Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 verliert 0,4 % aufgrund geopolitischer Spannungen; Prosus startet Übernahmeangebot für Just Eat

Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 verliert 0,4 % aufgrund geopolitischer Spannungen; Prosus startet Übernahmeangebot für Just Eat
Deepali Singh
19. Mai 2025, 09:52 AM
  • Europäische Aktien eröffneten am Montag tiefer (Stoxx 600 -0,4 %), wobei FTSE 100 und CAC 40 um 0,5 % und DAX um -0,2 % nachgaben.
  • Prosus hat sein formelles 4,1 Milliarden Euro schweres Barangebot für Just Eat Takeaway gestartet, was einem Aufschlag von 63 % auf den Kurs vom 21. Februar entspricht.
  • Der CEO von Just Eat Takeaway empfiehlt den Aktionären, das Angebot von Prosus anzunehmen; der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2025 erwartet.

Die europäischen Aktienmärkte begannen die Handelswoche am Montag vorsichtig, wobei die meisten wichtigen Indizes niedriger eröffneten, da die Anleger ihre Aufmerksamkeit einer Reihe bedeutender geopolitischer Ereignisse zuwendeten, die sich in der Region entfalteten.

Inmitten dieser breiteren Marktstimmung kam es zu einer wichtigen Unternehmensentwicklung: Der niederländische Technologieinvestor Prosus startete offiziell sein milliardenschweres Barangebot für den Essenslieferdienst Just Eat Takeaway.com.

Das Läuten der Eröffnungsglocke leitete an den europäischen Börsen eine Phase negativer Stimmung ein.

Der europaweite Stoxx 600 Index sank kurz nach Handelsbeginn um 0,4 % und spiegelte damit einen breit angelegten Rückzug wider.

Verluste waren in den meisten Sektoren und allen wichtigen nationalen Indizes zu verzeichnen.

Der britische FTSE 100 und der französische CAC 40 verloren beide 0,5 %, während der deutsche DAX 0,2 % niedriger notierte, was die vorsichtige Stimmung unter den Anlegern unterstreicht.

Prosus treibt die Übernahme von Just Eat Takeaway voran.

In einer bedeutenden M&A-Entwicklung hat der niederländische Technologieinvestor Prosus am Montag offiziell sein Barangebot zur Übernahme von Just Eat Takeaway.com gestartet.

Prosus bekräftigte sein Angebot von 20,30 Euro (22,8 US-Dollar) pro Aktie, ein Wert, der den Lieferriesen mit rund 4,1 Milliarden Euro (etwa 4,6 Milliarden US-Dollar zu aktuellen Wechselkursen) bewertet.

Dieses Angebot stellt eine erhebliche Prämie von 63 % gegenüber dem Schlusskurs von Just Eat Takeaway am 21. Februar dar, als die Transaktion erstmals angekündigt wurde.

Die Angebotsfrist für diese wichtige Akquisition soll am Dienstag beginnen, wobei erwartet wird, dass die Transaktion bis Ende 2025 abgeschlossen sein wird.

Fabricio Bloisi, CEO von Prosus, unterstrich am Montag die strategische Begründung für das Angebot und erklärte: „Europa befindet sich an einem entscheidenden Punkt, um eine neue Generation von KI-gestützten Technologieunternehmen zu schaffen, und diese Transaktion ist eine einmalige Gelegenheit, diesen Wandel anzuführen.“

Jitse Groen, CEO und Gründer von Just Eat Takeaway.com, befürwortete die geplante Übernahme und gab zusammen mit der Veröffentlichung des Angebots eine Erklärung ab.

Er bestätigte, dass das Unternehmen "den Aktionären empfiehlt, ihre Aktien anzudienen und auf der außerordentlichen Hauptversammlung im Juli für die Übernahme zu stimmen".

Geopolitik im Fokus

Abgesehen von Unternehmensnachrichten konzentrieren sich die europäischen Marktteilnehmer am Montag auf mehrere entscheidende geopolitische Ereignisse, die die Region erheblich beeinflussen könnten.

Erstens findet in London ein mit Spannung erwartetes Gipfeltreffen zwischen Großbritannien und der EU statt. Es wird weithin erwartet, dass der britische Premierminister Keir Starmer und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, einen neuen Pakt für Verteidigung und Sicherheit ankündigen werden.

Darüber hinaus werden weitere Vereinbarungen zur Reduzierung bürokratischer Hürden, zu Programmen zur Jugendmobilität und zur Lockerung von Handelsbeschränkungen erwartet.

Dieser Gipfel findet inmitten einer laufenden Debatte statt, wobei einige Kritiker die Befürchtung äußern, dass der Ansatz der britischen Regierung Gefahr läuft, Elemente des Brexit rückgängig zu machen.

Später am Tag wird sich die Aufmerksamkeit einem mit Spannung erwarteten Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zuwenden.

Diese direkte Kommunikation erfolgt im Anschluss an die Entscheidung beider Staatschefs, die für letzte Woche in der Türkei geplanten Friedensgespräche auszulassen.

Das Ausbleiben eines Waffenstillstands im andauernden Konflikt hat dazu geführt, dass sich Russland und die Ukraine gegenseitig für die Pattsituation verantwortlich machen.

Die Ergebnisse dieser diplomatischen Bemühungen werden aufmerksam beobachtet, da sie das Potenzial haben, die Marktstabilität und die internationalen Beziehungen zu beeinflussen.