M&G-Aktie schießt in die Höhe, nachdem Dai-ichi Life im Rahmen einer strategischen Partnerschaft 15 % der Anteile erworben hat.

M&G-Aktie schießt in die Höhe, nachdem Dai-ichi Life im Rahmen einer strategischen Partnerschaft 15 % der Anteile erworben hat.
Vatsala Gaur
30. Mai 2025, 13:07 PM
  • Dai-ichi Life wird 15 % der Anteile an M&G erwerben und damit zum größten Aktionär werden.
  • Die Partnerschaft wird voraussichtlich 6 Milliarden US-Dollar für M&G und 2 Milliarden US-Dollar für Dai-ichi einbringen.
  • M&G-Aktien steigen um 6 %, FTSE 100 nähert sich dem Allzeithoch.

Die Aktien von M&G stiegen am Freitag um mehr als 6 % und erreichten ihren höchsten Stand seit über einem Jahr, nachdem die britische Finanzgruppe eine langfristige Partnerschaft mit dem japanischen Versicherer Dai-ichi Life angekündigt hatte.

Im Rahmen des Deals wird Dai-ichi Life einen Anteil von 15 % an M&G erwerben und damit zum größten Einzelaktionär des Unternehmens werden.

Durch diese Maßnahme kann das japanische Unternehmen einen Direktor in den Vorstand von M&G entsenden, solange es dieses Anteilseigner-Engagement beibehält.

Es wird erwartet, dass die Kooperation M&G in den nächsten fünf Jahren Geschäftsvolumina von mindestens 6 Milliarden US-Dollar einbringen wird.

Etwa die Hälfte davon wird aus der Bilanz von Dai-ichi Life stammen, während der Rest aus gemeinsamen Initiativen resultieren wird, darunter der Vertrieb von M&G-Produkten in Japan und Asien.

Im Gegenzug erwartet Dai-ichi Life durch die Partnerschaft mindestens 2 Milliarden US-Dollar an Neugeschäften.

Strategische Expansion angesichts branchenweiter Drucksituation, das Unternehmen zu vergrößern

M&G wird zum bevorzugten Vermögensverwaltungs-Partner von Dai-ichi Life in Europa und positioniert die britische Gruppe für die Ausweitung ihrer Präsenz auf den europäischen Privatmärkten, während gleichzeitig Kanäle in ganz Asien geöffnet werden.

Beide Unternehmen werden außerdem Möglichkeiten zur gemeinsamen Entwicklung von Produkten und zur gemeinsamen Investition in neue Vermögensverwaltungsfähigkeiten prüfen, was den wachsenden Trend der strategischen Zusammenarbeit in diesem Sektor widerspiegelt.

Vermögensverwaltungsunternehmen auf der ganzen Welt haben zunehmend versucht, sich zu konsolidieren oder Allianzen zu bilden, um zu wachsen und effektiver gegen Branchenriesen wie BlackRock und Vanguard anzutreten.

Aktive Fondsmanager wie M&G haben insbesondere mit Gegenwind durch Inflation und die wachsende Attraktivität passiver Anlageinstrumente zu kämpfen, die geringere Gebühren erheben.

Andrea Rossi, Vorstandsvorsitzender von M&G, sagte, die Partnerschaft bestätige die strategische Ausrichtung des Unternehmens und zeuge von Vertrauen in sein langfristiges Potenzial.

Er fügte hinzu, dass der Deal das Wachstum in den Kernbereichen unterstützen und M&G einen tieferen Zugang zu den asiatischen Märkten verschaffen werde.

Japanische Versicherer vergrößern ihre globale Präsenz

Dieser Deal setzt einen Trend japanischer Finanzinstitute fort, die im Ausland investieren, um Diversifizierung und Wachstum zu erreichen.

Anfang des Jahres erhöhte Dai-ichi Life seine Beteiligung an dem in Großbritannien ansässigen Unternehmen Capula Investment Management und vereinbarte, 15,1 % an dem australischen Unternehmen Challenger zu übernehmen.

Auch japanische Konkurrenten haben internationale Kooperationen angestrebt, darunter die Partnerschaft von Legal & General mit Meiji Yasuda und die laufenden Gespräche von DWS mit Nippon Life über ein Joint Venture in Indien.

M&G wurde zuvor mit einer möglichen Übernahme durch das australische Unternehmen Macquarie in Verbindung gebracht, lehnte die Spekulationen jedoch ab.

Das Unternehmen meldete im März einen über den Erwartungen liegenden Jahresgewinn, der durch Kostensenkungsmaßnahmen und das Wachstum im Vermögensverwaltungsgeschäft unterstützt wurde.

FTSE 100 nähert sich Rekordhoch

Die Nachricht verlieh dem FTSE 100 neuen Schwung, der nun mit 7,1 % im Jahresvergleich zulegen konnte, unterstützt von einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,4 %.

Laut Richard Hunter von Interactive Investor liegt der Index nur 1,4 % unter seinem Rekordhoch, ein Niveau, das weitere Käufe auslösen und die Rallye fortsetzen könnte.