Was hat Cox Communications dazu bewogen, nach jahrelangem Widerstand einem Firmenaufkauf zuzustimmen?

Was hat Cox Communications dazu bewogen, nach jahrelangem Widerstand einem Firmenaufkauf zuzustimmen?
Wajeeh Khan
16. Mai 2025, 21:27 PM
  • Cox stimmt der Übernahme durch Charter zu, in einem Deal, der das Unternehmen mit 34,5 Milliarden Dollar bewertet.
  • Craig Moffett erklärt, warum Cox nach jahrelangem "Nein" einer Fusion zugestimmt hat.
  • Die Aktie von Charter Communications legte nach der Nachricht am Freitag leicht zu.

Cox Communications war jahrelang ein potenzielles Übernahmeziel. Doch trotz mehrerer Versuche verschiedener Interessenten blieb das Unternehmen stets standhaft und lehnte alle Übernahmeangebote ab.

Das änderte sich jedoch heute, am 16. Mai, mit der Ankündigung, dass Cox sich mit Charter Communications Inc. auf eine Übernahme geeinigt hat, die das Unternehmen mit 34,5 Milliarden Dollar bewertet.

Was hat Cox also dazu bewogen, nach so langem Widerstand einer Übernahme schließlich zuzustimmen?

Laut Branchenexperte Craig Moffett könnten sich verändernde Dynamiken des Mobilfunkmarktes, insbesondere eine Chance für Cox, von Charters bestehender Mobilfunkstrategie zu profitieren, das Kabelfernsehunternehmen am Freitag zum Einlenken bewogen haben.

Bei der Fusion von Charter und Cox dreht sich alles um drahtlose Technologien.

Craig Moffett ist davon überzeugt, dass es bei der Fusion von Charter und Cox weniger um die Konsolidierung der Kabelindustrie geht, sondern vielmehr darum, dass sich die Unternehmen für eine von drahtlosen Technologien dominierte Zukunft positionieren.

In der offiziellen Ankündigung wurden sowohl Charter als auch Cox als Anbieter von Mobilfunk- und Breitbanddiensten beschrieben, wobei der Mobilfunk an erster Stelle genannt wurde, wie der leitende Analyst von MoffettNathanson in einem heutigen Interview mit CNBC feststellte.

Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung von drahtlosen Technologien im Geschäftsmodell der Kabelindustrie.

Kabelnetzbetreiber haben sich schon lange von der Abhängigkeit von traditionellen Videodiensten wegbewegt und ihren Fokus auf Breitband als Kernangebot verlagert.

„Die nächste Grenze ist nun das ‚Mobile‘“, fügte er hinzu.

Cox erhält Zugang zu einem besseren Mobilfunkangebot.

Ein weiterer bemerkenswerter Faktor, der Cox' Entscheidung beeinflusst haben könnte, war laut Craig Moffett in „The Exchange“ die bestehende Vereinbarung von Charter mit Verizon.

Charter agiert als Mobile Virtual Network Operator (MVNO) und verkauft den Netzzugang von VZ unter besseren finanziellen Bedingungen weiter, verglichen mit der aktuellen Vereinbarung von Cox mit Verizon.

Durch die Fusion kann Cox von Charters günstigerem Mobilfunkangebot profitieren und seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt für gebündelte Mobilfunk- und Breitbanddienste stärken.

Moffett glaubt, dass Cox erkannt hat, dass eine vorteilhafte Beziehung zu Verizon entscheidend ist, wenn sich die Zukunft der Branche um drahtlose Komplettpakete dreht.

Die Fusion mit Charter verschafft dem Unternehmen Zugang zu einer besseren Mobilfunkstrategie und positioniert es so, dass es in einer zunehmend mobilfunkorientierten Branche erfolgreich sein kann.

Die Fusion von Charter und Cox ist von den sich verändernden Prioritäten der Branche getrieben.

Auch wenn das traditionelle Kabelfernsehen vielleicht noch eine Rolle spielt, so bewegen sich die Kabelanbieter laut Craig Moffett schon seit Jahrzehnten weg von der Betrachtung von Videodiensten als ihrem Kerngeschäft.

Stattdessen war Breitband das Rückgrat der Rentabilität, und Mobilfunk entwickelt sich rasant zum nächsten wichtigen Wachstumsbereich.

Während Wettbewerber wie AT&T und Verizon ihre Bündelangebote aggressiv ausbauen, hat Cox wahrscheinlich festgestellt, dass der alleinige Weiterbetrieb zu einem Wettbewerbsnachteil führen würde.

Eine Partnerschaft verschafft dem Unternehmen eine starke Marktposition, ohne dass es eine eigene, konkurrenzfähige drahtlose Infrastruktur aufbauen muss, fügte er hinzu.

Unterm Strich

Alles in allem glaubt Craig Moffett, dass es bei der Fusion von Charter und Cox ausschließlich um Strategie geht.

Durch die Zusammenarbeit mit Charter erhält Cox stärkere drahtlose Kapazitäten, Zugang zu besseren Infrastrukturangeboten und einen festeren Halt in einer sich entwickelnden Branchenlandschaft.

Die Fusion signalisiert, dass die Konvergenz von Breitband und Mobilfunk nun die treibende Kraft in der Telekommunikation ist.

Wenn Charter und Cox ihre Integration effektiv umsetzen, könnte dieser Deal ihre Position als wichtige Akteure in der nächsten Phase der Branche festigen.