Öl verhält sich stabil trotz jüngster Verluste, da US-Öllagerbestände steigen und der Markt abverkauft.

Öl verhält sich stabil trotz jüngster Verluste, da US-Öllagerbestände steigen und der Markt abverkauft.
Deepali Singh
22. Mai 2025, 10:09 AM
  • Die US-Rohölbestände stiegen in der zweiten Woche in Folge; auch die Nachfrage nach Benzin und Destillaten ist vor dem Sommer schwach.
  • Der breitere Marktverfall, der durch Bedenken hinsichtlich des US-Defizits verursacht wurde, belastete Öl und andere Risikogüter.
  • Die Rohöl-Futures sind im bisherigen Jahresverlauf um ~13 % gefallen, da die Nachfrage aufgrund von Angebotsmangel durch OPEC+ und Handelsstreitigkeiten unter Führung der USA befürchtet wird.

Die Rohölpreise fanden am Donnerstag einen vorläufigen Halt und versuchten, sich nach einem Zeitraum des Rückgangs zu stabilisieren.

Der Abwärtsdruck resultierte aus einem besorgniserregenden Anstieg der US-Lagerbestände, der die bestehenden Bedenken hinsichtlich eines überversorgten Marktes verstärkte, was durch eine allgemeine Lockerung der globalen Finanzmärkte noch verschärft wurde.

Brent-Rohöl, der internationale Benchmark, hielt sich in der Nähe der 65-Dollar-Marke pro Barrel, nachdem es in den vorherigen zwei Handelssitzungen um etwa 1 % gefallen war.

West Texas Intermediate (WTI), der US-Benchmark, wurde unter 62 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Die neuesten Daten zeigen, dass die US-amerikanischen Lagerbestände an Rohöl zum zweiten Mal in Folge gestiegen sind.

Das bärische Sentiment wurde zusätzlich verstärkt durch schwache Kennzahlen, die die Nachfrage nach Benzin und Destillaten messen. Dies ist ein besonders besorgniserregendes Zeichen, da die US-amerikanische Sommersaison – typischerweise eine Zeit des Höchstverbrauchs – bevorsteht.

Diese Schwäche im Ölsektor spiegelte sich in den breiteren Finanzmärkten wider.

Die wachsenden Bedenken hinsichtlich des explodierenden Haushaltsdefizits in Washington führten zu Kursrückgängen bei US-Aktien, Staatsanleihen und dem US-Dollar.

Diese Risikofurcht breitete sich anschließend auf die asiatischen Aktienmärkte aus, die den Kursen ihrer US-Pendants folgten und ebenfalls fielen.

Diese Marktstörungen ereignen sich zu einem Zeitpunkt, an dem die globale Investorenappetit für US-Aktiva bereits Anzeichen von Nachlassen zeigte.

Überangebot und Unsicherheit durch Handelskrieg bleiben bestehen.

Rohöl steht weiterhin unter erheblicher Belastung, da die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) und ihre Verbündeten (zusammenfassend als OPEC+ bezeichnet) allmählich wieder Barrel in einen Markt einbringen, der bereits gut versorgt zu sein scheint.

Diese Angebotsdynamik hat dazu beigetragen, dass die Öl-Futures-Preise im bisherigen Jahresverlauf um etwa 13 % gefallen sind.

Darüber hinaus hat der anhaltende, von den USA angeführte Handelskrieg die Verluste verschärft und die Befürchtung verstärkt, dass die weltweiten Störungen unweigerlich das Wirtschaftswachstum verlangsamen und damit die Energienachfrage beeinträchtigen werden.

Geopolitisches Schachbrett: Iran und Ukraine im Fokus

Trotz der vorherrschenden Bedenken hinsichtlich Angebot und Nachfrage spielen geopolitische Faktoren weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Markstimmung.

Die laufenden Atomgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bleiben eine entscheidende Variable, da eine Einigung die globalen Ölströme erheblich verändern könnte.

Die regionalen Spannungen wurden diese Woche noch verstärkt, als ein Bericht erschien, der nahelegte, dass Israel sich auf einen möglichen Angriff auf Teheran vorbereite.

Unabhängig davon verfolgen Anleger die langwierigen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges in der Ukraine aufmerksam.

Entwicklungen an einer dieser Fronten könnten zu Änderungen in der Sanktionspolitik führen und die weltweiten Ölbilanzen erheblich beeinflussen.

In einem damit zusammenhängenden Vorfall bezüglich der Ukraine forderte das Vereinigte Königreich seine G7-Verbündeten auf, die auf russisches Öl verhängte Preisschranke zu senken.

Im Anschluss an ein Treffen der Finanzminister in Banff, Kanada, erklärte das Vereinigte Königreich, dass ein solcher Schritt notwendig sei, um Russlands Präsident Wladimir Putin weiter unter Druck zu setzen, damit er Moskaus anhaltende Angriffe beendet.

Marktanalysten räumen ein, dass einige geopolitische Schlagzeilen nur vorübergehende Auswirkungen haben, es sei denn, sie führen zu unmittelbaren Lieferkettenunterbrechungen.

„Die Schlagzeilen über Israel und den Iran boten zwar kurzzeitig eine geopolitische Aufwertung, aber diese neigen dazu, schnell zu verblassen, es sei denn, es drohen Lieferunterbrechungen“, kommentierte Charu Chanana, Chef-Investmentstratege bei Saxo Markets Pte.

Sie hob auch den breiteren Marktkontext hervor und bemerkte: „Die US-amerikanischen Fiskalkenzer sorgen für einen risikofobischen Ton“, was den Spielraum für eine spürbare Erholung der Ölpreise einschränkt.