Brasilianische Wirtschaftsverbände fordern den Kongress auf, die IOF-Steuererhöhung rückgängig zu machen.

Brasilianische Wirtschaftsverbände fordern den Kongress auf, die IOF-Steuererhöhung rückgängig zu machen.
Noris Soto
27. Mai 2025, 18:21 PM
  • Arbeitgeberverbände warnen davor, dass eine Erhöhung der IOF-Steuer die Kreditkosten erhöhen und Investitionen in Schlüsselbranchen schädigen wird.
  • Das Manifest besagt, dass die Maßnahme Kosten in Höhe von 19,5 Milliarden R$ (3,83 Milliarden US-Dollar) verursacht und den brasilianischen Finanzmarkt verfälscht.
  • Der Kongress steht unter zunehmendem Druck, das Dekret aufzuheben, wobei mehrere Parteien Gesetzesentwürfe zur Aufhebung einreichen.

Vertreter des brasilianischen Wirtschaftsgebiets haben gemeinsam ein Manifest veröffentlicht, in dem sie den Nationalkongress auffordern, ein Dekret der Regierung aufzuheben, das die Steuer auf Finanztransaktionen (IOF) erhöht.

Laut den Unterzeichnern des Dokuments wird die Steuererhöhung im Jahr 2025 eine neue Belastung von 19,5 Milliarden R$ (3,82 Milliarden US-Dollar) darstellen.

Zu den Unterzeichnern des Manifests gehören CNC (Nationaler Handelsverband), CNI (Industrie), CNA (Landwirtschaft), CNseg (Versicherungen), OCB (Genossenschaften), CNF (Finanzinstitute) und Abrasca (Öffentliche Unternehmen).

Das Dekret, das die IOF (steuerliche Sonderabgabe) auf Kredit-, Devisen- und Versicherungsgeschäfte erhöht, stößt im privaten Sektor auf zunehmende Gegenreaktionen.

Die Unterzeichner des am Montagabend veröffentlichten Manifestes behaupten, die Maßnahme werde die Kreditkosten für produzierende Unternehmen erheblich erhöhen und die bestehenden wirtschaftlichen Verzerrungen, insbesondere im Finanzmarkt, verschärfen.

Die Gruppen erwähnen, dass Kredite mittlerweile mit über 110 % pro Jahr besteuert werden, und weisen auf die Auswirkungen auf private Altersvorsorgepläne wie die VGBL hin.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Marktverzerrungen

Die neue Zölle werden sich direkt auf die Einfuhren von Vorleistungsgütern und Investitionsgütern auswirken, Investitionen entmutigen und die Modernisierung des nationalen Industriegebiets behindern, so das Dokument.

Die Organisationen betonen außerdem, dass die IOF eine regulatorische und keine fiskalische Funktion haben sollte, und verurteilen die Steuererhöhung als Maßnahme zur Einnahmengenerierung.

Sie sind der Ansicht, dass eine Erhöhung der Steuerbelastung das Geschäftsklima in Brasilien beeinträchtigt, das bereits für eines der weltweit höchsten Steuersysteme bekannt ist.

„Es ist notwendig sicherzustellen, dass der Erlösanstieg mit Wachstum einhergeht, nicht mit höheren Steuern“, heißt es in dem Manifest.

Obwohl die Regierung einige Elemente des Dekrets rückgängig machte, wie z. B. Steuern auf im Ausland befindliche nationale Gelder und Überweisungen für Investitionen, behielt sie die hohen Steuern auf Kredit-, Devisen- und internationale Kartenzahlungen bei.

Der Widerstand des Kongresses gewinnt an Fahrt.

Die Mobilisierung des Wirtschaftssektors verstärkt den politischen Druck auf den Sprecher des Abgeordnetenhauses, Hugo Motta, der die Position der Regierung öffentlich kritisiert hat.

Motta betonte den fiskalischen Dogmatismus, nachdem Finanzminister Fernando Haddad erklärt hatte, der Kongress zögere bei den fiskalischen Reformen.

„Wer mehr ausgibt, als er verdient, ist kein Opfer, sondern ein Täter“, sagte Motta und signalisierte damit eine wachsende Kluft zwischen Kongress und Exekutive in der Wirtschaftspolitik.

Das Manifest widerspricht implizit einer sehr klaren Position der Regierung, indem es darauf hinweist, dass Steuererhöhungen die drei Säulen einer starken Wirtschaft untergraben.

Die Gruppen fordern einen "stärkeren" institutionellen Rahmen, um das Haushaltsgleichgewicht wiederherzustellen, ohne Steuern zu erhöhen, um die Probleme der öffentlichen Finanzen zu lösen.

Gesetzgebung in Sicht

Politische Gegner versuchen nun, das Dekret auf legitimen parlamentarischen Wegen zu bekämpfen. Parteien wie PL, Novo, União Brasil, MDB und Solidariedade haben sieben Gesetzesentwürfe (PDLs) vorgeschlagen, um die Maßnahme anzufechten. Motta wird voraussichtlich am Donnerstag, den 29. Mai, mit den Parteivorsitzenden zusammenkommen, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Unterdessen erwägt die Regierung angeblich, eine mögliche Blockade von Gesetzesänderungen als Druckmittel in den Verhandlungen mit dem Kongress zu nutzen.

Während die Auseinandersetzung um die fiskalische Verantwortung immer heftiger wird, hat sich die IOF-Steuererhöhung zu einem Brennpunkt im größeren Streit zwischen der Exekutive und der Legislative Brasiliens entwickelt, wobei das wirtschaftliche Umfeld und die Investitionsaussichten des Landes auf dem Spiel stehen.