Kein leichter Ausweg: OECD warnt davor, dass Trumps Zölle das globale Wachstum behindern und die Inflation befeuern.

Kein leichter Ausweg: OECD warnt davor, dass Trumps Zölle das globale Wachstum behindern und die Inflation befeuern.
Deepali Singh
03. Juni 2025, 10:26 AM
  • Die OECD warnt davor, dass Trumps Zölle die Weltwirtschaft in einen Abschwung mit erhöhter Unsicherheit gestürzt haben.
  • Die Prognose für das globale Wachstum wurde auf 2,9 % gesenkt (von 3,3 % im Jahr 2024); das US-Wachstum wird auf 1,6 % sinken (von 2,8 %).
  • Die OECD identifiziert die Handelspolitik von Trump als das "dringendste Problem" für die Weltwirtschaft.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat eine scharfe Warnung ausgesprochen und behauptet, dass die aggressive und konfrontative Handelspolitik von Präsident Donald Trump die Weltwirtschaft in einen erheblichen Abschwung gestürzt hat, der durch erhöhte Unsicherheit gekennzeichnet ist.

Die in Paris ansässige Organisation betonte, dass die Vereinigten Staaten selbst zu den Ländern gehören, die am stärksten von diesen protektionistischen Maßnahmen betroffen sind.

In ihrer neuesten Einschätzung hat die OECD ihre Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum zum zweiten Mal in diesem Jahr nach unten korrigiert und dabei direkt die schädlichen Auswirkungen der weit verbreiteten Tarifeinführungen des amerikanischen Präsidenten genannt.

Die Organisation betonte, dass die Kombination aus neu errichteten Handelshemmnissen und der damit verbundenen, weit verbreiteten Unsicherheit das Vertrauen der Wirtschaft in die Zukunft erheblich untergräbt und Investitionen weltweit behindert.

Darüber hinaus warnte die OECD davor, dass diese zunehmende Protektionismus aktiv zu inflationären Drucken in den Volkswirtschaften beiträgt.

Die OECD prognostiziert nun, dass das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,9 % verlangsamen wird, was eine bemerkenswerte Reduzierung gegenüber dem im Jahr 2024 verzeichneten Wachstum von 3,3 % darstellt.

Die Aussichten für die Vereinigten Staaten sind noch besorgniserregender, da ihre Wachstumsrate voraussichtlich von zuvor 2,8 % auf nur noch 1,6 % sinken wird.

Diese Prognose stellt eine deutliche Verschlechterung gegenüber den Prognosen der OECD vom März dar und unterstreicht die sich schnell verschlechternde wirtschaftliche Lage.

„Die geschwächten wirtschaftlichen Aussichten werden weltweit zu spüren sein, mit fast keiner Ausnahme“, erklärte Alvaro Pereira, Chefökonom der OECD.

Protektionismus: das dringendste globale Wirtschaftsproblem

Die Analyse der OECD zeichnet ein klares Bild: Die Handelspolitik von Präsident Trump hat sich als die größte Herausforderung für die Weltwirtschaft herausgestellt, und es gibt keine einfachen, offensichtlichen Lösungen.

Die Situation, so warnte die Organisation, könnte durch Vergeltungsmaßnahmen der US-Handelspartner, einen anhaltenden Abbau des Vertrauens von Unternehmen und Verbrauchern oder eine weitere destabilisierende Neubewertung der Finanzmärkte weiter verschärft werden.

Diese nüchterne Einschätzung wurde veröffentlicht, als sich die Minister der 38 OECD-Mitgliedsländer in Paris zu ihrem jährlichen Treffen versammelten.

Zu den hochrangigen Teilnehmern, die bei dem Treffen erwartet werden, gehören der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer und der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. Lin Feng, ein Vertreter des chinesischen Handelsministeriums, wird ebenfalls teilnehmen und damit den Rahmen für potenziell entscheidende Handelsgespräche schaffen.

Die OECD betonte die Dringlichkeit der Lage und erklärte: „Vereinbarungen zur Linderung der Handelsspannungen und zur Senkung von Zöllen und anderen Handelshemmnissen werden entscheidend sein, um Wachstum und Investitionen wiederzubeleben und steigende Preise zu vermeiden. Dies ist mit Abstand die wichtigste politische Priorität.“

Die Organisation dämpfte jedoch auch die Erwartungen und wies darauf hin, dass selbst wenn Präsident Trump die Tarife sofort zurücknehmen würde, die erwarteten Vorteile in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Inflationsbekämpfung nicht sofort eintreten würden.

Ein anhaltender negativer Einfluss durch die erhöhte politische Unsicherheit würde wahrscheinlich bestehen bleiben.

Branchen-spezifische Gegenwinde in den USA: Einwanderungsbeschränkungen, Defizitprobleme und Inflationsrisiken

Für die Vereinigten Staaten im Besonderen identifizierte die OECD zusätzliche Faktoren, die die durch den Handel verursachte Belastung der Wirtschaft verstärken.

Dazu gehören Beschränkungen der Einwanderung und eine erhebliche Reduzierung der Bundesangestellten.

Die Organisation warnte außerdem davor, dass das US-Haushaltsdefizit voraussichtlich weiter ansteigen wird.

Es wird erwartet, dass die Auswirkungen der schwächeren Wirtschaftstätigkeit die Vorteile aus den Ausgabenkürzungen und den durch die Zölle erzielten Einnahmen mehr als aufwiegen werden.

Laut OECD wird erwartet, dass die Inflation in den USA in diesem Jahr ebenfalls steigen wird.

Dieser Inflationsdruck macht es wahrscheinlich, dass die Federal Reserve bis 2026 keine Lockerung der Geldpolitik in Betracht ziehen wird.

Die OECD fügte eine weitere Warnung hinzu und deutete an, dass dieser Prozess sogar scheitern könnte, wenn die Erwartungen der Verbraucher an die Verbraucherpreise von den Zielen der Zentralbank abweichen.