dargestellt, der auf ständig steigende Kryptopreise und eine unaufhörliche Nachfrage nach USDT angewiesen ist.
Deso warnt davor, dass der Kreislauf zusammenbrechen könnte, wenn sich die Marktstimmung abkühlt oder die Bewertungen von Kryptowährungen sinken. Dies würde die Kreditgeber in Schwierigkeiten bringen, ihre Gelder zurückzuerhalten, und eine Kaskade von Liquidationen auslösen.
Indem Deso den angeblichen Prozess mit einer Ponzi-ähnlichen Struktur vergleicht, unterstreicht er das potenzielle systemische Risiko, das nicht nur für Tether, sondern für das gesamte Krypto-Ökosystem besteht, das auf der Stabilität von USDT beruht.
Die Pläne von Tether, seinen Hauptsitz nach El Salvador zu verlegen – ein Land ohne Auslieferungsabkommen mit den Vereinigten Staaten – tragen zur Intrige bei. Deso hebt dies als möglichen Versuch hervor, die regulatorische Kontrolle zu umgehen.
Das Blockchain-Analyseunternehmen Arkham wurde von Deso für die Verfolgung von über 150 Milliarden US-Dollar in USDT zitiert, die angeblich vom Tether-Mitbegründer Giancarlo Devasini kontrolliert werden, was Fragen nach Machtkonzentration und Transparenz aufwirft.
Die weltweit zunehmende Kontrolle von Stablecoins
Diese Enthüllungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Aufsichtsbehörden weltweit ihren Fokus auf Stablecoins verstärken und prüfen, ob die Emittenten über ausreichende liquide Mittel verfügen, um Rückzahlungen zum Nennwert zu leisten.
In den Vereinigten Staaten könnte die mögliche Verabschiedung umfassender Stablecoin-Gesetze Tether und seine Konkurrenten zu strengeren Reserveanforderungen und regelmäßigen Audits zwingen.
Tether hat sich unterdessen traditionell gegen vollständige öffentliche Audits gewehrt und stattdessen periodische Bestätigungen von Wirtschaftsprüfern veröffentlicht – eine Praxis, die Kritiker als nicht so gründlich wie ein umfassendes Audit ansehen.
Das Management von Tether hat wiederholt beteuert, dass jeder USDT durch gleichwertige Reserven gedeckt ist, darunter Commercial Paper, Treuhandeinlagen und Zahlungsmitteläquivalente, doch die Einzelheiten bleiben undurchsichtig.
Mit der Zuspitzung der Debatte über die Qualität der Reserven beobachten die Marktteilnehmer genau, ob USDT weiterhin seinen üblichen Aufschlag gegenüber anderen Stablecoins erzielen wird oder auf Peer-to-Peer-Plattformen mit Abschlägen zu rechnen ist.
Die Aussicht auf eine erhebliche Abwertung des USDT könnte Margin Calls, Zwangsliquidationen und Liquiditätsengpässe auslösen, mit Auswirkungen auf Börsen und DeFi-Protokolle, die stark auf USDT-Liquiditätspools angewiesen sind.
Das Anlegervertrauen in USDT wird durch seine zentrale Rolle in Handelspaaren für aufstrebende Token weiter erschwert, was bedeutet, dass jede Störung der USDT-Stabilität den Zugang zu großen Teilen des Kryptomarktes einschränken könnte.
Als Reaktion auf Desos Anschuldigungen könnten Tether-Vertreter detailliertere Aufschlüsselungen der Reservezusammensetzung vorlegen oder sich einer unabhängigen, umfassenden Prüfung unterziehen, um Bedenken auszuräumen.
Sollte Tether erfolgreich nachweisen können, dass seine Reserven robust und liquide sind, könnte dies die Vormachtstellung des Stablecoins stärken und eine potenzielle Vertrauenskrise abwenden.
Umgekehrt könnte USDT, falls sich die Anschuldigungen als zutreffend oder auch nur teilweise begründet erweisen, mit Rückzahlungen zu einem Aufschlag konfrontiert werden, was die Nutzer dazu veranlassen würde, nach Alternativen wie USDC oder BUSD zu suchen.
Eine solche Verschiebung könnte die Liquidität von Stablecoins fragmentieren, das Handelsvolumen verringern und die Transaktionskosten an großen Börsen in die Höhe treiben, die derzeit auf die Allgegenwärtigkeit von USDT angewiesen sind.
Darüber hinaus könnte eine Erschütterung der Tether-Reservestruktur die Regulierungsbehörden ermutigen, strengere Beschränkungen für Stablecoin-Emittenten zu verhängen, was möglicherweise die Innovation im sich schnell entwickelnden Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) verlangsamen würde.
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