Mexiko signalisiert mögliche Gegenmaßnahmen in der nächsten Woche, wenn keine Einigung über Stahlzölle erzielt wird

Mexiko signalisiert mögliche Gegenmaßnahmen in der nächsten Woche, wenn keine Einigung über Stahlzölle erzielt wird
Noris Soto
04. Juni 2025, 18:57 PM
  • Mexiko wird nächste Woche seine Reaktion bekannt geben, falls keine Einigung über die US-Metallzölle erzielt wird.
  • Präsidentin Claudia Sheinbaum lehnte Vergeltungsmaßnahmen ab und sagte, das Ziel sei es, mexikanische Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen.
  • Wirtschaftsminister Ebrard wird Gespräche mit US-Beamten führen, um eine Verhandlungslösung zu finden.

Mexiko wird nächste Woche neue Maßnahmen ankündigen , sollte keine Einigung über die kürzlich erhöhten Zölle auf Stahl und Aluminium erzielt werden, sagte Präsidentin Claudia Sheinbaum am Mittwoch.

Die Ankündigung folgt auf die von den Vereinigten Staaten angekündigten Stahl- und Aluminiumzölle, die die Menge der aus Mexiko importierten Metalle drastisch erhöhen würden, was dann den Handelsstreit zwischen den nordamerikanischen Ländern weiter verschärfte.

Sheinbaum nannte die Erhöhung während ihrer täglichen Pressekonferenz am Morgen eine "unfaire Maßnahme", zumal Mexiko, die USA und Kanada alle Teil eines trilateralen Freihandelsabkommens sind, dem sogenannten USMCA (USA-Mexiko-Kanada-Abkommen).

Laut einer Proklamation von Präsident Donald Trump haben die USA mit Wirkung vom Mittwoch einseitig die erhöhten Zölle auf bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte von 25 % auf 50 % eingeführt.

Obwohl Mexiko eine harte Haltung einnimmt, wenn es darum geht, seinen Industriesektor zu verteidigen, erklärte Sheinbaum, dass ihre Regierung keine Rache sinne.

"Es geht nicht um Rache oder Vergeltung, wie man es auf Englisch nennt", fügte sie hinzu und betonte, dass das Ziel darin bestehe, mexikanische Arbeitsplätze und Unternehmen zu erhalten, anstatt die Handelsspannungen zu eskalieren.

Diplomatische Gespräche laufen

Die mexikanische Verwaltung arbeitet nun daran, die Angelegenheit im Dialog zu klären. Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard wird sich diese Woche mit hochrangigen US-Beamten treffen, um Alternativen zu den harten Zöllen auszuhandeln.

Diese Gespräche werden von entscheidender Bedeutung sein, wobei Sheinbaum sagte, dass das Ergebnis darüber entscheiden werde, wie es in Mexiko weitergehe.

Wenn keine Lösung gefunden wird, wird nächste Woche eine formelle Antwort veröffentlicht.

Aus dem gleichen Grund ist die Maßnahme der USA Teil eines umfassenderen Programms, das die Handelspartner dazu bewegen soll, kostengünstigere Bedingungen zu schaffen.

In dem von Reuters eingesehenen Briefentwurf an die Länder, die noch mit der Regierung verhandeln, heißt es, dass die USA von ihren Partnern "beste Angebote" verlangen, um weitere Strafzölle zu verhindern, die Anfang Juli in Kraft treten sollen.

Diese Druckkampagne spiegelt eine bekannte US-Taktik wider, die in früheren Handelsstreitigkeiten angewandt wurde, bei denen der Zugang zum amerikanischen Markt als Verhandlungsmasse genutzt wurde.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf Mexiko

Die unerwartete Zollerhöhung bereitet der mexikanischen Stahl- und Aluminiumindustrie, die hauptsächlich in die Vereinigten Staaten exportiert, Sorgen.

Die mexikanische Regierung ist besonders besorgt über die Auswirkungen auf die industriellen Lieferketten und die Beschäftigung in Gebieten, die von der Metallproduktion und -verarbeitung abhängig sind.

Mexiko hat zwar im Rahmen des USMCA Handelspräferenzen, aber die zusätzlichen Zölle untergraben diese Abkommen direkt und drohen die grenzüberschreitende wirtschaftliche Integration zu stören.

Indem Mexiko schnelle Vergeltungsmaßnahmen vermeidet, scheint es vorsichtig zwischen der Wahrung nationaler Interessen und der Aufrechterhaltung der Handelsbeziehungen zu balancieren.

Sheinbaums Äußerungen deuten darauf hin, dass Mexiko zwar gegen die Entscheidung der USA ist, aber einer regelbasierten Strategie verpflichtet ist, die auf bestehenden Handelsabkommen basiert.

Blick in die Zukunft

Während die Verhandlungen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, stehen nun die Gespräche Ebrards mit seinen US-Amtskollegen im Fokus. Die Schlussfolgerung dürfte den Ton für die breiteren Handelsbeziehungen der beiden Länder angeben, da beide mit eskalierenden protektionistischen Kräften zu kämpfen haben.

Sheinbaums maßvolle Herangehensweise deutet auf den Wunsch hin, einen ausgewachsenen Handelskrieg zu vermeiden, aber er betont auch, dass Mexiko bei Bedarf handeln wird.

Die Balance zwischen diplomatischem Engagement und wirtschaftlicher Verteidigung wird entscheidend sein, wenn Mexiko seinen nächsten Schritt erwägt.

Im Moment konzentriert sich die Regierung auf die Diplomatie, aber alle Augen sind auf die bevorstehende Ankündigung in der nächsten Woche gerichtet, insbesondere wenn die Vereinigten Staaten ihre derzeitige Zollhaltung beibehalten.