Große US-Banken erwägen gemeinsames Stablecoin, um der Bedrohung durch Kryptowährungen entgegenzuwirken: Bericht

Große US-Banken erwägen gemeinsames Stablecoin, um der Bedrohung durch Kryptowährungen entgegenzuwirken: Bericht
Vatsala Gaur
23. Mai 2025, 07:56 AM
  • Große US-Banken prüfen die gemeinsame Ausgabe eines Stablecoins, um ihre Dominanz im Zahlungsverkehr zu behaupten.
  • JPMorgan, BofA, Citi und andere erwägen ein einheitliches digitales Token über Zelle und das Clearing House.
  • Das Projekt befindet sich in einer frühen Phase und hängt von der Nachfrage und der Klarstellung der Rechtslage ab.

Die größten Banken des Landes führen erste Gespräche über die gemeinsame Ausgabe eines Stablecoins, ein Vorhaben, das darauf abzielt, ihre Dominanz im Zahlungsökosystem zu verteidigen, während die Verbreitung von Kryptowährungen und die regulatorische Unterstützung unter der Trump-Regierung zunehmen, wie das Wall Street Journal berichtet hat.

An den Gesprächen sind bedeutende Banken beteiligt, darunter JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und andere, und zwar über Unternehmen, an denen sie beteiligt sind, wie beispielsweise Early Warning Services – der Betreiber der Peer-to-Peer-Zahlungs-App Zelle – und die Clearing House, die ein Echtzeit-Zahlungsnetzwerk betreibt.

Laut dem WSJ erwägen diese Firmen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, eine Zusammenarbeit an einem einheitlichen digitalen Token, der in den Mitgliedsinstitutionen und möglicherweise darüber hinaus verwendet werden könnte.

Das Konzept befindet sich noch in einer frühen Phase und kann sich ändern.

Beteiligte Personen sagten, dass eine endgültige Entscheidung von mehreren Faktoren abhängen würde, darunter, ob die Nachfrage nach einem von Banken ausgegebenen Stablecoin bei Verbrauchern und Unternehmen groß genug ist und wie neue Gesetze den regulatorischen Rahmen gestalten.

GENIUS Act-Gesetzentwurf ermutigt Krypto-Unternehmen, sich um eine Banklizenz zu bewerben.

Stablecoins sind digitale Währungen, die so konzipiert sind, dass sie einen festen Wechselkurs zu einer Landeswährung wie dem US-Dollar aufrechterhalten.

Sie werden von Reserven wie Bargeld oder US-Staatsanleihen gedeckt und werden hauptsächlich im Kryptowährungssektor verwendet, um Transaktionen zu erleichtern oder Wert zu speichern.

Banken sehen sie jedoch zunehmend als vielversprechendes Instrument zur Beschleunigung traditioneller Finanzprozesse wie grenzüberschreitende Zahlungen, die mit der aktuellen Infrastruktur tagelang dauern können.

Der potenzielle Schritt der Banken kommt inmitten wachsender Anzeichen, dass die Trump-Regierung bereit ist, die Unterstützung für Stablecoins zu verstärken.

Im vergangenen Monat berichtete das Wall Street Journal, dass mehrere Unternehmen, die ursprünglich im Kryptobereich tätig waren, sich darauf vorbereiten, Banklizenzierungen zu beantragen, was durch die Unterstützung eines Gesetzentwurfs namens GENIUS Act gefördert wird.

Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, einen föderalen Rahmen für die Emission von Stablecoins zu schaffen, der sowohl Banken als auch qualifizierten Nichtbanken die Teilnahme ermöglicht.

Am Donnerstag hat der Senat das Gesetz über eine prozedurale Hürde hinweggebracht.

Ein kürzlich verfasstes Memo der Anwaltskanzlei Paul Hastings stellte fest, dass der neueste Entwurf Beschränkungen für die Ausgabe von Stablecoins durch nicht-finanzielle börsennotierte Unternehmen enthält – ein Versuch, Bankenlobbyisten zu beschwichtigen – aber kurz vor einem vollständigen Verbot Halt macht.

Große Banken wollen sich einen digitalen Vorsprung verschaffen, bevor die Tech-Giganten einsteigen.

Bankenmanager befürchten, dass Einlagen und Zahlungsaktivitäten an Kryptounternehmen oder Technologiekonzerne abwandern könnten, wenn sie nicht schnell handeln.

Mit Trump verbundene Unternehmen, wie beispielsweise World Liberty Financial der Familie Trump, haben kürzlich ihren eigenen Stablecoin eingeführt, was ein Zeichen für eine Ausweitung privater Initiativen im Bereich digitaler Währungen ist.

Vor diesem Hintergrund sehen Banken eine potenzielle Chance, ihre Dominanz zurückzugewinnen.

Ein von einer Bank unterstützter Stablecoin könnte eine schnellere und sicherere Alternative für Zahlungen im Inland und im grenzüberschreitenden Verkehr bieten.

Einige Quellen sagten, dass das diskutierte Modell es Banken, die nicht Eigentümer sind, ermöglichen könnte, den Stablecoin zu verwenden, was die Akzeptanz potenziell erweitern würde.

Ein separates Vorhaben kleinerer Banken, einen eigenen Stablecoin zu entwickeln, soll jedoch mit erheblichen operativen und strategischen Hürden konfrontiert sein.