Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 legt vor erwarteter Zinssenkung der EZB zu

Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 legt vor erwarteter Zinssenkung der EZB zu
Deepali Singh
05. Juni 2025, 09:49 AM
  • Die europäischen Märkte eröffneten am Donnerstag leicht höher, da die Anleger mit einer Zinssenkung der EZB rechneten.
  • Die geldpolitische Entscheidung der EZB steht um 14:15 Uhr MEZ an; Die Märkte preisen mit überwältigender Mehrheit eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ein.
  • Die deutschen Fabrikaufträge stiegen im April unerwartet um 0,6 % und übertrafen damit die Prognosen eines Rückgangs von 1 %.

Die europäischen Aktienmärkte begannen die Handelssitzung am Donnerstag mit einem vorsichtig optimistischen Ton, da die wichtigsten Indizes leichte Gewinne verzeichneten.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich vor allem auf die Europäische Zentralbank (EZB), von der allgemein erwartet wird, dass sie im Laufe des Tages eine Zinssenkung ankündigen wird, ein Schritt, den die Märkte vor dem Hintergrund eines komplexen globalen Wirtschaftsumfelds eingepreist haben.

Kurz nach der Eröffnungsglocke notierten europäische Aktien im Großen und Ganzen im positiven, wenn auch gedämpften Bereich.

Der paneuropäische Stoxx 600 Index legte um rund 0,1% zu, was eine allgemeine Warteschleife im Vorfeld der entscheidenden Ankündigung der EZB widerspiegelt.

Die Performance der Sektoren war uneinheitlich, aber die wichtigsten nationalen Börsen legten alle zu.

Während die Gewinne in London und Frankfurt gedämpft ausfielen, stieg der französische CAC 40 um 0,1 %, was auf eine gewisse positive Grundstimmung hindeutet.

Das wichtigste Ereignis für europäische Anleger ist heute die jüngste geldpolitische Entscheidung der EZB, die um 14:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit bekannt gegeben werden soll.

Laut LSEG-Daten preisen die Märkte mit überwältigender Mehrheit eine Senkung des Leitzinses der Zentralbank um 25 Basispunkte ein.

Ein solcher Schritt würde den Zinssatz für die Einlagefazilität auf 2 % senken, was einen bedeutenden Politikwechsel bedeuten würde.

Inflationskampf nähert sich dem Ende, Wachstumssorgen halten an

Die Analysten der Danske Bank deuteten in einer Mitteilung an ihre Kunden am Donnerstagmorgen an, dass der Kampf gegen die Inflation in der Eurozone zwar "fast vorbei" ist, das Wirtschaftswachstum in der Region in diesem Jahr jedoch wahrscheinlich unter seinem Potenzial bleiben wird.

Sie führten diese gedämpften Wachstumsaussichten auf die Auswirkungen der US-Handelspolitik und des vorsichtigen Konsumverhaltens zurück.

"Wir sehen die Inflationsrisiken als ausgewogen an, da die Energiepreise stärker als erwartet steigen könnten, während das Wachstum schwächer als prognostiziert ausfallen könnte", erklärten die Analysten der Danske Bank, wie von CNBC zitiert.

Positiv für das regionale Wirtschaftsbild ist, dass die am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Daten zeigten, dass die deutschen Fabrikaufträge im April im Vergleich zum Vormonat um 0,6% gestiegen sind.

Dies war eine willkommene Überraschung, da die von Reuters befragten Ökonomen mit einem monatlichen Rückgang von 1% gerechnet hatten.

Das Statistische Bundesamt führte den Anstieg im April vor allem auf einen deutlichen Anstieg in der Produktion von Datenverarbeitungsgeräten, Elektrogeräten und optischen Produkten zurück.

Dies folgt auf einen robusten Anstieg der neuen Fabrikaufträge um 3,4% gegenüber dem Vormonat, der im Vormonat verzeichnet wurde.

Globaler Marktkontext: Nervosität am US-Arbeitsmarkt, Asien uneinheitlich

Das Umfeld an den globalen Märkten war etwas gemischt. Die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum handelten ohne klare Richtung, und die US-Aktienfutures blieben über Nacht nahezu unverändert.

Die Stimmung der Anleger in den USA wurde durch die am Mittwoch veröffentlichten Daten getrübt, die zeigten, dass die Neueinstellungen im privaten Sektor den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren erreicht hatten.

Die Zahl der Beschäftigten im privaten Sektor stieg im Mai nur um 37.000 und fiel damit deutlich unter die Dow-Jones-Prognose von 110.000 und weckte Bedenken über einen sich abschwächenden US-Arbeitsmarkt und dessen mögliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft.

Diese Bedenken belasteten die wichtigsten US-Durchschnittswerte während der Sitzung am Mittwoch.

Trotz dieser Sorgen um den Arbeitsmarkt haben die jüngsten Gewinne am US-Markt – vor allem angetrieben durch einen Anstieg der Technologieaktien – in Verbindung mit einer starken Berichtssaison im ersten Quartal dazu beigetragen, die allgemeine Stimmung an der Wall Street wiederzubeleben.

Nichtsdestotrotz herrscht bei den Anlegern nach wie vor eine gewisse Vorsicht, da sie befürchten, dass weitere wirtschaftliche Probleme bevorstehen könnten, insbesondere angesichts der anhaltenden Zollpolitik der Trump-Regierung.