Europäische Märkte eröffnen: STOXX 600 sinkt aufgrund erneuter Unsicherheit über US-Zölle; M&G steigt um 8,2 %

Europäische Märkte eröffnen: STOXX 600 sinkt aufgrund erneuter Unsicherheit über US-Zölle; M&G steigt um 8,2 %
Deepali Singh
30. Mai 2025, 09:55 AM
  • Der europäische STOXX 600 verlor am Freitag 0,1 %, da ein US-Gericht vorübergehend Trumps Zölle wieder in Kraft setzte, was zu Vorsicht führte.
  • Trotz des täglichen Rückgangs steuerte der STOXX 600 auf seinen ersten monatlichen Anstieg seit drei Monaten zu und lag im Mai bisher 3,8 % im Plus.
  • Der deutsche Einzelhandelsumsatz im April sank im Vergleich zum Vormonat um 1,1 %; die Inflationsdaten für Mai werden als Hinweis auf die EZG-Politik erwartet.

Die europäischen Aktienmärkte begannen die Handelssitzung am Freitag mit einem leichten Rückgang, da eine erneute Welle der Vorsicht die Stimmung der Anleger nach der Entscheidung eines US-Gerichts erfasste, die weit verbreiteten Zölle von Präsident Donald Trump vorübergehend wieder in Kraft zu setzen.

Trotz dieses unmittelbaren Drucks blieb der Referenzindex für ganz Europa auf Kurs für einen soliden monatlichen Gewinn.

Stand 07:11 GMT lag der kontinentweite STOXX 600-Index 0,1 % im Minus.

Dieser Rückgang wurde hauptsächlich auf die vorübergehende Wiederherstellung der umfassendsten Zölle von Präsident Trump zurückgeführt, eine Entwicklung, die nur einen Tag nach der Anordnung eines anderen US-Gerichts zur sofortigen Sperrung dieser Zölle stattfand.

Dieses Hin und Her im Rechtsstreit hat ein erhebliches Unsicherheitselement in die globale Handelslandschaft zurückgebracht.

Betrachtet man jedoch das umfassendere monatliche Bild, so stand der Referenzindex STOXX 600 immer noch kurz vor seinem ersten monatlichen Anstieg seit drei Monaten, nachdem er bisher 3,8 % zugelegt hatte.

Diese Widerstandsfähigkeit basiert auf einer Phase der Entspannung der Handelsspannungen Anfang des Monats und den jüngsten Bedenken hinsichtlich der US-Finanzpolitik, die einige Investoren dazu veranlasst hatten, von amerikanischen Vermögenswerten abzuweichen.

Im Fokus: Wirtschaftszahlen und Branchenentwicklungen

Auf der Seite der Wirtschaftsdaten zeigten die am Freitag veröffentlichten Zahlen, dass der Einzelhandelsumsatz in Deutschland im April im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % zurückging, was auf eine gewisse Schwäche in der größten Volkswirtschaft Europas hindeutet.

Anleger erwarten außerdem gespannt die Inflationsdaten Deutschlands für Mai, die später heute veröffentlicht werden sollen, da diese entscheidende Hinweise auf die kommende geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank nächste Woche liefern könnten.

Die Sektorenperformance war im frühen Handel gemischt. Die Aktien der Rohstoffbranche belasteten den STOXX 600 am stärksten und fielen um 0,9 %, was hauptsächlich auf die niedrigeren Kupferpreise zurückzuführen ist.

Im Gegensatz dazu unterstützte der Immobiliensektor den Hauptindex mit einem Anstieg von 0,8 %.

In den Unternehmensnachrichten legte die Aktie des britischen Versicherungs- und Vermögensverwalters M&G um beeindruckende 8,2 % zu.

Dieser Anstieg folgte auf die Ankündigung, dass der japanische Lebensversicherer Dai-Ichi Life Holdings im Rahmen eines strategischen Abkommens einen 15-prozentigen Anteil an M&G erwerben wird, was ein Zeichen des Vertrauens in das in Großbritannien ansässige Unternehmen ist.

US-Märkte verarbeiten neue Unsicherheit bezüglich Zölle

Die erneute Unsicherheit im Zusammenhang mit US-Zöllen wirkte sich auch negativ auf die Wall Street aus. Die US-Aktienfuture-Kurse gaben leicht nach, während die Märkte die Auswirkungen einer Entscheidung eines Bundesberufungsgerichts vom Donnerstag verdaueten, die vorläufig ein Urteil eines Handelsgerichts aussetzte, welches am Vortag viele der Zölle von Präsident Trump als illegal eingestuft hatte.

Diese Auszeit gibt dem Berufungsgericht Zeit, den Fall zu prüfen, wobei die Trump-Regierung verpflichtet ist, ihre Unterlagen bis zum 9. Juni einzureichen.

Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average gaben um 0,1 % nach, während die Futures auf den Referenzindex S&P 500 um 0,2 % fielen. Die Futures auf den technologieorientierten Nasdaq 100 verringerten sich um 0,3 %.

Das Weiße Haus hat seine Bereitschaft signalisiert, den Streit um die Zölle gegebenenfalls vor den Obersten Gerichtshof zu bringen.

In der Zwischenzeit wird Berichten zufolge nach alternativen Methoden gesucht, um die Zölle von Präsident Trump umzusetzen, ohne auf Notbefugnisse zurückgreifen zu müssen, deren Anwendung für die anfängliche Entscheidung des Gerichts, die Zölle zu blockieren, von zentraler Bedeutung war.

Später am Freitag wird sich die Aufmerksamkeit der Wall Street auf die April-Zahlen des von der Federal Reserve bevorzugten Inflationsindikators, des Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index, richten.

Die Marktteilnehmer werden sehr aufmerksam auf alle Anzeichen achten, dass Zölle möglicherweise die Inflation nach oben treiben könnten, obwohl viele Analysten nicht erwarten, dass die Abgaben die Daten erst im Folgemonat signifikant beeinflussen werden.