Europäische Märkte eröffnen: STOXX 600 sinkt um 0,2 % aufgrund erneuter US-Zollbedrohungen; Automobilsektor unter Druck.

Europäische Märkte eröffnen: STOXX 600 sinkt um 0,2 % aufgrund erneuter US-Zollbedrohungen; Automobilsektor unter Druck.
Deepali Singh
02. Juni 2025, 09:42 AM
  • Europäische Aktien eröffneten am Montag schwächer, nachdem US-Präsident Trump erneut mit neuen US-Zöllen gedroht hatte.
  • Trump kündigte Pläne an, die Zölle auf Stahl und Aluminium auf 50 % zu erhöhen; die EU bereitet Vergeltungsmaßnahmen vor.
  • Sanofi hat zugestimmt, das US-amerikanische Unternehmen Blueprint Medicines für rund 9,1 Milliarden US-Dollar zu kaufen.

Die europäischen Aktienmärkte begannen die Handelswoche am Montag schwächer und gaben die jüngsten Gewinne wieder ab, da neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump drohten, die globalen Handelsspannungen wieder zu entfachen.

Die vorsichtige Stimmung durchdrang die meisten Sektoren, wobei insbesondere Stahl- und Automobilaktien unter Druck standen, während die Anleger auch auf eine entscheidende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank später in der Woche blickten.

Der kontinentweite STOXX 600-Index lag um 07:08 GMT 0,2 % im Minus, was einen breiten Rücksetzer nach einer Phase positiver Performance widerspiegelt, in der der Index im Mai die monatlichen Gewinne abschloss.

Der Auslöser für den Rückgang am Montag war die Erklärung von Präsident Trump am späten Freitag, in der er Pläne bekannt gab, die Zölle auf importierten Stahl und Aluminium von bisher 25 % auf satte 50 % zu erhöhen.

Diese Maßnahme löste sofort eine Reaktion der Europäischen Union aus, die erklärte, sie sei bereit, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, was den Weg für eine potenzielle Eskalation von Handelsstreitigkeiten ebnete.

Die Auswirkungen dieser erneuten Zollbedrohungen waren in bestimmten Sektoren spürbar.

Europäische Stahlunternehmen verzeichneten einen Rückgang, wobei der Branchenriese ArcelorMittal um 1 % und der deutsche Konzern Thyssenkrupp um 1,1 % fielen.

Auch der Automobilsektor, der sehr empfindlich auf Einfuhrzölle reagiert, stand unter Druck, wobei der (.SXAP)-Index um 1,2 % fiel.

Die Aktienkurse der Automobilbranche fielen insgesamt um 1,4 %, da befürchtet wurde, dass diese jüngste Entwicklung in der Trump-Zollgeschichte zu strengeren Zöllen auf Fahrzeuge führen könnte, insbesondere nach der überraschenden Ankündigung des US-Präsidenten zur Erhöhung der Stahllieferzölle.

Auch risikobedingte Technologieaktien gaben nach und fielen um 1 %.

Unternehmensentwicklungen und sichere Märkte

Mitten in der allgemeinen Marktunsicherheit gab die französische Pharma-Gruppe Sanofi eine bedeutende Übernahme bekannt.

Das Unternehmen hat zugestimmt, die in den USA ansässige Blueprint Medicines Corporation zu kaufen und zahlt 129 US-Dollar pro Aktie, was einem Eigenkapitalwert von etwa 9,1 Milliarden US-Dollar entspricht. Die Aktie von Sanofi verlor nach der Ankündigung leicht an Wert.

Während Anleger mit den Unsicherheiten im Handelsbereich umgingen, erlangten traditionelle Schutzwerte an Attraktivität.

Die Spot-Goldpreise stiegen vor der Eröffnung des Aktienmarktes um etwa 1,5 % und wurden bei 3.337 US-Dollar pro Unze gehandelt – dem höchsten Stand seit einer Woche.

Diese Nachfrage nach Gold könnte die Bedenken der Anleger widerspiegeln, dass Präsident Trump noch aggressivere Zollmaßnahmen gegen bestimmte Länder und Sektoren ergreifen könnte, was durch den eskalierenden Konflikt im russisch-ukrainischen Krieg noch verstärkt wird.

Blickpunkt Zentralbank: EZB-Entscheidung und wichtige Reden werden erwartet

Mit Blick auf die kommende Woche wird der Schwerpunkt auf der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen, die voraussichtlich am Donnerstag ihre Entscheidung zum Leitzins bekannt geben wird.

Die Marktteilnehmer werden gespannt auf Signale der EZB bezüglich ihrer geldpolitischen Haltung angesichts der sich entwickelnden wirtschaftlichen und handelspolitischen Lage warten.

Die Bedeutung der Woche wird noch verstärkt durch die erwarteten Kommentare von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Federal Reserve, und Christine Lagarde, der Präsidentin der EZB.

Diese Reden werden genauestens auf Hinweise zu den Ansichten der Zentralbanker über Inflation, Wachstum und mögliche politische Reaktionen untersucht.

Im Laufe der Woche werden außerdem zahlreiche Wirtschaftsdaten aus dem europäischen Handelsverband veröffentlicht, die weitere Hinweise auf die Marktentwicklung liefern werden.